Sonntag, 20. März 2011

Röhren messen mit Neuberger RPM 375 und TV-7D/U

Jeder, der sich hin und wieder NOS-Röhren kauft, kennt das Gefühl: Haben die Röhren auch noch volle Emission oder sind sie schon „ausgelutscht“? Schließlich ist die Verstärkerschaltung darauf „angewiesen“, dass die Röhren in der Lage sind, ihre spezifizierten Parameter zu erreichen.

Gerade zu vielen Röhren, die in der Bucht angeboten werden (aber teilweise auch professionelle Tube-Dealer mit eigenen Shops!), machen die Verkäufer bisweilen jedoch recht zweifelhafte oder gar keine Angaben, was mich persönlich zunächst einmal misstrauisch macht. „Ich habe sie als NOS gekauft…“, „…sie sind nur ca. 200 h gelaufen…“, „Dachbodenfund, alle NOS/NIB…“, „…alle im GUT-Bereich…“, „…funktionieren gut in meinem Dampfradio…“ – das alles ist als Angabe nicht zufrieden stellend. Aber was nützt es, wenn die Röhre sehr selten bzw. kaum beschaffbar ist und es eben genau diese Hersteller-Type oder jene Mesh-Variante sein soll?! Man schlägt beim (vermeintlichen) Schnäppchen trotzdem zu…

Zu Hause angekommen heißt es dann: messen und hoffentlich keine böse Überraschung erleben! Es gibt unzählige Röhrenmessgeräte, vom Laien (der solch ein Gerät ja auch nicht hat - sonst wär´ er ja kein Laie...) nur schwer zu bedienen; zuvor müssen i.d.R. etliche Einstellungen vorgenommen werden – da braucht´s schon ein wenig Erfahrung (und Liebe) im Umgang mit den Technik-Dinos. Hier möchte ich folgende zwei Röhren-Messgeräte vorstellen: das Neuberger RPM 375 und den TV-7D/U.


  
  
Neuberger RPM 375


Zum Neuberger gibt´s übrigens viele weitere Bilder, Infos sowie die Bedienungsanleitung in "Jogis Röhrenbude"Mit dem Neuberger lässt sich sehr gut die statische Emission messen; diese gibt ein erstes Indiz für den Zustand der Emissionsfähigkeit der Kathode. Nach Aufstecken der Karte für die entsprechende Röhren-Type und einigen Einstellungen sollte der Röhre eine Aufheizzeit von 5-10 min gegönnt werden, dann wird der Wert abgelesen; eine 2A3 z.B. ist mit einem Sollwert von 60 mA für den Emissionsstrom Ia spezifiziert. Dieser Wert ist für sich genommen jedoch noch nicht voll aussagekräftig: Einige gute NOS-Röhren erreichen ihre Sollwerte sogar erst nach einer Einbrennzeit zwischen 50 und 200 Betriebsstunden.

Interessanter ist die sogenannte „Steilheit“ („Empfindlichkeit“) einer Röhre, die den Zusammenhang zwischen anliegender Spannung und Stromlieferfähigkeit herstellt. Sie lässt sich z.B. sehr schön mit dem TV-7D/U ermitteln:

  
  

  
Röhrenmessgerät TV-7D/U
 
 
    
Test einer Sylvania 2A3
 
 
  
Nach ca. 10 min wird klar: da ändert sich nichts mehr...

  
Ein absolut vorbildlicher Röhren-Händler ist m.E. Damon Coffman/Old Stock Audio. Er führt extrem zuverlässige Messungen durch, gibt diese Werte unverblümt an, matched Röhrenpärchen mit extrem geringen Toleranzen und gestaltet die Preise entsprechend transparent in Abhängigkeit der ermittelten Werte. Wären doch nur alle so…

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