Freitag, 11. November 2011

Tung-Sol 2A3 Dual-Monoplate

Dieses Pärchen Tung-Sol 2A3 kommt "echt NOS"  und jungfräulich aus den zugegeben nicht mehr ganz taufrischen Schachteln. Es wurde Anfang der 1950er-Jahre produziert und offenbart bei Betrachtung gegen das Licht, dass es sich tatsächlich um ein Pärchen Dual-Monoplates handelt, d.h., beide Triodensysteme haben eine separate Anode.
 
Im Laufe der Zeit verliert man zwar hin und wieder den Überblick, aber dieses Pärchen erinnerte mich an die bereits im Januar (2011) hier im Blog gezeigte  Ken-Rad 2A3 Dual-Monoplate und ein Vergleich ergab, dass der innere Aufbau beider Derivate bis auf marginale Differenzen (siehe oberes Glimmerplättchen & Aufhängung der Systeme) absolut identisch ist. Ob es sich bei den Tung-Sols evtl. sogar um "re-brandete" (furchtbar, diese Anglizismen!) Ken-Rads handelt, weiß ich nicht.
 
 
 
 
 
 
 
Auch dieses Pärchen weist die gleichen hervorragenden Eigenschaften wie die Ken-Rads auf, was bei quasi identischem Aufbau auch nicht wirklich verwundert: extrem geringer Brumm, keinerlei Nebengeräusche, extrem geringe Mikrophonie-empfindlichkeit und sehr geringes Rauschen.
 
Der Klang
Nun, ich könnte die Beschreibung der Ken-Rad 2A3 erneut herunterbeten, denn sie trifft exakt auf diese Tung-Sols zu - nur hat davon niemand etwas. Vielmehr möchte ich versuchen, sie ein wenig spezifischer im Vergleich zu anderen Derivaten einzuordnen.
  
Sie liegen klanglich nicht direkt zwischen RCA und Sylvania, sondern vereinen eher die Vorteile beider: RCA betont ja eher die Frequenzextreme, ist tendenziell analytischer als andere 2A3-Röhren und baut das Klangbild nicht so sehr von der Mitte her auf, klingt dabei gerade im Stimmenbereich etwas "grobkörniger" und "rauer". Sylvanias hingegen lösen nicht ganz so sehr auf, klingen aber seidiger und feiner und das Frequenzspektrum erscheint nicht so "auseinandergerissen", mehr aus der Mitte heraus, musikalische Zusammenhänge bleiben besser erhalten.

Die Tung-Sol ist (für eine 2A3, nicht absolut gesehen) extrem neutral, nimmt sich aus dem Geschehen zurück und spielt einfach Musik, sie lenkt nicht durch "eigene Interpretationen" ab. Dabei steigt sie tief in den Keller bzw. klettert "hoch hinaus", ohne dass es vordergründig wirkt. Schlacken- und allürenlos, bei extrem niedriger Störgeräusch-Grasnabe - eine wirklich tolle 2A3 ohne Zuckerguss und Euphonie!

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