Montag, 9. Januar 2012

The Smiths

Anfang der 1980er-Jahre - Teenagerzeit. The Cure und U2 waren die einzigen im Freundeskreis geduldeten Mainstream-Bands, vielleicht noch Queen, The Pogues, Ramones. Ian Curtis hatte sich vor nicht allzu langer Zeit das Leben genommen (1980) und unsere Kultband Joy Division war damit inzwischen Geschichte. Über die Folgeband New Order der drei verbliebenen Bandmitglieder hüll(t)en wir lieber den Deckmantel des Schweigens. Die Musikzeitschrift Spex war unsere Bibel und es wurde blind alles gekauft, was auf den Labels Rough Trade oder 4AD erschien. So war das damals, Anfang/Mitte der 1980er-Jahre.

Und dann - irgendwann 1984 - erschien das namenlose Debutalbum von The Smiths, welches meinen musikalischen Horizont um Welten zu erweiterten schien und mir vor Begeisterung die Kinnlade runterklappte. Ein gitarrenlastiger Sound, der sich so völlig von allem unterschied, was ich bislang kannte.
 
       
The Smiths (Debutalbum, 1984)
  
Sozial- und gesellschaftskritische, ironische und bisweilen provokante Texte, derart zynisch und bissig, dass sie in strengem Kontrast zu Morrisseys charismatisch-melodiösem Gesang standen (stehen). Meine neuen Helden waren geboren! Ich hörte The Smiths rauf und runter. Das ging sogar soweit, dass einer meiner Campingurlaube Mitte der 1980er in Spanien im Grunde nach folgendem Malheur gelaufen war: Campingplatz, Wolkenbruch, Zelt abgesoffen, im Zelt schwamm mein Sony Walkman DD-100 "Boodo Khan" (ich werde ihn nie vergessen...) samt Smiths-Cassetten. Alles hin. Ich war drei Tage untröstlich und hätte glatt nach Hause fahren können.
  
   
The Smiths - The World Won´t Listen (Kompilation, 1986)
    

The Smiths - Strangeways, Here We Come (letztes Studioalbum, 1987)
 
Für mich sind The Smiths bis heute eine der besten und bedeutendsten Musikbands überhaupt, die wie kaum eine zweite (außer den Beatles und den Rolling Stones vielleicht) den Musikstil vieler späterer Gruppen maßgeblich geprägt und beeinflusst hat.
 
Bis heute habe ich ihre Musik nicht "über" - sie scheint sich einfach nicht abzunutzen, Songs wie Bigmouth Strikes Again können mich immer wieder begeistern. Das Besondere an der Musik der Smiths ist weiterhin, dass sich mit ihr hervorragend die Qualitäten von Hifi-Ketten ausloten lassen. Fehlt den Gitarren ihr stählerner Glanz und ihre gewisse charakteristische Härte, ist die Kette womöglich zu euphonisch, geht der Breitbänder vielleicht "nicht weit genug rauf". Na ja, und 2A3 und Morrisseys Gesang, das scheint irgendwie sowieso immer perfekt zusammen zu passen.
 
Übrigens gibt es inzwischen die Sammelbox "Complete", die die vier Studioalben der Smiths sowie das Livealbum "Rank" und die drei Kompilationen "Hatful of Hollow", "The World Won´t Listen" und "Louder Than Bombs" enthält. Damit hat man eigentlich alles, was jemals von The Smiths erschienen ist, einige Lieder sind auf den Alben und den Kompilationen natürlich doppelt. Kostenpunkt: ca. 150 €.

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