Montag, 20. Oktober 2014

Vier auf einen Streich: matched Quad RCA (JAN CRC) 2A3 / VT-95 (Black Plate)

Es wird ja inzwischen immer schwieriger, überhaupt irgend ein 2A3 NOS Pärchen aufzutreiben. Zumal black plates. Aber gleich ein Quad? Und dann in der Militärversion, auch noch von RCA? So gut wie unmöglich! Das teilte ich zumindest meinem Bekannten mit, der mich fragte, ob ich für ihn so ein gematchtes Quad besorgen könne...

Dennoch versprach ich, mein Bestes zu tun. Und wofür das Quad denn sei, fragte ich noch... aber die Antwort war mir ja schon vorher fast klar: für einen Push-Pull Amp! Ich schluckte einmal kräftig, und nachdem der Stich ins Herz aufhörte zu schmerzen, hörte ich mich selbst wie aus der Ferne wiederholen: Ja, ich habe da womöglich noch eine Quelle, da könnte was gehen... Das hatte ich wirklich gerade gesagt?! Na gut, versprochen ist versprochen, gleichwohl habe ich so meine ganz spezielle Auffassung zu Trioden in Push-Pull-Anordnung: Was zum Geier soll das? Pentoden in Push-Pull-Schaltung - ok, von mir aus. Aber die Magie einer Triode auf dem Altar der Leistungsfrage zu opfern: niemals. Und wir reden hier von ca. 15 Watt PP statt der 3,5 Watt SET, Bäume reiße ich damit auch nicht aus. Wie auch immer, ich schweife ab.
  
  
Die Dinger waren beim Dealer meines Vertrauens geordert, der tatsächlich noch über nennenswerte Reserven verfügt(e). Und um einmal eine Hausnummer für Interessierte zu nennen: Der faire Kurs für ein solches Quad steht derzeit bei ca. 800 "Bucks" - natürlich nicht in der Bucht, sondern an der seriösen Ladentheke, am Stück bitteschön, nicht geschnitten... Die Währung "Bucks" meint übrigens entweder US$ Listenpreis in Übersee oder in EURO inklusive versichertem Versand, Einfuhr- bzw. Umsatzsteuer und Zollgebühren. Auch beim derzeit ungünstigen Wechselkurs gilt immer noch die alte Faustregel: Listenpreis in US$ = Endpreis in EURO, bis ich das Zeug in Händen halte.

Und wer den Aufwand der Abholung solcher Sendungen vom Zoll und damit Bestellungen aus Übersee per se (aus gutem Grund) bisher gescheut hat, der überwinde sich und halte stets die Nummer der zu verzollenden Warengruppe für Elektronenröhren auf einem Zettelchen im Portemonnaie parat. Dieses händige man initiativ dem Zollbeamten aus: 8540 8100 90 0 hat dort draufzustehen. Das kann im Zweifel helfen, die Wartezeit am Zoll-Counter von 20 auf 2 Minuten zu reduzieren, bis dann endlich die zu entrichtende Zollgebühr schwarz auf weiß auf einem Stück Papier steht, mit welchem ich zur Zahlstelle wackeln kann... MEINE Zollbehörde kennt diese Nummer zum Glück inzwischen ebenso auswendig wie ich - kein Wunder, wenn man dort jedes Mal schon mit seinem Vornamen empfangen und hinter dem Rücken als "Röhrenonkel" bezeichnet wird. Ich schweife wieder ab.

Dieses schöne RCA 2A3-Quad verrichtet nun also seinen Dienst in einem Push-Pull-Amp, womit ich mich inzwischen arrangiert habe. Sind ja "nur" RCAs. Hätte der Bekannte mich nach einem Quad Fivre 2A3 gefragt, ich hätte meine Unterstützung ohne mit der Wimper zu zucken verweigert, zumal mir ein Quad Fivre 2A3 aufzutreiben adhoc wirklich unmöglich erscheint. Bei der Frage nach einem Quad 2A3 Mono bzw. Single Plates hätte ich den Telefonhörer sofort aufgelegt.

