Mittwoch, 26. November 2014

Funk Firm Flamenca & Tonarm F6

Zur Firma Funk Firm habe ich ohnehin eine besondere (und positiv besetzte) Affinität und zu "Brettspielern" im Einsteigersegment ebenfalls. Seit einigen Jahren gibt es z.B. das Little Super Deck von Funk Firm und offenbar wurde nun ein darunter angesiedeltes Modell auf den Markt gebracht: der Funk Firm Flamenca mit Tonarm F6.
  
  
Gerne lasse ich mich eines Besseren belehren, aber in deutschsprachigen Publikationen ist mir noch kein Test untergekommen (ich habe auch nicht extra recherchiert). Also war meine erste Anlaufstelle für weitere Infos die Funk Firm Website - nix! Außer einer Angabe zum Preis: 850 Britische Pfund für den Spieler und noch einmal 370 Britische Pfund für den Tonarm F6. Offenbar befindet sich die Seite von Funk Firm derzeit in der Überarbeitung...
 


 
Nächste Anlaufstelle war die Seite von Black Forest Audio. Unter dem Link "Funk Firm" findet sich - nix! Nanu? Ok, einige englischsprachige (Online-)Gazetten haben schon Berichte veröffentlicht, aber die will ich hier nicht einfach nachtratschen. Im Wesentlichen habe ich hier nur erfahren, dass offenbar sowohl die Montage des Riemens um den Plattenteller als auch die Einstellung von VTA vs. Antiskating Fummelkram sein sollen - nun denn.

Aber da Funk Firm offenbar auf den Norddeutschen Hifi-Tagen am 07./08. Februar 2015 vertreten sein wird, kann ich mir das "Brett" dort ja einmal näher ansehen/anhören.
   
 
  
Wer schon Erfahrungen mit dem Flamenca (oder der Flamenca?) hat oder diesen Spieler besitzt: Kommentare sind herzlich willkommen. (Die Bilder sind übrigens alle munter aus dem Netz geklaut.)

Nachtrag:
Der Vertrieb in Deutschland läuft jetzt offenbar über IBEX AUDIO (Heidenheim). Genannter Preis dort für den Flamenca "unter € 1.200" (inklusive Tonarm F6?).
Danke für den Hinweis, Chris!

Dienstag, 18. November 2014

Über das Musikhören... noch ´n Nachschlag

Es gibt ja viele schräge Vögel unter uns, ich selbst nehme mich da nicht einmal aus. Alleine das doofe Header-Bild dieses Blogs oben: Wer, bitte schön, fotografiert am Strand in aller Öffentlichkeit eine Röhre?! Es braucht schon ein sehr gesundes Selbstbewusstsein, um sich dabei unter den neugierigen bis verwunderten Blicken passierender Strandspaziergänger nicht völlig bescheuert vorzukommen.
 
Aber was mir im Laufe meines (Hifi-)Lebens alles noch so unterkommt, muss ich irgendwie verarbeiten. Als eine Art Selbstschutz, um nicht alles in mich reinzufressen und irgendwann durchzudrehen. Also schreibe ich es auf, stelle es hier ein und nutze Euch, liebe Leser, quasi als virtuellen Psychiater. Das habe ich in der Vergangenheit ja auch schon so getan, und zwar hier und hier. Zu Hause hört mir nämlich keiner mehr zu, das glaubt einem alles doch niemand mehr.
 
Jede Gruppe ab einer bestimmten Größe darf mehr oder weniger als typischer Schnitt durch die Gesellschaft gelten. Auf Musikhörer und Hifi-Fans trifft das meiner bescheidenen Meinung nach allerdings nur bedingt zu...
 
