Samstag, 26. Februar 2011

Review: Sorbothane-Absorber von bFly-audio

Eher zufällig bin ich auf die noch recht junge Firma bFly-audio (http://www.bfly-audio.com/) von Reinhold Schäffer aus Augsburg gestoßen. Im Produkt-Portfolio befinden sich derzeit diverse Sorbothane-Absorber und Gerätefüße; außerdem werden verschiedene Tuning-Maßnahmen für Plattenspieler sowie für Experience-Röhrenverstärker angeboten. Das Angebot wird abgerundet durch ein sehr interessantes NF-Kabel auf Flachleiterbasis; weitere Produkte und Servives befinden sich in Planung.

Nach einer ersten telefonischen Kontaktaufnahme hat Herr Schäffer mir umgehend unterschiedliche Sätze Sorbothane-Absorber unverbindlich zum Testen zugesandt, verbunden mit hilfreichen Tipps, wie die Absorber konkret einzusetzen seien, um besonders effektiv zu wirken.



Keine Domino-Steine: Meine Uchida-Endstufe hat auf den Absorbern bereits ihre Spuren hinterlassen... Sorbothane-Absorber HK2 und P2+ von bFly-audio


Sorbothane hat besonders gute Dämpfungseigenschaften und eignet sich daher ideal, um den Einfluss etwaiger Schwingungen, wie z.B. durch Trittschall, zu minimieren. Auf der Website von bFly-audio findet sich eine interessante Darstellung der Eigenschaften verschiedener Materialien, die häufig als Dämpfungsmaterial eingesetzt werden:




Demzufolge sei das Ausschwingverhalten bei Sorbothane um ein Vielfaches besser als bei anderen Materialien. Aber alle Theorie ist grau und die Wahrheit liegt "auf´m Platz". Also probierte ich die Absorber gespannt jeweils einzeln nacheinander unter den verschiedensten Geräten aus, um Effekte besser nachvollziehen zu können: Unterschiedliche Plattenspieler, der Vorverstärker Audio Note M2 Phono ("HK2") und die Uchida-Endstufe ("P2+") wurden nacheinander "aufgebockt". Die Druckstellen, die meine Uchida auf den P2+ Absorbern hinterlassen hat, können bei Hohlfüßen wie bei der Uchida passieren - wenn man, wie ich, die Absorber falsch herum benutzt. Bei der "+"-Serie befindet sich eine Metalleinlage auf der Seite mit dem Klebestreifen und diese Seite gehört nach oben, so werden ungleichmäßige Deformationen der Sorbothane-Schicht vermieden.



 Sorbothane-Absorber P2+ unter der Sun Audio Uchida


Tja, was soll ich sagen: Gemessen am vergleichsweise niedrigen Preis, der für diese Tweaks aufgerufen wird, ist es fast fahrlässig, dass ich mich nie zuvor näher mit dem Thema Dämpfung/Entkopplung beschäftigt und bis dato soviel Klangpotenzial verschenkt habe! Wichtig ist es dabei zu beachten, dass die max. zulässige empfohlene Belastbarkeit nicht überschritten wird, damit das Material optimal wirken kann. Zudem empfiehlt Herr Schäffer, bei den halbkugeligen HK2-Elementen die flache Seite nach oben auszurichten. Insbesondere die HK2 Absorber verfügen über eine recht weiche Konsistenz und sind bei zu hoher Belastung nicht nur platt, sondern das Gerät steht instabil.

Vor allem unter der Endstufe, aber auch unter dem Vorverstärker hatten die Absorber einen besonders großen Effekt. Das Klangbild wurde stabiler, etwas weniger unruhig und man hatte das Gefühl, dass die einzelnen Stimmen und Instrumente jeweils felsenfest an ihrem Platz verankert waren. Außerdem nahm bei einigen "Spezis" meiner 2A3- und 300B-Endröhren, die tendenziell dafür bekannt sind, etwas mikrophonieempfindlicher als ihre "Kollegen" gleichen Typs zu sein, eben diese Mikrophonieempfindlichkeit ab. Das erstaunte mich insofern, als der Mikrophonieeffekt insbesondere durch Direktschall der Lautsprecher ausgelöst wird - der Absorber-Effekt aber meiner Erwartung nach vor allem gegen Trittschall-Einflüsse wirksam sei.

Da haben wir eine schöne Bestätigung dafür, dass die Wahrheit tatsächlich "auf´m Platz" liegt. Bemerkenswert ist zudem, wie sehr der Mensch ein Gewöhnungstier ist: Nachdem ich die Absorber unter den Geräten wieder entfernte und Musik hörte, fiel mir schnell auf, dass es nun irgendwie "schlechter" in Form von mehr "Unruhe" im Klangbild als vorher tönte - dahin wollte ich nicht wieder zurück! Also habe ich die Absorber schnell wieder unter die Geräte gesetzt - und da bleiben sie jetzt auch...

