Freitag, 23. September 2011

Die Triode 50 (UX 250, CX 350)

Die Triode 50 (oder auch UX 250 bzw. CX 350) fristet unter Hifi-Fans eher ein stiefmütterliches Dasein. Sie ist ca. 1928 auf den Markt gekommen und wurde meines Wissens bis in die 1940er Jahre produziert. 25 Watt Anodenverlustleistung erlauben gem. Datenblatt eine max. Ausgangsleistung von 4,6 Watt.
  
Diese Röhre ist ziemlich selten und wird momentan zwischen ca. 200 und 325 US$ pro Stück angeboten, z.B. bei tubeworld oder old stock audio. Es gibt sie in drei "optischen Varianten": als "Ballon", als "300B-Form" und als etwas schlankere "2A3-Form".
   
 
Triode 50 von RCA Cunningham/Radiotron in Ballon-Form; Bildquelle: tubeworld.com
   
 
 
Sylvania und National Union 50 in Form einer 300B; Bildquelle: tubeworld.com
  
 
Hier das Datenblatt der 50:
 
 
 
Bei so geringen verfügbaren Stückzahlen gibt es naturgemäß kaum einen (mir bekannten) Hersteller, der mit dieser Triode einen Verstärker in Serie baut; gleichwohl gibt es z.B. beim Tube Amp Doctor Nachbauten der RCA-50 für 59 € pro Röhre:
   
 
Nachbau der RCA-50; Bildquelle: Tube Amp Doctor
 
 
Einen schönen Verstärker mit der Triode 50 habe ich bei Alex Ederer gefunden, der hobbymäßig Röhrenverstärker-Unikate baut:
 
   
Endstufe mit der Triode 50, hier eine SG-50 mit 6C8G als Treiber und AZ12 Gleichrichter, Bildquelle: Alex Ederer

1 Kommentar:

  1. Hallo Carsten,

    um die 50 hatte sich eine Weile lang ein regelrechter Hype aufgebaut, der aber inzwischen wieder stark nachgelassen hat. Der Grund für den Hype war schlicht, dass es relativ wenige 50 gibt im Vergleich zu anderen Trioden. Der Grund dafür wiederum ist die Tatsache, dass die 50 nur eine kurze Zeitspanne lang produziert wurde. Und sie wurde nicht sehr lange prpduziert, weil sie wohl zu ihrer Zeit wenig eingesetzt wurde, also nicht sonderlich beliebt war.

    Dass sie nicht sehr viel eingesetzt wurde hat wiederumm einen simplen technischen Grund. Dieser ist im Datenblatt unter Installation and Application notes zu finden: Jede herkömmliche Koppelmethode kann eingesetzt werden, solange gewährleistet ist, dass der Widerstand vom Gitter nach Masse 10kOhm nicht übersteigt. Dieser Staz ist fast schon zynisch, da der Maximalwert von 10K für den Gitterableitwiderstand sehr viele Koppelarten ausschliesst. Eigentlich ist die 50 fast nur mit Zwischenübertrager vernünftig zu betreiben.

    Der Grund für den niedrigen Gitterableitwiderstand sind recht hohe parasitäre Gitterströme die bei hohen Ableitwiderständen den Arbeitspunkt verschieben und zum 'Weglaufen' bringen können, was die Röhre zerstört.

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