Der Audiophile-Musik-Hörer
...ist quasi der "Klassiker" unter allen Hifi-Zombies. Er begegnet einem potenziell immer und überall, insbesondere auf Messen und Vorführungsveranstaltungen. Weit verbreitet auch unter den Ausstellern selbst, die die Qualität ihrer Geräte z.B. mit Ulla Meineckes "Tänzerin" hervorzuheben suchen. Gerade vor zwei oder drei Jahren auf meinem letzten Besuch der Norddeutschen Hifi-Tage in Hamburg wieder vorgekommen. (Genau - danach brauchte ich erst einmal eine Pause. Vielleicht traue ich mich Anfang 2015 mal wieder hin. Und wer es wagt, wieder so einen Scheiß Mist zu spielen, wird auf meinem Blog genannt und angeprangert.)
  
Unsereiner wendet sich mit Grausen ab, aber es gibt meiner Erfahrung nach doch eine erkleckliche Anzahl "Audiophiler", die in erster Linie Musik hören, der besonders gute Aufnahme- und/oder Klangqualität nachgesagt wird. Meine Güte, Ende der 1980er-Jahre habe ich mir die Scheibe ebenfalls gekauft, um meine ersten armseligen Boxenbauversuche zu überprüfen, weil eben jene Platte in stereoplay & Co. Referenzplatte für Boxen-Tests war - dem wollte man schließlich nicht nachstehen. Noch heute lagert die Platte bei mir auf dem Dachboden!
  
 
Der Andrea Berg- und Helene Fischer-Hörer
Ein Bekannter, mit dem ich hin und wieder Sport treibe, war für mich bis dato in Sachen Hifi und Musik völlig unverdächtig - sprich: Mit ihm habe ich mich bislang noch nie näher über dieses Hobby unterhalten. Er weiß zwar um meinen Spleen, aber dennoch war ich ob seiner Frage nach einer gemeinsamen "Hörsession" erstaunt; er würde auch Musik mitbringen wollen. Was er denn so mitzubringen gedächte, fragte ich ihn. Woraufhin er entgegnete: "Na, Andrea Berg und Helene Fischer und so, geile Party-Mucke halt!"
 
Durch welches Wurmloch wurde ich denn gerade in dieses Paralleluniversum geschleudert? Ich war kurze Zeit sprachlos und überlegte, wie ich aus der Nummer wieder rauskäme, ohne ihm zu nahe zu treten. Auf meine Frage, ob er das denn auf Vinyl hätte, guckte er mich verdutzt an und einen Augenblick später war das Thema dann auch gegessen. Geschmack hin oder her, aber irgendwo hört der Spaß dann doch auf. Mir tat die Fußball-Nationalelf im Sommer dieses Jahres schon so leid, als sie mit Weltmeisterpokal unter dem Arm völlig atemlos auf der Berliner Fanmeile mit Helene Fischer auftreten musste - zur Strafe, als ob sie gerade in der Vorrunde ausgeschieden wäre...
   
Der Quacksalber
...erquickt mich unaufgefordert (mündlich oder per E-Mail) mit Klangbeschreibungen über seine Hifi-Anlage  wie "randscharfe Ortung" und "imposante Tiefenschärfe" oder erläutert mir einen "extrem tiefen, geschichteten, hoch differenzierten tonalen Raum". Da gibt es "breite Bühnen, ... auf denen der sonore Grundton aufblüht unter extremer Zunahme von Brillianz bei einer weiter differenzierten Auflösung des Klanges, des Klangbildes". Es gibt sogar "fremdschwingungsreinen, tonal orgasmusfähigen Klang". Das alles sind noch die harmlosen Auswüchse; die schwieriger nachzuvollziehenden Brückenschläge zur menschlichen Sexualität erspare ich mir hier zu notieren.
   
Ich bin echt müde davon und vieles habe ich aufgrund meines beschränkten Blickwinkels so noch nie gesehen, geschweige denn gehört - da habe ich wohl etwas verpasst. Wahrscheinlich habe ich bisher ACDC beim Spielen von "Thunderstruck" einfach nur noch nicht aufmerksam genug zugehört.
  