Als kleine Vorausschau möchte ich einen Blick gewähren auf das Kabel bFly FC1, welches Herr Schäffer mir ebenfalls nach entsprechender vorheriger Einspielzeit zugeschickt hat. Es ist ein laufrichtungsfixiertes NF-Kabel auf Flachleiterbasis, welches derzeit bei mir zwischen Vor- und Endstufe hängt. Die ersten Eindrücke sind außerordentlich vielversprechend, allerdings möchte ich ganz in Ruhe weitere Eindrücke sammeln. Ich denke, in ca. 3 Wochen werde ich Näheres in einem separaten Posting berichten.



NF-Kabel bFly FC1 auf Flachleiterbasis

Donnerstag, 24. Februar 2011

2A3 vs. 300B: Review Electro-Harmonix 300B Gold

Gerade bei der Kult-Röhre 300B sieht´s auf dem NOS-Markt inzwischen recht mager aus: Wenn überhaupt noch NOS-Typen aufzufinden sind, dann werden z.B. für ein gematchtes "altes" Western Electric Pärchen aus den 1950ern aktuell locker um die 3.900 US$ aufgerufen - gnädigerweise ist da schon weltweiter Versand inklusive... Aber auch Western Electric Re-Issues (ab den späten 1980ern) oder Cetrons sind inzwischen sehr rar - und teuer, wenngleich hier noch nicht der Vogel so abgeschossen wird wie bei den alten WE. Da bleibt oft keine andere Möglichkeit, als sich neue Nachbauten zu besorgen, die heuer ja üblicherweise schon mit vielen aktuellen Verstärkern ausgeliefert werden.
 
Die Electro-Harmonics 300B stellt mit ca. 124 € für ein gematchtes Pärchen den wohl günstigsten Einstieg in die 300B-Welt dar; die hier vorgestellte "Gold"-Version gibt´s für ca. 148 €.




Und auf den Norddeutschen Hifitagen in Hamburg wurde jüngst die Voxativ Ampeggio mit Trafomatic-Verstärkern vorgeführt, wobei die Line-Vorstufe (!) Trafomatic Line One (Kostenpunkt immerhin 2.670 €) sogar 300B-Röhren ("Gold"-Version) von Electro-Harmonix gesteckt hatte... Da ist man wohl offenbar von den Qualitäten dieser Röhre überzeugt:
 

 
Ok, probieren wie das gute Stück also mal selbst. Mechanisch ist die Röhre recht gut gemacht, beim "Finger-Schnipps-Test" rasselt´s zwar minimal; die Röhre ist im Betrieb allerdings dennoch nicht besonders mikrophonieempfindlich. Der Sockel ist robust, insgesamt macht die Röhre einen durchweg vernünftigen Eindruck. Einzig die Sockel-Stifte scheinen ein Gegenklopfen bis in die Röhre hinein zu übertragen.
 





Der Klang
Die Electro-Harmonix 300B "Gold" läuft sauber und störgeräuschfrei hoch, allerdings habe ich sie trotz "intensiver Fummelei" an den Brummabgleichpotis nicht so brummfrei hinbekommen wie z.B. die Cetron 300B. Fürderhin empfand ich den geringen Restbrumm nicht als störend - aber hier bin ich zugegebenermaßen eh´ recht großzügig. (Es soll ja empfindsame Gemüter geben, die wegen ein wenig Restbrumm ihrer Triode gleich die Krise kriegen und sich ernsthaft die Frage stellen, ob ein Sand-Verstärker nicht doch die bessere Wahl wäre... unglaublich, aber ich habe kürzlich tatsächlich so jemanden kennen gelernt - aber das glaubt mir ja sowieso niemand.)

Die Electro-Harmonix verfügt weitgehend über alle typischen 300B-Tugenden wie Wucht, einen vollmundigen Grundton und ein (recht) gutes Auflösungsvermögen. Allerdings "atmet" sie nicht so frei wie z.B. die Full Music 300B: Einige Details gerade im Stimmenbereich wirken ein wenig stumpfer und weniger farbig. Im Vergleich zur Cetron 300B fällt auf, dass der Präsenzbereich etwas härter und nicht so seidig-weich klingt; zudem gelingt der Electro-Harmonix nicht so eine weiträumige, großzügige Staffelung der Bühne - sie klingt ein wenig "enger", irgendwie "gepresster".

