Dienstag, 25. Januar 2011

Review 9/9: Fivre 2A3 Monoplate - die Königin

Monoplate...?
      

Monoplate!
   

Fivre 2A3 Monoplate



Die Fivre 2A3 Monoplate ist - im Gegensatz zu anderen 2A3 Monoplates wie z.B. von RCA, Arcturs, Silvertone, etc. - fast unmöglich zu beschaffen. In den USA werden, wenn überhaupt einmal angeboten, absolute Fantasiepreise aufgerufen. Selbst in Italien muss man schon lange und intensiv suchen, um mal ein Pärchen aufzustöbern; Preise zwischen 800 und 1.200 € gelten als fairer Deal für ein gutes Pärchen.


Das Daum des Prüflabels (21.9.1939) indiziert das Produktionsdatum.


Recht gut zu erkennen: der Aufbau der Triode.




Der Klang
Der Klang ist pure Magie. Diese Fivre fördert eine Flut feinster Details und Nuancen ans Tageslicht wie keine andere mir bekannte 2A3; als Vergleich ziehe ich hier die mir bekannten (aber leider nicht im Besitz befindlichen) Monoplates von RCA und Sylvania heran. Wäre die Fivre eine Frau, sie wäre unerhört elegant, romantisch, wunderschön und hätte einen atemberaubenden Augenaufschlag. Mit spielerischer Anmut öffnet sie das Tor zum Wesen der Musik und dem Hörer das Herz. By the way: Gegen so viel Feinsinn wirkt jede 300B wie ein wütender Schmied mit Thors Hammer...

Die Fivre Monoplate besitzt die mit Abstand beste Feindynamik aller mir bekannten Trioden; eine vereinnahmende Feinstofflichkeit, die fesselnd ist! Sie ist einfach eine süchtig machende Droge. Ich glaube, über eine so profane Betrachtung wie Bass, Mitten, Höhen etc. als Kriterien wollen wir an dieser Stelle keine Worte verlieren...



Sie schafft eine dichte, ätherische Atmosphäre, in der Töne genug Raum zu farbigem Leuchten haben. Dem "Hintergrund" gibt sie eine rabenschwarze Präsenz - nicht dunkelgrau, wie manch andere Röhren(-verstärker) - vor dem es den Klangfarben erst möglich wird, sich in der richtigen Koloration darzustellen.

Hat sie Schwächen? Nein, aber die vermeintlich rein akademische und von mir zunächst als untergeordnet bewertete Frage zur Leistung stellte sich nach intensivem Vergleich zu 2A3 Dual-Plates doch als bemerkenswert heraus. (Die 2A3 Monoplate - so auch die Fivre - hat nicht etwa die Hälfte der Leistung einer Dual-Plate oder Doppel-Monoplate (3,5 Watt : 2 = 1,75 Watt), sondern ca. 2,3 Watt.) Auch wenn die Fivre einen völlig schlackenlosen, straffen, ansatzlos schnellen, fein federnden Bass hat, so fehlt ihr in extremen (grobdynamischen) Situationen einfach ein wenig "headroom" im Vergleich zur Dual-Plate. Manch einer mag lachen ob dieser Tatsache, da sowohl 2,3 Watt als auch 3,5 Watt mickrig sind. Allerdings hat die Dual-Plate gegenüber der Monoplate gute 50% mehr Leistung - und darauf kommt es an. Wir sind uns ja einig, dass wir sowieso nur Lautsprecher mit mindestens 96 dB/W/m an die Monoplates hängen, nicht wahr?!



Ok, kommen wir zur Einstufung, und ich will es mir ganz einfach machen. Die Fivre 2A3 Monoplate ist die beste Triode, die ich kenne und mit Sicherheit die beste 2A3 überhaupt - die gekrönte Königin. Sie bekommt daher 100/100 Punkten.

Ich bin mir sicher, dass eine Vielzahl ernsthafter Musiker, würde sie die eigene Musik mit den Fivre 2A3 Monoplates hören, sagen würde: So klingt meine Musik wie sie soll, so ist sie richtig interpretiert.

(In den USA schwören ja alle auf die ebenfalls hervorragenden, m.E. jedoch nicht ganz an die Fivres heranreichenden RCA Monoplates - aber für den Hype um die RCAs gibt es auch handfeste Gründe: 1. Sie kommt aus den USA und ist ja quasi das "Original", und 2. ist sie noch einigermaßen gut verfügbar - die Röhrendealer wollen schließlich auch noch verdienen und die "Beste" lässt sich schließlich leichter teuer verkaufen als die Zweit- oder Drittbeste...)

Ich wäre jedoch schon mal daran interessiert, die Fivre 2A3 Monoplates im Vergleich zu einer "alten" Western Electric 300B (kein Reissue) zu hören; die Vorgängerin der 2A3 - eine 45er - kann ich ja leider nicht in meine Uchida stecken...

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