Mittwoch, 15. Oktober 2014

Europa-Vertrieb von Sun Audio Uchida Kits über Acoustic Dimension (NL)

Da war die Verwirrung bei mir komplett - das kommt davon, wenn man sich zu lange "ausklinkt"... Auf der Webseite von Audio Life - dem (bisherigen) Europa-Importeur von Sun Audio (Uchida) - suchte ich am 14.10.2014 nach dem aktuellen Preis für den Uchida SV-2A3 Bausatz: 2.170 € wurden dort aufgerufen. Ein "Klick" auf die verlinkte PDF-Preisliste von Sun Audio wies hingegen einen Preis von 2.360 € aus. Also bat ich Audio Life per E-Mail freundlich um Aufklärung und war umso überraschter, als ich die Antwort von Acoustic Dimension (ebenfalls aus den Niederlanden) erhielt!
  
Hintergrund: Audio Life ist schwer beschäftigt mit dem Vertrieb seiner "regulären" Geräte, so dass für den Import der Sun Audio Uchida Kits kaum noch Zeit bleibt. Also hat man sich entschlossen, fortan Import und Vertrieb in die Hände eines Freundes zu geben: Peter von Acoustic Dimension! Natürlich habe ich sofort bei Peter angerufen, der übrigens sehr gut Deutsch spricht. Audio Life werde die missverständlichen Infos auf seiner Seite korrigieren und er (Peter) werde sich an Sun Audio/Japan wenden, um als offizieller Europa-Vertrieb in die Liste der weltweiten Agenten aufgenommen zu werden.
  
Das Erfreuliche ist, dass Peter/Acoustic Dimension kein teures Ladengeschäft hat, sondern "nur" ein großes Lager, sich sehr rührig der DIY-Szene verschrieben hat (Tamura, Tango, Lundahl, Audio Note Kits,...!) und folglich mit geringeren Margen klarkommt. Aus diesem Grund und aufgrund des momentan günstigen Euro-Yen-Wechselkurses kostet das Uchida 2A3-Kit bei ihm nur 1.975 €! Aber es kommt noch besser: Sun Audio hat das Chassis überarbeitet, so dass der Brummabgleich nun per Schraubendreher auf der Chassisoberseite möglich ist; ein unabdingbares "Muss" für Tube-Roller wie mich... (Eigentlich überall ohnehin Standard... allerdings hatte ich es bisher so gemacht und Robert Graetke/Analog Tube Audio hat diese Lösung angeboten.)
  

Neues Chassis-Design bei der Uchida:
Brummabgleich per Schraubendreher nun von "oben" möglich


Außerdem gibt es inzwischen zwei weitere Varianten der "Uschi" 2A3: Push-Pull-Monos (SV-2A3EPX) und Parallel-Single-Ended-Monos (SV-2A3TSX) - für alle, denen die Standard-Stereo-Variante nicht ausreicht. Beide Varianten verfügen sogar über Interstage-Transformer.
  

SV-2A3EPX & SV-2A3TSX


Wie auch immer, ich kann jedem 2A3-, Uchida- oder DIY-Maniac nur empfehlen, sich unbedingt einmal auf der Seite von Acoustic Dimension umzusehen und bei Fragen auch gerne Peter direkt zu kontaktieren:
Telefon: +31 15 889 2700 / E-Mail: sales@acoustic-dimension.com

Peter ist ein sehr kompetenter, angenehmer und auskunftsfreudiger DIY-Experte, mit dem Fachsimpeln und Austauschen viel Spaß machen. Eine echte Bereicherung der Uchida-DIY-Szene! Und jeder stolze Besitzer eines Kits, der sich die handwerkliche Umsetzung nicht selbst zutraut, wende sich wie immer vertrauensvoll an Robert Graetke/Analog Tube Audio.

Montag, 6. Oktober 2014

Und Kabel klingen doch!

Au weia! Wie soll ich das jetzt erklären? Kürzlich (ok, ok, bereits vor eineinhalb Jahren) hatte ich in meinem Beitrag Audiokabel - Voodoo oder Wissenschaft? Eine etwas andere Sicht der Dinge zum Thema Kabelklang erklärt: "Ein Kabel ... klingt nicht". Gut so - denn dabei bleibe ich! Allerdings möchte ich aus aktuellem Anlass auf den hervorragenden Artikel "Leitende Angestellte" in der stereoplay 10/2014 verweisen, der im ersten Satz die Frage aufwirft: "Können Kabel klingen, und wenn ja, warum?"
 