Trotzdem ist die Electro-Harmonix 300B "Gold" ihr Geld absolut wert und ideal, um ein neues Gerät mit eben dieser ausgelieferten Röhre zunächst einmal kennen zu lernen. (Immerhin kann man sich für das Geld eines alten WE 300B-Pärchen mehr als 20 Pärchen Electro-Harmonix 300B kaufen.)  Später wird dann aber doch der Wunsch nach einer 300B NOS-Type aufkeimen - allein, diese aufzutreiben dürfte zunehmend schwieriger bis unmöglich werden und irgendwo muss man sich schon auch fragen, ob es wirklich sinnvoll ist, für eine NOS 300B nochmal das gleiche Bündel Scheine hinzublättern wie für das eigentliche Gerät... Dennoch möchte ich klar betonen, dass m.E. die Electro-Harmonix 300B ("Gold") als Einstiegslösung zur Schonung des Budgets durchaus akzeptabel ist, aber als langfristige Lösung werden richtige SET-Maniacs mit dieser Röhre dann doch nicht leben wollen.

Dienstag, 22. Februar 2011

Cheap Trick: Pro-Ject Debut III Esprit mit Ortofon VinylMaster Red und DIY-Wandhalterung

Ok, ok, ich kann mir schon das müde Lächeln der Jungs mit ihren Garrards, Simon Yorkes und Platine Verdiers vorstellen, die verschnupft schnell weiterklicken - sei´s drum, jetzt sind wir Interessierten unter uns.

Die Situation, in der ich selbst vor etlichen Jahren steckte - nach zwischenzeitlich kompletter Aufgabe des Hobbys Hifi aus Frust (das war auf dem Höhepunkt meiner von der verlogenen Presse gehypten Transistor-Compact Disc-Polypropylen-Mehrwege-Testsieger-Schrott-Multi-vielzuviel-k€-Anlage) - war folgende:

Irgendwie "juckte" es mich nach 2-3 Jahren  dann doch wieder in den Ohren und ich wollte nicht glauben, dass man nicht gut Musik hören konnte; eine neue Anlage sollte her. Transen, CD und Blubber-Gummi-Chassis schieden jedoch kategorisch aus - dass man damit keine Musik hören konnte, war mir ja durch teure Fehler schmerzhaft bewusst geworden. Wahrscheinlich war ich bis dato einfach zu mainstreamig und borniert in meiner Sichtweise gewesen, einfach nicht offen für bestimmte Konzepte. Völlig unvoreingenommen hörte ich mir Röhren-Amps an und war recht angetan und spätestens bei Trioden wusste ich: das isses! Klar, bei Trioden geht nur ganz oder gar nicht und das kostet halt ein paar Scheine. Die Lautsprecherfrage war relativ unproblematisch - eine für Trioden-Amps geeignete DIY-Lösung aus einem Selbstbaumagazin sollte es für den Wiedereinstieg sein - für einen Nicht-Fünfdäumling kein Problem, aber das Thema Plattenspieler als Ex-CD-Jünger war für mich doch komplex: viele Modelle, noch mehr Philosophien und etliche davon nicht eben aus dem Billig-Regal. Hier sollte es zunächst eine "auf Nummer Sicher" Einsteiger-Lösung sein, die - auch mit Blick auf einen späteren Wiederverkauf - keine finanziellen Löcher riss.

PhonoPhono aus Berlin war mir da in meiner Entscheidungsfindung übrigens extrem hilfreich und es wurde dann der Pro-Ject Debut III Esprit mit Ortofon VinylMaster Red für knapp 400 €.




Ich will hier jetzt gar nicht bekehrend darlegen, was der Plattenspieler gut oder nicht so gut, besser oder schlechter als seine Preisklassenkollegen kann und wie nah er möglicherweise an diesen oder jenen teureren Spieler heranreicht. Meines Erachtens ist diese Kombination einfach eine hochanständige fürs Geld; sicher bekommt man z.B. bei Rega, um nur einen anderen Hersteller zu nennen, vergleichbare Qualität.

Worauf es mir jedoch ankommt ist aufzuzeigen, dass trotz überschaubaren finanziellen Einsatzes beim Plattenspieler sehr gutes Musikhören möglich ist. Aus meiner Sicht sollte - wenn denn an einer Stelle beim (Wieder-)Aufbau einer hochwertigen Kette gespart werden muss - auf keinen Fall der Amp dran glauben müssen. Der Verstärker ist das Herzstück der Anlage und wird zuerst festgelegt, um dann den entsprechenden Lautsprecher für den Amp zu suchen. Findet man ihn nicht, muss man halt selbst bauen, bis es passt. Aber am ehesten lässt sich jedoch eine anfängliche Einsparung beim Plattenspieler verschmerzen. Der Unterschied zwischen einem Plattenspieler für 400 € und einem für 2.000 € ist im Endergebnis nicht so groß wie der Unterschied zwischen einem Röhren-Amp für 1.000 € und einem für 2.600 €...