Der Alkoholiker
...nutzt seine Musikanlage als Fassade, um sein Suchtproblem zu verbergen. Sie bietet ihm ein Alibi, um eine Flasche Wein zu dekantieren - zunächst auch gar nicht weiter verwerflich, denn bis die Röhren des Verstärkers nach dem Einschalten "auf Temperatur" sind, hat auch der Wein sein Aroma entfaltet. Ein genussvolles Gläschen lasse ich mir als Gast auch gern gefallen. Doch der erneuten Einladung dieses Gastgebers zu folgen erwies sich als nicht klug.

Noch vor dem Ende der zweiten Platte ist die Karaffe leer und die nächste Flasche wird geöffnet. Ich habe eigentlich schon genug und kümmere mich derweil um die Auswahl der nächsten Platten, übe mich beim Alkoholgenuss hingegen in Zurückhaltung. Der Gastgeber benötigt mittlerweile alle Konzentration, die Nadel am Arm des Plattenspielers zielgenau in die Anfangsrille zu senken - ich mache mir bereits leichte Sorgen um meine Plattenschätze...
 
Noch später am Abend dann goutiert der dem Rebensaft frönende Mensch mit schwerer Zunge neben den geschmacklichen Vorzügen des Weins die klanglichen Vorzüge seiner Anlage - jetzt mutiert er auch noch zum Quacksalber, mein Gott! Das war doch kürzlich schon das Gleiche in Grün, als ich so viel Neues über Single Malt Whiskys erfahren habe - ich hätte es besser wissen müssen. Also beim nächsten sich bietenden Vorwand die Platten zusammensammeln und ab nach Hause...
  
Die "Ich-höre-da-keinen-Unterschied-Hörer"
...sind sehr selige, glückliche Menschen. Sie unterliegen nicht dem Zwang, mit irrsinnigem, großen und teuren Hifi-Gedöns Wohnzimmer oder andere Orte vollzustellen, sie damit quasi unbewohnbar zu machen und gleichzeitig das Konto bis zum Anschlag z.B. für exotische NOS-Röhren fraglichen Zustands und unklarer Provenienz zu überziehen. Sie sind zudem der Gegenentwurf zum "Quacksalber" und mit einer Kompaktanlage für neununddreißichfuffzich aus dem Großmarkt mehr als zufrieden. Im Grunde eine sehr angenehme Spezies. Aber man darf nicht zuviel erwarten, wenn es darum geht, seine Leidenschaft oder die Begeisterung über die Steigerung der Klangqualität nach Einsatz eines neuen Tweaks zu teilen. Meine Frau gehört z.B. zu dieser Spezies. Die neue Box, gestern gerade frisch von der Werkbank gekommen, spielte sich bislang nur an meiner so genannten "Werkstattanlage" ein und dudelte so vor sich hin. Nun aber wird es ernst: Umgestöpselt an die "richtige" Anlage ist das natürlich gleich eine ganz andere Hausnummer! Ich frage meine Frau nach ihrer Meinung und ernte - natürlich! - nur ein lapidares "Ich höre da keinen Unterschied"...


(Edit:
Es gibt auch noch den Sackgeher, den Wendehals, den Bekehrer, den Techniker, das Spielkind sowie Zombies & Aliens. Aber da es sich hierbei lediglich um Mischformen der bereits bekannten Typen handelt, werde ich sie nicht im Detail beschreiben.)

Freitag, 14. November 2014

10 Jahre: Happy Birthday, LP Magazin!

Junge, Junge, wie die Zeit vergeht. Das LP Magazin feiert seinen zehnten Geburtstag - herzlichen Glückwunsch! CD-Player, Music Server, Streamer & Co., all das spielt hier glücklicherweise keine Rolle. Wer ein Magazin ins Leben ruft, in dem es schwerpunktmäßig um technische Dinosaurier (Plattenspieler) geht, verdient zunächst einmal Respekt für seinen Mut. Und man kann es gar nicht hoch genug anerkennen, wenn jemand per Zeitschrift eine Lanze bricht für "begreifbare" Gerätschaften, die ja selbst die per Smartphone Musik konsumierende Generation zu faszinieren vermögen.

