Dienstag, 7. Juni 2011

Mumien, Monstren, Mutationen

Ich werde keine Namen nennen. Ich werde hier auch keine Bilder zeigen. Aber wer sich die in meinem Blog oder auch auf den Seiten der image hifi gezeigten Bilder von der High End 2011 in München ansieht, der muss sich doch zwangsläufig fragen: Wer soll sich das Zeug - allen voran die vielen Lautsprecher-Monster - in sein Wohnzimmer stellen? Dabei will ich gar nicht mal über den Preis reden; dass gutes Hifi seinen Preis hat, steht ja außer Frage.
 
Das durchschnittliche deutsche Wohnzimmer hat eine Größe von 22 qm, wie von der Hamburger Werbeagentur Jung von Matt 2004 ermittelt wurde, daran dürfte sich bis heute kaum etwas geändert haben. Ich behaupte jetzt einmal, ohne etwaige Wahrscheinlichkeits-/Verteilungskurven zu bemühen, dass ca. 98% aller Musik-Enthusiasten in Deutschland, unabhängig ob in Mietwohnung oder Eigenheim zu Hause, über ein Wohnzimmer von maximal 35-40 qm Größe verfügen dürften. Womöglich kein spartanisch möbliertes Loft, sondern mit "stinknormaler" Einrichtung. Für wen also wird diese Vielzahl an Riesen-Lautsprechern in der Größe von Einbauküchen entwickelt und hergestellt?!
  
 
Sicher, als Top-of-the-Line-Produkt, einfach um mal zu zeigen wo der Hammer hängt, haben solche Gerätschaften durchaus ihre Berechtigung. Aber mir fehlt die breite Auswahl "wohnraumtauglicher", gerne auch etwas größerer röhrentauglicher (Stand-)Lautsprecher mit hohem Wirkungsgrad - aber bitte nicht größer als ein mittlerer Kühlschrank.

Also, liebe Entwickler, besinnt euch auf eure Wurzeln und auf das, worum es bei Hifi geht - um wohlklingende Komponenten, die sich in die heimischen vier Wände integrieren lassen.

1 Kommentar:

  1. Hallo Maniac,

    na ja es geht ja auch nicht nur um Deutschland, sondern um HiFi-Freaks aus der ganzen Welt.

    Klar, wir Deutschen können uns kein großes Horn ins Zimmer stellen. Aber es gibt so viele andere Länder auf der Welt (Frankreich, USA (!), Asien, Russland, Mittlerer Osten), bei denen es wunderbar passt.

    Wir vergessen nur allzu häufig das "unsere" vier Wände nicht an den Landesgrenzen aufhören.

    Viele Grüße,
    Tom

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