Diese rhetorische Eingangsfrage impliziert ja bereits, dass der Verfasser des Artikels der Auffassung ist, dass es Kabelklang gibt - die Frage ist gleichwohl, wie man Kabelklang konkret definiert. Ich sehe daher grundsätzlich keinen Widerspruch zu meiner vertretenen Auffassung. Das wäre Wortspalterei - mehr nicht! 
   

Auszug aus dem Artikel "Leitende Angestellte" aus der stereoplay 10/2014; (c) stereoplay
(Screenshot aus rechtlichen Gründen nur in geringer Auflösung.)
  
Ich kann mich nämlich nicht an einen so kurzweiligen, dennoch ausführlichen und auf den Punkt präzisen Artikel zum Thema Kabelklang erinnern wie diesen. Technische Zusammenhänge und der Einfluss wesentlicher technischer Parameter wie R, L, C oder Leitwert G auf den Kabelklang werden nicht nur leicht verständlich  und fundiert erläutert, sondern an Hand umfassender Tests indikativ belegt. Und für mich das absolute Highlight des Artikels: Eine richtig gute Erklärung zum Skin-Effekt. Was habe ich mir nach der Erwähnung des Skin-Effekts in einigen Beiträgen hier und da oder nach meinen Ausführungen zu MDI-Verzerrungen damals Häme und Spott anhören müssen - freilich habe ich die vielen despektierlichen Kommentare hierzu niemals veröffentlicht.
 
Die wesentliche Erkenntnis und Quintessenz für mich aus diesem Artikel ist, dass es sich lohnt, in hochwertige Kabel zu investieren. Keine grundlegend neue Erkenntnis zwar, allerdings bietet dieser Artikel das Rüstzeug, sich endlich Ziel führender als zuvor auf die Suche nach den richtigen Strippen begeben zu können.
 
Unbedingt lesenswert - Heft kaufen und als Basiswissen aufbewahren!
 
P.S.: Natürlich lässt sich jetzt immer noch nicht die Klangqualität eines Kabels an Hand der Messwerte ablesen. Und: Das praktische Testen von Kabeln in der eigenen Kette ersetzt weder der Artikel in stereoplay noch irgend ein zukünftig in einem Magazin abgedruckter Kabeltest...

Sonntag, 5. Oktober 2014

Sun Audio Uchida SV-VT25 (Limited)

Marko schickte mir kürzlich einige Bilder seiner neuesten Errungenschaft - einer Sun Audio Uchida SV-VT25 Limited (der Zusatz "Limited" erklärt, dass dieser Verstärker nur auf Anfrage bzw. gesonderte Bestellung geliefert wird, er ist also keine Limited Edition im strengeren Sinne). Diese Uchida ist eine besondere aufgrund ihrer "Leistungsröhren": Bei ihr stecken VT-25 (hier von Western Electric) in den Sockeln. Mit 1,3 Watt (oder besser 1.300 Milliwatt) Ausgangsleistung kann man wahrlich niemanden erschrecken...
    
     
   
Die Wahl der Lautsprecher erfordert entsprechende Sorgfalt - in diesem Fall hängen Dynamikks! Soundmaster von Ulf Moning dran. Mit einem Wirkungsgrad von 97 dB/W/m und einem 38er-Bass im Reflexgehäuse nominell  an der Untergenze dessen, wo es Sinn macht, es auf einen Versuch ankommen zu lassen. Skeptikern hinsichtlich einem gegen Null strebenden Dämpfungsfaktor bei dieser Triode einerseits und der Kontrolle über ein 38er-Basschassis andererseits sei entgegnet, dass hier wie beim Fußball die Wahrheit "auf´m Platz" liegt...
  
Ein gesondertes Thema, zu dem ich eine besondere Sichtweise habe und an dieser Stelle nur kurz anführen möchte, dass ein 38er lediglich minimale Hübe für die Bewegung großer Luftmassen vollziehen muss. Während es also entsprechend schnell wieder in seiner Nulllage ist, muss beispielsweise ein "modernes" langhubiges 13er Polypropylen-Schwabbelchassis hingegen für vergleichbare Lautstärke einen vielfachen Hub (=Weg) aufbringen und mag daher so schnell noch gar nicht daran denken, sich wieder in Richtung Nulllage zurückzubewegen... Ergo: Gerade bei hart aufgehängten großen Chassis ist Kontrolle gar kein so kritisches Thema.
  