Das schöne ist, dass man beim Plattenspieler so viele Tweaks und Tuning-Tricks ausprobieren kann. Masselaufwerk-Maniacs werden möglicherweise widersprechen, aber für mich gehört ein Plattenspieler an die Wand auf eine entsprechende Vorrichtung, um den empfindlichen Trittschall zu minimieren. Einige Plattenspieler-Hersteller bieten diese direkt an, aber man kann sie sich für den Einsatz von deutlich weniger als 50 € auch selbst bauen. Einschlagmuttern, Messing-Spikes, Kontermuttern, Plättchen/Aufnahmen für die Spikes, 12mm-Birkenmultiplex und zwei Halterungen mit Schrauben - Löcher für Einschlagmuttern vorbohren und Kabeldurchführungen aussägen - that´s it.





Durch diese Maßnahme gewinnt die Wiedergabequalität nochmal deutlich - wenn man diese Halterung absolut in Waage montiert hat, versteht sich...

Bis heute bereitet mir der Pro-Ject als Test- und Zweitanlagenspieler viel Freude und ganz ehrlich - auf diese Weise macht Musikhören einfach viel mehr Spass als mit irgendeinem Zig-Tausend-Euro-CD-Spieler. Ob da die Haptik, psychoakustische Effekte oder das verklärte Ohr des stolzen Bastlers eine Rolle spielen und diesem hier ein Schnippchen schlagen: Interessiert das wirklich jemanden?! Eben. Wichtiger ist, dass sich die Zeit bis zu den dicken Garrards & Co. erstaunlich lange zufrieden überbrücken lässt und ich den Pro-Ject bis heute nicht wieder verkauft habe...

Samstag, 19. Februar 2011

Der Sun Audio Uchida Club - oder auch "Uschi-Club"

Ich bin überhaupt kein Vereinsmeier und gedenke auch nicht, nun einer zu werden. Allerdings habe ich in der kurzen Zeit des Bestehens dieses Blogs viele Kontakte zu anderen Uchida-Besitzern geknüpft und einer regte an, für die "Uschi", wie die Uchida von einigen liebevoll genannt wird, einen Club zu gründen.
 
Nun, aus diesem Grund habe ich eigens eine "Uchida-Galerie"-Seite in diesem Blog eingerichtet - siehe obere Menüleiste unter dem header. Jeder Uchida-Besitzer kann mir gerne einige Bilder und - wer mag - einige ergänzende Zeilen z.B. zu Besonderheiten der Ausführung der Geräts, Alter, verwendete Röhren etc. an carsten.bussler@web.de senden. Ich werde die "Uschi" dann mit in den "Uschi-Club" aufnehmen, sprich Bilder und Text in die Seite "Uchida-Galerie" einfügen. Bitte nicht vergessen mitzuteilen, ob der Name anonymisiert werden soll oder nicht.
 
Hier nur ein kleiner Bilder-Vorgeschmack meiner "Uschi", den Rest gibt´s dann in der "Uchida-Galerie": http://2a3-maniac.blogspot.com/p/uchida-galerie.html



"Uschi" bei Nacht


 
Valvo AZ12 mit "Mesh"-Anode
 
 
Um etwaigen Missverständnissen vorzubeugen: Ich distanziere mich in aller Deutlichkeit von den Symbolen auf dieser Röhre, habe aus historischen Gründen jedoch bewusst auf die Verpixelung oder anderweitige Unkenntlichmachung der Symbole verzichtet.

 

Valvo ECC40


Wer mag, schaut noch einmal für weitere Infos in mein erstes Blog-Posting über meine Uchida: http://2a3-maniac.blogspot.com/2010/12/sun-audio-uchida-sv-2a3.html.

Mittwoch, 16. Februar 2011

Klassiker restaurieren? Frag den Röhrenprofessor Uli Apel!

Eigentlich habe ich Uli Apel im AAA Forum kennen gelernt – sofern man in der virtuellen, anonymen Welt des world wide web von "kennen lernen" sprechen kann… Persönlich getroffen habe ich den rührigen Hifi- und Elektrotechnik-Tausendsassa dann in Hamburg auf den Norddeutschen Hifi-Tagen – als Frohnatur, trotz des an diesem Wochenende vorherrschenden Hamburger Schmuddelwetters bestens aufgelegt und in der Veranstaltungshektik immer die Ruhe selbst.

