Donnerstag, 18. August 2011

Alternative Rock: J. Mascis - Several Shades of Why

So ein paar Manschetten habe ich ja doch: Soll ich wirklich Platten vorstellen, die ich höre? Wen um Himmels Willen interessiert, was ich für Musik höre? Und warum? Dennoch bekomme ich immer wieder diesbezüglich Anfragen... Ok, unter dem Strich geht es bei all den technischen Vehikeln wie Boxen, Plattenspielern, Röhrenverstärkern etc. letztlich nur um die Musik selbst und ich werde dem Wunsch mal entsprechen - wird´s ein Schuss in den Ofen, wird das Projekt "Plattenbesprechung" halt wieder eingestampft.
 
Bereits Mitte März dieses Jahres ist die Platte Several Shades of Why von J. Mascis erschienen - sein erstes im Studio eingespieltes Akustik-Solo-Album überhaupt, um das es in diesem Post geht. Eigentlich ist J. Mascis ja der Kopf von Dinosaur Jr., einer meiner Lieblingsbands aus den 80ern, deren 1988er Album Bug (SST) als eine DER Independent-/Alternative-Rock-Scheiben überhaupt gilt und zu Recht mit in die 1001 Albums You Must Hear Before You Die aufgenommen wurde.
 
 
J. Mascis - Several Shades of Why (Sub Pop Records, 2011)
 
Im Vergleich zu früheren "Krachern" wie Freakscene (Bug) klingt J. Mascis heutzutage bzw. auf dieser Platte sehr viel ruhiger - aber gerade die verschachtelten Melodienläufe und Riffs mit den verschiedenen (Semi-)Akustik- und E-Gitarren gefallen mir unheimlich gut. J. Mascis verfügt (immer noch) über diese fragile, brüchig-rauchige, manchmal nölige Stimme, die man mag oder eben nicht - sie versprüht einen kruden Charme, wenn J. mal einen Ton nicht genau trifft oder die richtige Tonhöhe nicht ganz schafft... Andererseits gewinnt seine Musik genau dadurch dieses gewisse "Etwas" an Authentizität, das vielen perfekt eingespielten, aber glattgebügelten Produktionen abgeht.
   
 
Chic: lila Vinyl
 
In meiner persönlichen Hall of Fame aller Musiker nimmt J. Mascis sowieso einen Platz ganz weit oben ein, nicht zuletzt nach seiner bzw. Dinosaur Jr.´s Interpretation vom The Cure Klassiker Just like heaven.
  
   
Zurück zu Several Shades of Why. Ein Album zum entspannten, relaxten Hören - alle, die sich für Gitarrenmusik begeistern können und J. Mascis nicht kennen, sollten es sich mal anhören. Sicher, diese Platte wird bei den MTV Music Awards keinen Blumentopf gewinnen - dafür ist J. Mascis einfach zu weit weg vom Mainstream (gut so!).
 
Interessiert darüber hinaus wirklich noch jemanden, wie diese Platte klingt? Ok, das Ding ist nämlich nicht unbedingt "audiophil"; komischerweise waren mir die sogenannten "audiophilen" Platten noch nie so ganz geheuer... Several Shades of Why habe ich in letzter Zeit mit meinen Seas-Lautsprechern rauf und runter gehört, einfach weil gerade diese Art von Musik mit Breitbändern so viel Spaß macht.

1 Kommentar:

  1. Hoi Carsten,

    den Text habe ich noch nicht gelesen aber die Scheibe landete gleich bei mir auf dem Dreher, denn die wartete auch schon seit Wochen darauf mein 103er treffen zu dürfen.

    Grüße,
    Mathias

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