Mittwoch, 18. Januar 2012

Hörerlebnis - Das Magazin für High Fidelity

Ich möchte hier ein Magazin in den Fokus rücken, welches von vielen Szene-Kennern zwar geschätzt wird, meines Erachtens allerdings viel zu wenig breitere Beachtung findet: das Hörerlebnis. Dafür mit ein Grund ist sicherlich der Umstand, dass es das Hörerlebnis in Deutschland, Österreich und der Schweiz zwar bei insgesamt ca. 60 Fachhändlern zu kaufen sowie direkt online beim Verlag als Abo gibt - aber an keinem noch so gut sortierten Kiosk.
 
Das Hörerlebnis erscheint quartalsweise und kommt stets im DIN A5-Format daher - als reiner Schwarz-Weiß-Druck (diese "Farbgebung" passt übrigens recht gut zu meinem Blog, finde ich). Das macht sicherlich einen großen Teil des speziellen Charmes dieses Magazins aus, dessen redaktionelle Wurzeln bis auf "DAS OHR" zurückreichen.
     
   
Das Besondere und heutzutage wirklich Außergewöhnliche an diesem Magazin ist jedoch, dass es völlig ohne Werbung auskommt - nicht eine einzige Seite, auf der die üblichen Branchengrößen ihre markigen Werbeslogans unter polierten, panzerdicken Chromfrontplatten platzieren! Sehr angenehm - das verdient große Anerkennung. Wer sich so unabhängig macht, der kann auch unabhängig (und ehrlich) über Geräte berichten und ist darüber hinaus nicht verpflichtet, Berichte über sowieso wohlbekannte Geräte aus dem Portfolio von Branchenprimus "X" bringen zu müssen, nur weil dieser die dicksten Anzeigen schaltet. Und wird andererseits auch mal ohne Scheu über feine Produkte kleiner Hersteller berichten, die in anderen Magazinen keinerlei Beachtung finden - weil sie nicht über ein entsprechendes Werbebudget verfügen, das es ihnen erlaubt, sich einen Bericht zu "erkaufen" und diese Geräte darüber hinaus womöglich in der Lage sind, den "Großen" mehr als nur am Zeug zu flicken...

Aber es soll ja hier um das Hörerlebnis gehen - keine weiteren Seitenhiebe also, versprochen. Meine erste "Leseerfahrung" habe ich in Ausgabe 23 gemacht, irgendwann Ende der 1990er-Jahre also. In besonderer Erinnerung ist mir hier der Bericht "Dreamteam" von Heiko Ambroz geblieben - ein 18 (!) Seiten langer Beitrag über eine Kette der damaligen MusicConnection, bestehend aus den Dynavox 2.5.3 Lautsprechern, More Fidelity Röhrenverstärkern und einem Horstmann und Petter "Ullysses" Laufwerk. Dieser Bericht hat mich dann später bewogen, mir eine ähnliche Kette aufzubauen (Dynavox 2.1, More Fidelity Musiqa No. 1, 2 u. 3) - bereut habe ich es nie, im Gegenteil, die geschilderten Eindrücke konnte ich sehr wohl bei mir zu Hause in ähnlicher Form bestätigen. Darüber hinaus war es der Startschuss für mich in die Welt der Trioden, insbesondere der 2A3...

Daher mein Appell an dieser Stelle, sich doch einfach mal näher mit dem Hörerlebnis auseinanderzusetzen - es hat es verdient.

Kommentare:

  1. klar, unabhängig...
    träum weiter.
    die leute kriegen keine werbung, schiessen aber nach abliefern der jubelarie die testgeräte billig. das ist natürlich viel besser...

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    1. Der Ton macht die Musik... und dieser, Dein Ton gefällt mir nicht, denn wer etwas zu sagen hat der muss weder anonym bleiben noch muss er nebulöse Andeutungen machen *plonk*

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  2. Hallo "Anonym",

    ich habe überlegt, ob ich deinen Kommentar veröffentlichen soll und mich schließlich dafür entschieden, um hierzu Folgendes anmerken zu können.

    Zunächst einmal ist es ein Stück weit nachvollziehbar, aber unfair und feige, anonym zu bleiben und so "aus der Hecke zu schießen". Fürderhin sollte man die gebotene Vorsicht bei solchen Vorwürfen walten lassen, sofern man keine konkreten Belege vorweisen kann - das ist schon starker Tobak.

    Darüber hinaus kann ich keinen kausalen Zusammenhang zwischen dem Fehlen von Werbung und vermeintlich vergünstigter Überlassung von Testgeräten erkennen: Wie sollte damit finanziell der Fortbestand einer Zeitschrift gesichert werden?

    Egal, ob mit oder ohne Werbung - ich würde auch Mitarbeitern anderer von mir ebenfalls sehr geschätzter Magazine wie z.B. image hifi oder dem lp Magazin nicht unterstellen wollen, sie ließen sich auf diese Weise manipulieren. Schließlich ist auch dort nie ein "Verriss" eines Gerätes zu lesen, sondern stets eine in unterschiedlichen Abstufungen positive Berichterstattung, was ich grundsätzlich auch für ok halte.

    Ich jedenfalls empfinde das Hörerlebnis im Sinne einer möglichst großen Vielfalt in der Berichterstattung über Hifi als Bereicherung.

    Gruß,
    Carsten

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