Seine Website (http://www.apelton.de/) bietet eine Fülle an Informationen rund um Röhren-Messtechnik, Röhrenverstärker, Studiotechnik und vieles mehr – sehr lohnenswert, da mal vorbei zu schauen. Uli ist Rundfunk- und Fernsehtechniker, Diplom-Ton-Ingenieur, in diversen Verbänden aktiv und hat u.a. bei Firmen wie Sony, Studer und Sennheiser seinen reichen Erfahrungsschatz angesammelt – selbst für die Durchführung von DIY-Workshops (Röhrengeräte!) findet er noch Zeit…

 

 
Sein großer "Fuhrpark" an Präzisionsmessgeräten, Originalteile, Messbänder sowie alte Firmenschriften und Datenbücher bilden die Basis für Restauration, Überholung und Reparatur von Klassikern. Aber wie immer sagen Bilder mehr als 1000 Worte:


 A700 neu eingemessen


Sansui Tuner repariert


ASC 6002 011


Wer also sein "Vintage-Schätzchen" – ob Röhrenverstärker, Bandmaschine, Equalizer o.ä. – reparieren oder überholen lassen möchte: Bei Uli Apel ist es in besten Händen!

Montag, 14. Februar 2011

Follow-up: Für SET geeignete Lautsprecher / Hochwirkungsgrad-Lautsprecher


Nachdem mein Post "Für SET geeignete Lautsprecher" sehr viel (positive) Resonanz erfahren hat, möchte ich an dieser Stelle ein "Follow-up" vorstellen. (Altes Post:
 
Ohne einen Anspruch auf Vollständigkeit erheben zu können, möchte ich den Fokus insbesondere auf die Preisspanne zwischen ca. 2.000 und 10.000 € legen – sicherlich der Bereich, der für viele vertretbar bzw. angemessen ist. Gewiss gibt es auch viele interessante Lautsprecher im 5-stelligen Euro-Bereich – wer jedoch so viel Geld in die Hand zu nehmen bereit ist, weiß m.E. schon sehr genau, was er will.

In vielen Foren wird das Thema, welche LS für kleine Eintakter passend sein könnten, ebenfalls munter diskutiert. Berücksichtigung finden in der folgenden Liste nicht zwingend nur LS, die ich persönlich gehört habe sondern auch solche, deren Konzept mir interessant erscheint. Voraussetzung ist jedoch ein Wirkungsgrad von mindestens 92 dB/W/m – in Verbindung mit einem "braven" Impedanzverlauf die untere sinnvolle Wirkungsgradgrenze für SET mit Leistungen zwischen 1,5 und 7 Watt. (Die Haigner Rho hat nur einen Wirkungsgrad von ca. 90 dB/W/m – hier ist in der eigenen Hörsituation (Raumgröße moderat, Amp eher 300B als 2A3 oder 45) Probieren angesagt.) Bewusst habe ich auch einige mir interessant erscheinende DIY-Konzept aufgeführt.

"Custom":
- Auditorium 23 Hommage SoloVox (mein persönlicher "all time" Favorit)
- Auditorium 23 Rondo
- Audiophil Auditorium
- Audio Note AN-E/Lx-HE
- Blumenhofer Fun 17
- Dynamikks! dB8, Soundmaster sowie (fast alle) früheren Dynavox-Lautsprecher von Ulf
  Moning wie z.B. Dynavox 2.0; 2.1 und 3.2 (gebraucht kaufen – es lohnt sich!)
- Haigner Rho
- Hornmanufaktur Akusmatik A90
- Martion Bullfrog
- Odeon Rigoletto
- Tocaro 40d

"DIY":
- "Breezer" – Klang und Ton 2/2011
- Fostex FE206 - "Recommended Horn" (Bauvorschlag Fostex)
- BK 201 KH - Hobby HiFi 6/2007
- BK 208 MKII - Hobby HiFi 1/2005

Unterm Strich zählt natürlich wie immer nur der eigene Geschmack bzw. der eigene Höreindruck am eigenen Verstärker – daher werde ich hier keine näheren Empfehlungen aussprechen. Preise, Wirkungsgrade und weitere Informationen bitte ich direkt den Herstellerseiten zu entnehmen.
                         
Eine ergänzende Anmerkung zur Rondo in eigener Sache:
Mit Bedauern erfüllt mich die Tatsache, dass dieses geniale Auditorium 23 Design-Konzept offenbar skrupellos kopiert, mit anderen Treibern (z.B. SABA Greencones) ausgestattet und (semi-)professionell am Markt angeboten wird. Sicher haben SABA-Greencones ihre Reize und natürlich steht es jedem frei, alte Dampfradios zu schlachten (ebenso bedauerlich).