   
Lieber Holger (Barske), lieber Thomas (Schmidt), liebes LP-Team, vielen Dank für zehn Jahre interessante Artikel, tolle vorgestellte Gerätschaften und viele, viele Inspirationen. Ohne Euch wäre ich womöglich niemals auf den Funk Firm Vector 3 aufmerksam geworden!

Ein Hinweis noch in eigener Sache: Das Heft am Kiosk ist stets ca. eine Woche früher erhältlich als die elektronische Download-Version, zumindest ist dies bei der iPad Zeitungskiosk App der Fall. Es mag technische (oder andere) Gründe geben, aber ich als regelmäßiger Tablet-Nutzer würde mich freuen, die Download-Version zeitgleich bekommen zu können, dann brauche ich nicht immer verstohlen am Zeitschriftenregal stehen und so lange im Heft blättern, bis ich die bösen Blicke des Personals auf mich ziehe... Ich kaufe mir die Ausgabe ja doch, allerdings elektronisch, nur da hat der Kiosk natürlich nichts von. Den Preis von 3,59 € pro elektronischer Ausgabe finde ich übrigens mehr als fair.

Also, weiter so, alles Gute und viel Erfolg für die Zukunft!

Dienstag, 11. November 2014

Unverhofft kommt oft: Quad RCA (JAN CRC) 2A3 (Gray Plate)

Einem geschenkten Gaul schaut man nicht ins Maul - so lautet ein landläufiges Sprichwort. Ich tat es natürlich trotzdem. Ein Bekannter, dem ich ein wenig bei der Suche nach NOS-Röhren behilflich war, überließ mir zum Dank freundlicherweise seine alten Gläser. "Alt" ist dabei relativ zu sehen, schließlich waren diese vier als NOS erworbenen Röhren dem Bekunden nach erst 30-40 Stunden in einer Push-Pull-Anordnung in Betrieb und ein Kanal "humpelte" bereits bzw. klang "kaputt". Der kleine polemische Teufel in mir raunte natürlich sogleich sein "Ist doch klar, wieder so ein olles Push-Pull-Dingens..." durch den Kopf und wie immer in diesem Fall war ich geneigt, ihm ohne Widerrede zuzustimmen. Aber dieses Mal wollte ich mich zunächst doch um etwas mehr Objektivität bemühen.

 

Also wanderten alle vier Protagonisten nacheinander in den Adaptersockel eines Neuberger RPM 375 um zu zeigen, was sie denn noch so auf der Kathode haben. Und wen auf dem folgenden Bild die 300B-Karte irritiert, der hat natürlich grundsätzlich Recht, liegt aber trotzdem daneben: Die Pins zur Voreinstellung sind die gleichen (manchmal siegt die Faulheit eben, ergo: "falsche" Karte bleibt stecken). Anodenspannung 250V, Gittervorspannung -45V und Heizspannung 2,5V - alles richtig eingestellt, alles klar.


Der Sollwert für (NOS) 2A3 beträgt 60 mA statische Emission; natürlich gibt es hier einen gewissen akzeptablen Toleranzbereich. Diese vier verfügen über 63, 52, 52 und 42 mA - das ist dann doch irritierend. Die Röhre mit 63 mA Emission erfüllt locker das NOS-Kriterium (gleichwohl bereits in Gebrauch und damit natürlich kein new old stock mehr). Die "Partnerröhre" des Push-Pull-Kanals hat - und das nach ca. 30-40 Stunden Betrieb, wohlgemerkt - nur noch 42 mA Emission! (Ich persönlich tausche eine 2A3 aus, sobald die Emission nur noch zwischen 45 und 50 mA liegt.) Das ließe nur folgende Schlüsse zu: a) Der Dealer hat Ausschuss als NOS verkauft (unwahrscheinlich, da m.E. seriös) oder b) der Verstärker(kanal) hat ein Problem (= einen Defekt). Letztlich muss die Antwort offen bleiben, da ich den Verstärker nicht kenne.

