Freitag, 22. Mai 2015

Lass schwingen, Alter! Skizzen für die Reso-Kisten aus Tonholz mit Philips AD 1255/M7

Mein Beitrag zu den Philips AD 1255/M7 Breitbändern ist auf erstaunliche Resonanz gestoßen, vor allen Dingen in Bezug auf Nachfragen zu Bauplänen, Skizzen etc.  - aber kritische Stimmen gab es natürlich auch. Es gibt ja doch einige, die so ein Treiberchen gerne in 25 mm Multiplex-Platten eingebaut sehen würden, oder noch schlimmer: in ein MDF-Gehäuse selbiger Wandstärke... Warum eigentlich nicht gleich in ein schön "totes" Gehäuse aus Beton oder Kunststein?!

Also nochmal: Damit das ganze klanglich funktioniert, muss ein Resonanzgehäuse her ("Reso-Kiste"), damit alles schön mitschwingt! Das muss so sein. Ich bin mittlerweile des Erklärens müde und bekehren will ich schon gar niemanden. Wer meint, in einem anderen Gehäusetyp sei dieser Treiber (oder ein ähnlicher) besser aufgehoben - bitte schön, jeder ist seines Glückes Schmied.

Für alle Unvoreingenommenen und am Nachbau Interessierten hier also die Skizzen, die Thomas freundlicherweise dann doch noch beim Schreiner wieder auftreiben konnte - vielen Dank, lieber Thomas!

Weil einige Maße womöglich nicht optimal lesbar sind, hier die wesentlichen Infos in aller Kürze:

  • Tonholz Front: 20 mm
  • Tonholz Boden, Deckel, Seiten: 12 mm
  • Tonholz Rückwand: 8 mm
Wandstärken vorbehaltlich Lieferbarkeit/Verfügbarkeit, ansonsten je nach Gusto anpassen.
  • Gehäusetiefe Oberseite: 280 mm
  • Gehäusetiefe Unterseite: 460 mm
  • Gehäusehöhe: 1.080 mm
  • Gehäusebreite vorne: 340 mm
  • Gehäusebreite hinten: 440 mm
  • Breite Rückwand ca. 430 mm
  • alle Kanten Viertelstäbe
  • Durchmesser für den Treiber: 320 mm, ca. 5-6 mm eingefräst
  • effektiver Treiberausschnitt vorne 277 mm
  • Tiefe Reflexkanal (unten): ca. 120 mm
  • Höhe Reflexkanal: 160 mm
  • Breite Reflexkanal: 300 mm




Diese Lautsprecher basieren konzeptionell auf dem Originalbauvorschlag von Philips namens "Basreflexkast B3":


Viel Spaß beim Bauen - oder beim Zur-Verzweiflung-Bringen des Schreiners! Für das Gelingen auf Basis der Zeichnungen und Angaben in diesem Beitrag übernehme ich selbstverständlich keine Gewähr, das nur der guten Ordnung halber, falls ein Spaßvogel auf die Idee kommen sollte, mich bei Nichtgelingen haftbar machen zu wollen... (Mich überrascht inzwischen wirklich nichts mehr.)
;-)

Mittwoch, 20. Mai 2015

High End München 14.-17. Mai 2015 - Tube Porn und andere Highlights

So langsam werde ich nervös. Da stellt der gute Claus Jäckle von AcousticPlan doch glatt diesen Prototypen seines 205D Push-Pull Vollverstärkers auf der High End in München aus, der in einem Design zum Niederknien daherkommt. Western Electric Schaltung. Mir ist vollkommen klar, dass ich langsam aber sicher in den Verdacht gerate, für Claus´ Verstärker quasi Schleichwerbung zu machen, um derlei Verdächtigungen sogleich eine Absage zu erteilen: Ich bekomme dafür nix. Ich finde seine Amps eben einfach umwerfend und versteige mich sogar zu der Aussage, dass dieses Teil, von dem allenfalls eine Kleinserie produziert werden wird, der schönste Verstärker ist, der mir je untergekommen ist, so herrlich schwarz, herrlich retro und herrlich "nix Schnickschnack":




Und hier noch ein weiterer "Proto" von ihm, Röhrentype habe ich gerade nicht parat:


Wie immer gab´s auch Amtliches von Silbatone:

    


Und hier Amtliches von Kondo, den "echten" Audio Notes:




Und schließlich noch ein paar weitere Impressionen querbeet, u.a. Dreher, Arme, Röhriges von Tim de Paravicini & Co. sowie beängstigende Kabel-Boas:

            


Fin!

Samstag, 9. Mai 2015

Hochwirkungsgrad: Lautsprecher mit Philips AD 1255/M7 (AlNiCo) 12" Breitbänder

So ein 30 cm Vollbereichsbreitbänder ist schon eine feine Sache, ganz einfach, weil er genug Luft "schieben" kann für ein solides Fundament. Der Philips AD 1255/M7 ist ein sehr gesuchter "historischer" Treiber, hat AlNiCo als Magnetmaterial, ist ein "Achtöhmer" und verfügt über einen Nennwirkungsgrad von ca. 97 dB. Das gute Stück wiegt ca. 3,5 kg, das ist schon mal ein Wort. Offizielle Daten wie TSP sind im Netz gar nicht so leicht zu finden, deshalb muss man "seine" Treiberchen, sofern man solche Pretiosen in gutem Zustand irgendwo auftreiben kann, selbst messen - was man ohnehin stets machen sollte. Ich glaube, der AD 1255/M7 kam ca. Ende der 1960er-Jahre oder Anfang der 1970er-Jahre als Nachfolger des Philips AD 5200M auf den Markt, ganz sicher bin ich mir da aber nicht.

Die Resonanzfrequenz liegt so um die 40 Hz, Qts bei knapp unter 0,50 - Resokiste, Open Baffle oder Bassreflex (autsch!) drängen sich hier auf. Man kann das z.B. mit einer Mischform aus Resokiste und Bassreflex so lösen:


Trapezförmige Grundform, relativ großer Reflexkanal, Volumen gem. Originalgehäuse. Wandstärken (Tonholz): Front 14 mm, Seiten, Boden und Deckel 12 mm, Rückwand 9 oder 10 mm. Minimalistische "Filterung" bzw. Dämpfung per Schaumstoffelement.







Mit einem Streukegel kann man Bündelungseffekten im Hochtonbereich entgegenwirken - muss man aber nicht unbedingt.


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