Allerdings reichen die SABAs qualitativ nicht annähernd an die Salabert-Treiber der Rondo heran – genau das wird dem Unbedarften durch das mit der Rondo identische Gehäuse-Design suggeriert. In der Konsequenz werden einige eher die deutlich billigeren Rondo-Kopien (mit anderen Treibern) kaufen, was dem Umsatz rühriger Manufakturen wie Auditorium 23 oder PHY-HP (Salabert) mit ihrem enormen Erfahrungsschatz schadet – genau den Manufakturen, die das Salz in der Suppe unseres Hobbys sind…

Ich kann und will nicht verhehlen, dass mir das Auditorium 23 außerordentlich sympathisch ist. Als Anregung, sich eigene Gedanken zu diesem Thema zu machen, mag folgender Beitrag auf 6moons dienen:

Donnerstag, 10. Februar 2011

2A3 vs. 300B: Review National/Cetron 300B


Gerne möchte ich an dieser Stelle die Cetron 300B vorstellen – für viele, die sich nach der "originalen" 300B von Western Electric oder nach deren späterem "Re-Issue" sehnen, diese jedoch nicht auftreiben können oder konnten, eine durchaus sehr zufriedenstellende Alternative. Leider ist aber auch die Cetron 300B inzwischen nur noch schwer aufzutreiben…
 







Die beiden auf den Fotos abgebildeten Röhren sind technisch völlig identisch, jedoch ist die eine auf dem Sockel mit "National Electronics" (Geneva, Illinois/USA) belabelt. Hintergrund: Diese 300B wurde ursprünglich von National gefertigt, später hat Cetron das Werk gekauft bzw. die Fertigung übernommen – ab diesem Zeitpunkt waren es halt "Cetrons". Beide Röhren bilden jedoch ein schönes Pärchen, wobei die Röhren zwar nicht aus einer Produktions-Charge kommen – aber das soll uns im Folgenden nicht weiter stören.
 








Der Klang
Die Röhren laufen sehr schön hoch, ohne irgendwelche Störgeräusche von sich zu geben. Außerdem sehr positiv: kaum wahrnehmbarer Brumm und ein sehr geringes Rausch-Niveau, gleichwohl ich nach dem ca. 20-minütigen "Warm-up" an den Potis für den Brummabgleich noch einmal etwas nachjustieren musste. Auch sind sie wenig mikrophonieempfindlich: Selbst ein Schnipsen gegen die Röhre im Betrieb führt so gut wie gar nicht zu entsprechenden "Antworten" aus den Lautsprechern.

Im direkten Vergleich zur Full Music 300B/n machen diese Cetrons schnell klar, dass sie auf höherem klanglichen Niveau unterwegs sind. Der Tieftonbereich spielt griffiger, präziser und "verschludert" keine noch so feinen Ausschwinggeräusche – hier ist die Full Music etwas "großzügiger". Wucht, Timing, Timbre, Tiefgang – hier stimmt alles, das macht sie zugegeben auch besser als eine Raytheon 2A3 Dual-Monoplate oder als eine Fivre 2A3 Monoplate.




Die Cetrons sezieren das Klangbild (in der subjektiven Wahrnehmung) auch weniger als die Full Musics in Bass- bzw. Grundtonbereich, Stimmenbereich und Präsenzbereich – sie spielen integrativer, lenken nicht so sehr ab sondern richten den Fokus auf die Musik selbst. Sie lassen die Kohärenz musikalischer Strukturen intakt.

Wunderschön weiträumig positioniert die Cetron die Musiker auf der imaginären Bühne hinter den Lautsprechern, Klavieranschläge oder das "Wischen" von Fingern über Gitarrensaiten werden sehr detailliert und farbig dargeboten. Insbesondere Frauenstimmen machen viel Spaß – in Sachen Raumausleuchtung und Stimmenwiedergabe kommen sie damit sogar sehr nahe an eine Fivre 2A3 Monoplate heran.

Der Präsenzbereich ist weniger offensiv als bei einer Full Music 300B/n, sondern wiederum mehr eingebunden und unter den Scheffel der Musik gestellt. Fast seidig-weich, ohne jedoch Details zu verschleifen – sehr schön!

Wer also irgendwo eine Cetron 300B in anständiger Qualität auftreiben kann, sollte sich glücklich schätzen und zugreifen. Nicht ohne Grund wurde "damals", als Geräte von Ken Shindo noch in Deutschland vertrieben werden durften, die "Concertino" mit dem Western Electric Re-Issue der 300B angeboten oder alternativ mit der Cetron 300B.