  
Und da wir wissen, dass Quelle oder Vorverstärker einen größeren Einfluss auf das Gesamtergebnis haben als der Endverstärker selbst, gleich noch schnell ein Blick nach rechts: Da steht ein schöner Marantz 7T, was dem Vernehmen nach sehr gut "geht".

  
Schöne Kette!

P.S.: Natürlich wurde diese "Uschi" ebenfalls herzlich im "Uschi-Club" aufgenommen!

Mittwoch, 1. Oktober 2014

Telefunken Werbung

Diese Werbung für Telefunkenröhren aus den 1950er-Jahren ("historic Telefunken commercial") hatte ich vor längerer Zeit auf der Seite vom Auditorium 23 entdeckt und bereits hier auf meinem Blog veröffentlicht. Leider ist mein entsprechender Blog-Post auf wundersame Weise verschwunden. Grund genug, erneut auf das charmante Video aufmerksam zu machen:

Dienstag, 23. September 2014

Der Abgesang...

...oder: Totgesagte leben länger. Es ist ja in der Tat schon ein paar Tage her, dass ich mich temporär abgemeldet habe, doch lässt sich dieser Begriff nach ca. eineinhalb Jahren Pause zugegeben kaum noch sinnvoll aufrecht erhalten. Treffender formuliert es da der von mir geschätzte Friedrich Hunold: "Sendepause? Letzteres z.B. von Carsten Bussler. Scheinbar ist mit seinem Blog >>2A3 Maniac<< aber Schicht im Schacht." Schicht im Schacht ist da wohl sehr treffend formuliert!


Auch Spekulationen an anderer Stelle und von anderen Personen ob der Hintergründe der (langen) Pause möchte ich gerne erhellen, so profan sie in der Tat auch sein mögen: Treffen permanenter Zeitmangel einerseits (Dauerzustand wie bei vielen von uns - faule Ausrede also) und fehlende Lust, Mangel an Motivation und Ideenlosigkeit andererseits (das war neu für mich) zeitgleich aufeinander, legt man besser eine Pause ein. Und ich will gar nicht verhehlen, dass mich Friedrichs Aussage "Irgendwie waren wir Brüder. Im Geiste." berührt hat - tatsächlich bin ich erst gestern mehr oder weniger zufällig im Netz auf seinen Beitrag gestoßen und dieser hat mich animiert, nun dieses Lebenszeichen von mir zu geben.

Wie also geht es weiter - geht es weiter?
Es haben sich in der Zwischenzeit natürlich viele neue Themen ergeben, über die es sich  m.E. zu berichten lohnt. Oder die mir unter den Nägeln brennen. Schließlich kann man machen, was man will, aber nicht wollen, was man will. Diese Ideen wollen raus - gut so! Allerdings in einem neuen Blog, in neuem Umfeld also, voraussichtlich ab Frühjahr nächsten Jahres. Die Seite "2A3 Maniac" werde ich bis dahin wieder in losen, unregelmäßigen Abständen aufleben lassen, quasi als "Warm-up", um das Laufen wieder zu lernen. Danach wird dieser Blog endgültig "in die Wüste geschickt" bzw. darf dann sein einsames Trabantendasein in den unendlichen Weiten des World Wide Web fristen.

Zwischenzeitlich habe ich mich allerdings schon gewundert, dass immer noch im Mittel knapp die Hälfte an Blogbesuchern zu verzeichnen war (bezogen auf die aktive Zeit des Blogs), obwohl keine neuen Posts erschienen. Der Flut der (nicht veröffentlichten) Spam-Kommentare zufolge müssen das jedoch viele Spy-Robots und andere Programme gewesen sein, die den Großteil ausmachten... Wie auch immer.

Allerdings: Das Layout und die Aufmachung dieses Blogs gefallen mir einfach nicht mehr, also muss für einen Neuanfang dann auch etwas Neues her. (Eine kleine erhellende Sofortmaßnahme ist allerdings das Entfernen der kaputten 2A3 aus dem Header, welche lange Zeit meine Motivationslage widerspiegelte...).
Also - stay tuned!