Sonntag, 1. Januar 2012

RCA JAN CRC 2A3 / VT-95 Black Plate

Bereits vor knapp einem Jahr habe ich hier ein Pärchen RCA 2A3 vorgestellt, welches sich vor allem durch extreme Störgeräuscharmut auszeichnet(e). Lediglich eine leichte "Grobkörnigkeit" bei der Auflösung, die ich ihr damals attestierte, schien sie eher auf der "zackigen" denn auf der seidig-flüssigen Klangseite anzusiedeln. Dieses Manko hat sich im Laufe der Zeit im weiteren Spielbetrieb gelegt und es scheint fast so, als sollte ich mich doch noch zu einem RCA-Fan entwickeln. Schließlich hat Weihnachten dafür gesorgt, dass das folgende Pärchen seinen Weg zu mir gefunden hat:
    
 
 Inzwischen sehr seltene VT-95 Militärvariante der 2A3 von RCA
 
 
 Produktionscode aus den 1940er Jahren
 
 
Elektrisch perfekt gematcht mit einer Toleranz von ca. 2% bei Emission und Steilheit innerhalb der NOS-Kriterien; dafür (klanglich irrelevante) mechanische Unterschiede: links Doppel-D Getter, rechts einfach ausgeführt sowie unterschiedliche Aufhängungen an den oberen Glimmerplättchen
   
 
In der Uchida nach der Symmetrierung der Heizspannung
 
Das Augenfälligste - insbesondere im Vergleich zum für die US Navy produzierten Pärchen RCA Radiotron CRC 2A3 - ist die völlige Abwesenheit jeglicher bläulicher Illumination. Überhaupt kein Bereich, der auf im Kolben  befindliche Gase schließen ließe, die sich im Betrieb stets durch ihre Ionisierung verraten. Dabei sind diese Gaseinschlüsse in den seltensten Fällen mit bloßen Auge zu erkennen - dafür braucht es schon in völliger Dunkelheit Makro-Fotos mit sehr langer Belichtungszeit.
   



 
Nach einer Einbrennzeit von ca. 50 Stunden offenbaren sich grundsätzlich fast die gleichen, bereits beschriebenen typischen RCA-Qualitäten. Allerdings kommt diese 2A3 mit einem nicht so prominenten, sondern etwas disziplinierteren Bassbereich daher: straff, farbig federnd und druckvoll, aber nicht in der fast überambitioniert wirkenden Form der US Navy-Variante. Dafür ist im Mittel-Hochtonbereich die zuvor latent vermisste Seidigkeit bei gleichzeitiger Strahlkraft auch in den Höhen in einem Maße vorhanden, die ich einer RCA in der Form nicht zugetraut hätte.
 
Scheint fast so, als sei diese VT-95 ein ganz besonderes klangliches Schmuckstück. Meine zugegeben bisweilen latent vorhandenen Vorurteile RCA 2A3 gegenüber muss ich wohl revidieren; es scheint fast so, als gäbe es zwischen den unterschiedlichen RCA-Derivaten durchaus Unterschiede bei gleichzeitig stets wiedererkennbarem Grundcharakter.

Um es einmal deutlich auf den Punkt zu bringen: Es muss nicht immer eine (2A3) Monoplate sein - dieses 2A3-Pärchen transportiert bereits ein derart konzentriertes Destillat typischer 2A3-Tugenden, dass kein Wunsch nach "mehr" aufkommt.

1 Kommentar:

  1. Ja, die gute alte 2A3...damit habe ich angefangen, aus R. zur Lindes "Verstärker in Röhrentechnik" aus dem Elektor Verlag :-) Die AÜ´s aus dem Projekt benutze ich immer noch (HE-ET 30 v. Welter). Hätte ich damals schon ordentliche Lautsprecher gehabt, so wäre ich mit der geringen Leistung des 2A3 SE sicherlich besser klar gekommen ;-) Gruß Dirk

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