Dienstag, 8. Februar 2011

2A3 vs. 300B: Review Full Music 300B/n

Wer jetzt einen Bericht darüber erwartet, welche Röhre die "bessere" ist - die 2A3 oder die 300B -, liegt falsch. Die etwaige Suggestivkraft des "vs." in der Überschrift möchte ich sofort entkräften: Mir geht es nur um die Gegenüberstellung der Charaktereigenschaften beider Röhren.

Für viele derer, die mit der Anschaffung einer Single-Ended-Triode liebäugeln, stellt sich die Frage nach dem Triodentyp. Bereits an anderer Stelle (http://2a3-maniac.blogspot.com/2011/01/die-triode-2a3.html) habe ich einige weitere Triodentypen aufgezählt; allerdings sind die 2A3 und die 300B die geläufigsten. Insbesondere die 300B genießt ja inzwischen Kultstatus. Daher freut es mich besonders, auch die 300B ohne weitere Maßnahmen (bis auf den Brummabgleich) in meine Sun Audio Uchida stecken zu können.

Die Full Music 300B/n kommt als gematchtes Pärchen in einem schönen, ausgeschäumten Karton inkl. Messkarten mit den gemessenen Kennlinien daher:
 




Full Music ist ein kleiner, rühriger Betrieb aus Tienjin/China, bekannt für gute Qualität und dafür, sich sehr eng an die originalen Spezifikationen zu halten. Full Music (http://www.tube-fullmusic.com/) ist nicht über einen Kamm zu scheren mit der üblichen "China-Kracher-Ware"! Zwar ist die 300B/n nicht ganz billig, aber schon die Haptik beim Auspacken legt nahe, dass man einen rellen Gegenwert für sein Geld erhält. Full Music fertigt übrigens u.a. auch sehr anständige Nachbauten der 2A3, 45, PX4 und PX25!

Bei oberflächlicher Betrachtung der Anode aus der Ferne schießt einem sofort "Mesh" durch den Kopf, doch bei näherer Betrachtung wird erkennbar, dass es sich "nur" um ein gelochtes Blech handelt; fast erinnert die Struktur an eine Datenspur auf CD:






 
Auch im Betrieb kommt heimelige Atmosphere auf:






Der Klang
Die Full Music 300B/n klingt im Vergleich zur 2A3 (Fivre, KenRad, Raytheon) kräftiger und kerniger. Der Bass geht tiefer in den Keller, lediglich die Raytheon kann ihr in Sachen Wucht ein wenig Paroli bieten, geht aber auch nicht so tief herunter. Die 300B/n spielt hier locker ihren Leistungsvorteil aus - man "spürt" förmlich, dass sie mehr headroom hat. Allerdings gehen in dieser Wucht minimalste Details unter - der Grundton und der Bass der 2A3 schwingen einfach feiner und schlackenloser, lassen feinste Nuancen besser erkennen. Wenn´s allerdings drauf ankommt (AC/DC & Co.), dann spielt die 300B/n hier ihre Souveränität klar aus und schiebt einfach mit mehr Dampf.

Im direkten Vergleich wirkt der Hochton- und Präsenzbereich der 2A3 im Vergleich zur 300B/n etwas "unterbelichtet" - das ist jedoch eine Sache der Gewöhnung. Die 300B/n vermag im Vergleich feinste Details bisweilen (fast etwas vorlaut) auf dem Silbertablett zu servieren als wollte sie sagen "Nun greif endlich zu!". Die 2A3 bindet den Präsenzbereich einfach besser in die Musik ein und belässt ihn etwas mehr im Hintergrund, ohne jedoch feinste Details gänzlich zu unterschlagen.

Im Mitten-/Stimmenbereich macht keine andere Röhre der 2A3 etwas vor - so auch die 300B/n nicht. Der Raum wirkt bei der 2A3 minimal "präsenter" und besser ausgeleuchtet, hat einfach etwas mehr Atmosphäre. Trotzdem keine wirkliche Kritik an der Leistung der 300B/n an dieser Stelle - die Unterschiede sind unter dem Strich gering.

Insgesamt spielt die Full Music 300B/n in der Gesamtabbildung etwas flach im Vergleich zu anderen 300B (ein weiteres 300B-Review folgt bald), ist aber ihr Geld ob der dargebotenen Qualität mehr als wert. Wucht, Spielfreude und Temperament sind Eigenschaften, durch die diese Röhre besticht. Allerdings ist sie etwas mikrophonieempfindlich, wie ich finde.