Die beiden Röhren des anderen Kanals haben zwar identische Emissionswerte und damit dürfte auch deren Steilheit (Verhältnis von Anodenstromänderung zur Gitterspannungsänderung) ungefähr gleich sein; die Symmetrie der Bauteile ist in PP-Anordnungen schließlich essentiell. Allerdings verwundert das niedrige Niveau von nur noch 52 mA Emission. Letztlich bleibe ich etwas ratlos zurück und ich kann mich nur in Mutmaßungen verlieren.

(Einschub: Normalerweise würde ich darauf tippen, dass die Röhren "unterheizt" wurden, sprich: Die Heizspannung ist (war) mindestens 15% zu niedrig. Entegegen der immer noch weit verbreiteten Meinung schadet nämlich eine z.B. um 5-10% zu hohe Heizspannung eigentlich nicht. Eine Überheizung begünstigt die Abdampfung von metallischem Barium aus der äußeren Kathodenschicht und sollte daher vermieden werden, da die Emissionsfähigkeit zwar nicht leidet, aber die Kathode verschleißt.
Eine um 10% oder mehr zu niedrige Heizspannung hingegen reduziert die Emissionswerte sehr schnell. Eine zu niedrige Heizspannung hat eine zu niedrige Kathodentemperatur zur Folge. In der emittierenden Barium-/Bariumoxidschicht kommt es daraufhin zu einer Verlangsamung des elektrolytischen Prozesses und die Oberfläche verarmt an reinem Barium - ein irreversibler Prozess.)


Hier für alle ganz Peniblen noch ein altes Bild mit der "amtlichen" 2A3-Karte auf dem Neuberger (habe ich in einem alten Blog-Post von mir gefunden...):


Eigentlich sehr schöne Röhren, von denen zumindest zwei quasi ein gematchtes Pärchen ergeben und ihr Dasein noch sehr gut in einem Werkstattverstärker fristen könnten.


Ach ja, bevor ich es vergesse: Wer z.B. alte Röhren von Opas Dachboden sein Eigen nennt und nicht weiß, wie oder wo er die Dinger entsorgen soll - immer her damit, meine Adresse steht im Impressum...

Samstag, 8. November 2014

Vinyl: Michelle Records in Hamburg

Viele von uns - womöglich sogar schon die meisten? - werden sich regelmäßig oder nahezu ausschließlich online ihre Vinylscheiben bestellen. Schließlich können neue Alben und Stücke heutzutage vorab wenigstens auszugsweise über iTunes & Co. kostenlos gehört werden, Fehlkäufe sind damit weitgehend ausgeschlossen. Dennoch ist das Stöbern in einem "echten" Plattengeschäft nicht zu ersetzen.
  

Das haptische Erlebnis, schweres Vinyl in Händen zu halten, die Regale mit den Neuheiten zu durchwühlen, nach Schnäppchen oder Raritäten in der Second-Hand-Abteilung zu suchen oder den Dealer fragen zu können, ob er einem eine bestimmte Scheibe besorgen könne - das alles kann nur ein Plattengeschäft bieten. Michelle Records in Hamburg ist so ein Laden.
  
 

Fast unvorstellbar, dass eine Neuerscheinung hier nicht im Regal stünde (ich spreche allerdings nicht für Klassik und Jazz - sorry, not my cup of tea, Folks...). Riesenauswahl, super sortiert, das hier ist ein MUSS für jeden Vinylfan, der die schönste Stadt Deutschlands besucht. Und da ich einen nicht unbeträchtlichen Teil meines Lebens in Hamburg gelebt habe, zieht es mich natürlich regelmäßig wieder hierher, und sei es nur zum Shoppen mit der Familie. Natürlich gibt es in Hamburg gefühlt unfassbar viele weitere exzellente Plattenläden, z.B. auf der "Schanze". Allerdings liegt Michelle Records genau im Zentrum, inmitten der Einkaufsmeilen, drei Gehminuten vom Hauptbahnhof. Frau & Co. haben also stundenlang genug zu tun und statt wie Falschgeld blöde neben Schuhregalen zu stehen ("Oh ja, Schatz, die sehen wirklich toll aus!") hat Mann hier sein eigenes Eldorado.



Der Blick ins Schaufenster: Hier gibt es sogar High-End-Hifi... ;-)

Bemerkenswert: Michelle Records existiert bereits seit 1977 - ein Vinyl-Dino in teurer Lage, dessen Fortbestand mir doch sehr am Herzen liegt. Der Laden ist nicht riesig, aber groß genug, um auch CDs und DVDs anbieten zu können. Und selbst Schaufensterkonzerte werden hier durchgezogen!

Apropos schönste Stadt Deutschlands: Berlin, München oder Köln - nein, ihr habt eben einfach nicht dieses Flair... Hier nur einige meiner Schnappschüsse von heute:




Und allen Pfennigfuchsern da draußen, die sich daran stoßen, dass die Scheiben ein, zwei Euro mehr als im Online-Shop kosten, sei gesagt, dass ein "echtes" Geschäft mit gutem Service und dieser Erlebnisgarantie eben einen kleinen Extra-Obulus kostet. Ich zahle diesen gerne wenn es denn hilft, dass ich auch noch in 15 oder 20 Jahren solche Läden betreten kann und nicht nur noch virtuell im Netz.


Michelle Records
Gertrudenkirchhof 10
20095 Hamburg
Tel.: 040-32 62 11

Dienstag, 4. November 2014

Hochwirkungsgrad: KLANG+TON "Celeste"

Holger Barske und seine K+T-Jungs entwickeln ja immer wieder einmal interessante Lautsprecherkonstruktionen oder "buddeln" alte Konzepte aus und hauchen ihnen neues Leben ein. So auch in diesem Fall: In der aktuellen KLANG+TON 6/2014 wird die "Celeste" vorgestellt.

  
Eine herrliche Bassreflex-Retro-Kiste mit einem Volumen von knapp 80 Litern. Die Kantenlängen betragen ca. 52 cm (B) x 61 cm (H) x 39 cm (T) - wer aufgrund des Fotos auf Regalboxen schließt, liegt also daneben... Das Gehäuse-"Design" geht auf J.B. Lansings Entwürfe aus den 1930er-Jahren zurück, die damals von Altec als Gehäuseserie namens "Utility Cabinets" vertrieben wurden. Die beiden größeren Modelle 612 und 614 waren für Treiber von 8 bis 15 Zoll geeignet.

Für Celestions 12-Zoll-Koax TF1225CX war das 614er-Gehäuse genau richtig. Der Celestion ist ein hochwertiges PA-Teil für etwas über zweihundert Euro pro Stück. Erfreulicherweise kann sich der notwendige Aufwand für die Frequenzweiche in überschaubaren Grenzen halten.
   
   
Heraus kommen feine Teile mit einem Wirkungsgrad von ca. 94 dB/W/m - das ist ja gar nicht mal so schlecht. Ohne weitere Korrekturen sehen Impedanz und Phase allerdings etwas zu abenteuerlich für Single Ended Trioden aus. Hier könnte man bei Bedarf selbst noch eine Impedanzlinearisierung vornehmen. Und kleinere Push-Pull-Pentoden dürften hier ohnehin keine nennenswerten Probleme haben.
  

Jetzt kommt ja die Jahreszeit, in der man wieder mehr Zeit zum Basteln und Frickeln hat, ein schönes Projekt für den Winter, finde ich. Wer also Blut geleckt hat: Heft kaufen und loslegen!