Freitag, 7. Januar 2011

Über Klangschalen und Resonatoren

Nehmen wir einmal an, Sie haben eine Musikanlage im Gegenwert eines gut ausgestatteten Oberklassewagens im Wohnzimmer stehen. Ganz klar, Sie sind ja auch immer weiter aufgestiegen und haben inzwischen selbstredend nur noch die Referenzen der hifidelen Mainstream-Presse vor sich stehen – und trotzdem macht Ihnen Ihre Anlage keinen Spaß. Kein Funke springt über, der Fuß wippt nicht mit – und dass, obwohl Ihnen alle Details auf dem Silbertablett serviert werden. Dennoch singen Sie nur bei der Autofahrt zum Radiogedudel laut mit – aber zu Hause bleibt die Luftgitarre im Schrank. Was läuft hier falsch? Schließlich haben Sie doch erst kürzlich mithilfe von drei Nachbarn und einer Sackkarre die 20.000 € teuren Endstufen-Boliden von "M" gegen die von "B" getauscht – aber mal ehrlich, gebracht hat´s nix.

Dafür kann also nur der Hörraum, der ja die einflussreichste "Komponente" einer Musikanlage ist, verantwortlich sein. Der Wohnzimmerschrank hat seinen festen (immobilen) Platz und Ihre bessere Hälfte ist schwer zu überzeugen, dass wesentliche Umbaumaßnahmen des guten Klangs wegen eigentlich unumgänglich sind… Aber es gibt ja findige Anbieter von Resonatoren, Geräte-Füßen und anderen Hilfsmitteln; es kann also Abhilfe geschaffen werden, um dem Klang quasi das i-Tüpfelchen aufzusetzen!


Die Wirkungsweise und physikalischen Effekte von Klangschalen wird Ihnen niemand genau erklären können. Bei den Aufnahmen verloren gegangene Obertöne, die nun wieder "hinzugefügt" werden – alles Zauberei, gar Voodoo?! Ist die von den Klangschalen abgegebene (Resonanz-)Schwingungsenergie gar größer als die der Erregerschwingung des Lautsprechers? Quasi das Äquivalent zu einem Perpetuum mobile der zweiten Art? Wo endet unser technisches Verständnis für das, was zwischen Himmel und Erde geschieht?

Niemand weiß es, deshalb unternehmen wir einfach einen unvoreingenommen Versuch. In der Esoterik-Ecke verkaufen sich Klangschalen derzeit ja prächtig unter Verweis auf den historischen Kontext asiatischer Klangmassagen, Klangschalentherapie oder "Chakra Heilung" – wäre doch gelacht, wenn der Einsatz dieses ursprünglich traditionellen Küchengeschirrs aus dem fernöstlichen Raum nicht auch den Klang der Anlage heilen könnte. Nun bin ich persönlich aber sehr zufrieden mit dem Klang meiner Anlage – also nehmen wir einfach die von mir in meinem Blog kürzlich geposteten Schallwände mit den Ciare CH250 Breitbändern – vielleicht lässt sich deren latent zickiges Obertonspektrum ja "harmonisieren".


Resonatoren zur Klangharmonisierung


Ok, ich räume ein, dass die von mir verwendeten Klangschalen nicht aus Platin, Gold oder Silber und zudem deutlich größer als die üblichen 1,5 - 2 cm sind – aber den Fachhändler mochte ich mit seinem Köfferchen nicht extra zu mir bemühen und für den "blinden" Kauf von Klangschalen im Gegenwert ungefähr eines – sagen wir mal – Audio Note M3 Phono Vorverstärkers fehlte mir neben dem Mut gerade das nötige Kleingeld. Hier müssen wir uns also auf kleine Abstriche beim zu erwartenden Ergebnis einstellen.

Macht nix, also frischwärts und munter drauf los die vorhandenen Klangschalen im Raum verteilt und die Veränderungen registriert. Und siehe da: hammermäßige Raumabbildung! Ok, mein Hund suchte mit eingeklemmtem Schwanz das Weite und auch sonst schien sich die klangliche Balance irgendwie ins "klingelig" Schiefe zu verschieben. Aber dafür spürte ich eine substanzielle innere Ruhe und Harmonie in mir… Am wohligsten war mir, wenn ich die Klangschalen direkt auf den Mittelbrettchen positionierte. Weitere Ergebnisse des so gefundenen "Setups" möchte ich Ihnen aus Sorge um Ihre Unvoreingenommenheit ersparen – testen Sie einfach selbst.


Optimale Position auf dem mittleren Brettchen



Man beachte die spielerischen Lichtreflexionen - dieser "Licht-Animator" bringt zusätzliche Ruhe ins Klangbild!


Mein Tipp:
Kaufen Sie günstige Planetenton-Klangschalen mit Alphawellen im Esoterik-Shop und investieren Sie das gesparte Geld in eine anständige Röhren-Vorstufe. Oder in einen guten Tonabnehmer. Oder Sie sprechen doch noch einmal mit Ihrer Partnerin über leichte (kostenlose) Veränderungen im Wohnzimmer und im Gegenzug gönnen Sie sich zusammen vom Gesparten einen Wellness-Urlaub. Danach kommen Sie relaxt wieder und Ihre Anlage klingt ob Ihres entspannten Gemüts – vielleicht sogar mit einem guten Single-Malt – gleich viel besser… Versprochen!

P.S.: Eigentlich wollte ich noch spezielle klangsteigernde Unterstellfüße aus Ahorn und Mahagoni für meine Röhrengeräte ausprobieren. Ich benötige für Vor- und Endstufe insgesamt sechs Stück. Kostenpunkt ungefähr in der Größenordnung des zweitgrößten REGA-Plattenspielers inkl. Top-Tonabnehmer. Aber im Schuppen habe ich noch inzwischen drei Jahre abgelagertes Rundholz aus dem Baumarkt, da säge ich mir lieber erst mal einige Scheiben von ab und probiere die aus…


Zwar kein Ahorn, Mahagoni oder Hawaiian Koa: 35mm Rundstab aus Buche als Ausgangsmaterial für klangsteigernde Gerätefüße. Bei 35mm Durchmesser sollte die Klötzchen-Höhe nach der Lehre des "Goldenen Schnitts" exakt 56,63mm betragen - dann klingt´s am transparentesten...

Kommentare:

  1. Hallo,

    ich kenne übrigens die kleinen Klangschalen aus Platin und anderen Materialien und muss sagen, es tut! Es gibt wirklich eine positive Klangveränderung.
    Und sollte jemand wirklich Alphawellen suchen, es gäbe sie unter http://www.sound-spirit.de/shop/c53_Klangschalen_Planetenschalen_Alphawellen.html

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  2. Ich verstehe das nicht, wenn Ihr Spezialisten für Röhrengeräte seid, warum Ihr es nicht erstmal mit Klang-Röhren probiert:
    http://www.youtube.com/watch?v=a91Nb-aSz0g

    Und dann gibt es ja auch noch diese Klang-Röhren aus Australien Didgeridoo genannt, so nach dem Motto: "Erst röhren, dann hören"

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