Samstag, 5. Februar 2011

Bericht über die Norddeutschen Hifi-Tage 2011 in Hamburg

Na, das war heute ein richtiges Hamburger Schmuddelwetter - da hat man sich doch gern drinnen im Holiday Inn aufgehalten um zu sehen und zu hören, was Hersteller und Vertriebe denn so "Leckeres" mitgebracht haben. Zunächst habe ich der Analog Audio Association einen Besuch abgestattet, um endlich mal Gesichter zu denjenigen zu haben, mit denen man sich sonst im Forum so austauscht. "Röhrenprofessor" Uli Apel war da und lud mich gleich ein, Fotos vom sicherlich freakigsten Gerät der Ausstellung zu machen:
 
 



Ach ja, eine AAA-Wundertüte gab´s auch noch - danke!


 

Blumenhofer hat seine "Fun 17" mit Einstein-Verstärkern vorgeführt - eine Kombination, die richtig Spass machte. Ich muss sagen, dass mir die Fun 17 richtig gut gefiel. Leider kratzt ihr Wirkungsgrad mit 92 dB eher am unteren Ende dessen, was von meiner 3-Watt-Triode noch mit Wohlklang goutiert wird. Das soll aber keine Kritik sein. Zu Einstein habe ich eh´ eine positive Assoziation - obwohl "Transe", mochte ich meinen "Ur-Einstein"-Vollverstärker damals richtig gern. Damals, vor meiner Triodenzeit... Außerdem war/ist das Design wirklich einmalig; die heutigen Einsteins sind mir dagegen etwas zu "chromig", gerade so, als wollten sie sich bei Karl Protz anbiedern, dem es Banane ist, ob er sich Burmester, Jadis oder eben Einstein ins Designer-Wohnzimmer stellt - Hauptsache, dem Besucher wird signalisiert: "Teuer!"
 
 

 
 
Der absolute Knüller und für mich das Highlight waren allerdings die Kraut Audio Lab. Röhrenverstärker von Wegscheider Electronic Design. Sehr angeregt unterhielt ich mich mit Herrn Wegscheider, der seinen Vollverstärker Authentic EL84pp und den MF20A Mono-Block mitgebracht hatte (siehe Bilder unten). Durch den Direktvertrieb kann Herr Wegscheider seine Geräte zu - wie ich meine - überaus attraktiven Preisen anbieten. Derzeit wird das Programm vom Vorverstärker MF20B (ohne Foto) abgerundet. Demnächst soll ein neuer Vorverstärker mit Röhren-Phonostufe und Röhrengleichrichtung erscheinen - das könnte genau mein Ding sein, zumal jeder RAL-Ton für das Gehäuse möglich ist und ich die Farbe meiner Uchida wählen könnte! Und endlich mal ein Vorverstärker in offener Bauweise, der zeigt, was er hat: Röhren! Dem Vernehmen nach hatte sogar "Röhrenprofessor" Uli Apel beim (elektrischen) Design seine Finger mit im Spiel und hat im AAA-Vorführraum sogleich Kraut Audio Lab. in der Kette spielen lassen.
  
Also, Herr Wegscheider: Wenn der Röhren-Phono-Vorverstärker fertig ist, bitte bei mir melden! Weitere Infos: http://www.kraut-audio.de/
 
 

 
 
Voxativ war auch vertreten und stellte seine "Ampeggio" an interessanten Verstärkern von Trafomatic vor: Vorstufe "Line One" mit 300B (!), Mono-Endstufen "Kaivalya" mit EL84. Wie beim Preis für die Voxativ Ampeggio nicht anders zu erwarten, klang dieses Horn wirklich großartig!




 
 
Simon Yorke gab´s auch zu hören - mit Tangentialtonarm. Klanglich anmachende Perfektion, ich glaube, besser kann man Schallplatten nicht spielen... Nein, ich bin mir dessen sogar absolut sicher. Optik, Haptik - für meinen Geschmack einfach unerreicht. Ich hatte gehofft, mir diesen Plattenspieler in einer unbeobachteten Minute schnell unter den Arm klemmen zu können und die Veranstaltung durch den Hintereingang zu verlassen - der Simon Yorke ist nämlich leider ganz knapp außerhalb meines Budgets. Aber hier war so viel Andrang in der Bude...
 
 
 
 
Hifi-aus-Deutschland.de stellte eine sehr schöne Anlage mit Scheu Laufwerk Blue Cello, Jelco-Arm und MC Scheu S vor sowie den schnuckeligen, fein klingenden Odeon Orfeo:
 
 

 

Hier noch einige weitere Impressionen: