Dienstag, 24. April 2012

Follow-up: Visaton BG 17 DIY-Wall-Transmissionline

Da hängen sie nun also, die kleinen Visatons in ihren TML-Gehäusen:
  
     
Nach wenigen Schleifarbeiten habe ich als Finish eine Schicht OSMO Dekorwachs "Seide" (innen) mit einen rauen Handtuch aufgebracht. Bei einer zweiten Schicht wird es zu deckend und die Maserung verschwindet, das wollte ich vermeiden.
 
  
Fliegengewicht: Der fertige Lautsprecher bringt gerade mal 3,9 kg auf die Waage
    
Der Korbsteg des Chassis ist übrigens recht schmal, so dass M4 Imbusschrauben samt Einschlagmuttern fast unmöglich zu montieren waren, ohne den Kreisauschnitt für das Chassis zu "vermurksen". Also mussten die Chassis direkt mit der Schallwand verschraubt werden, allerdings nicht mit üblichen Holzschrauben. Einerseits kontrastieren Messing und Schwarz für mein optisches Empfinden etwas unglücklich, andererseits ist die Schraubenkopfgröße bei Schrauben selbst mit gerade noch durch die Bohrungen passenden Gewindezügen etwas klein. Also entschied ich mich für Schnellbauschrauben (mit steileren Gewindezügen), was auch hervorragend funktionierte - aber auch hier gilt: langsam und vorsichtig per Hand schrauben, sonst splittert das Holz. Zur besseren Ankopplung des Chassis an das Gehäuse habe ich auf Moosgummi oder ähnliches Material zwischen Chassis und Gehäuse verzichtet.
   
  
Zur Vermeidung von Resonanzen durch direkte Schwingungsübertragung zwischen Gehäuse und Rückwand positionierte ich auf der Gehäuserückseite simple selbstklebende Filzgleiter. Bevor jetzt wieder oberschlaue Kommentare kommen: Auf "high-endige" Experimente, ob es denn via Ankopplung/Entkopplung mit Spikes/halbierten Squashbällen usw. noch besser klingt, habe ich bewusst verzichtet...
 
     
Und wie klingen sie nun? Am liebsten würde ich mich hierzu gar nicht äußern, um nicht in den Verdacht des stinkenden Eigenlobs zu geraten. Außerdem sind die Chassis nach zunächst wenigen Stunden Betrieb noch längst nicht eingespielt. Allerdings spielen sie - selbst unabhängig vom "Gesamtinvestment" - schon verblüffend gut: Das Klangbild "klebt" nicht an den Chassis, sondern löst sich sehr schön und steht quasi frei im Raum. Stimmen und Mittelton klingen sehr neutral im Sinne von "unverfärbt", kein "Näseln" oder "Quaken".

Der Hochton hat noch kleine Härten hier und da, aber das wird sich im Laufe des Einspielens noch geben. Der Tiefton kommt zwar nicht abgrundtief, aber zumindest so tief, dass kein Wunsch nach einem Subwoofer aufkommt: knackig, locker, leicht und schnell, ohne zu knöchrig zu wirken. TML und Rückwand scheinen daran einen nicht unerheblichen Anteil zu haben und strafen die Gehäusegröße Lügen; allein wäre das diesem kleinen 17er so jedenfalls nicht zuzutrauen. Bis schätzungsweise um die 20 qm Raumgröße finden diese kleinen Dinger ideale Arbeitsbedingungen.
  
Wer es jetzt noch genauer wissen möchte, der baue sich diese knuffigen Wandlautsprecher doch schnell selbst - ein schönes Wochenendprojekt für das letzte, womöglich regnerische Aprilwochenende. Und wer mag, experimentiert mit Dämmmaterial, Filternetzwerk,... - ich für meinen Teil werde das aber aus guten Gründen lassen.

 
(Follow-up II - die Bedämpfung, Follow-up III - die Simulation)

Kommentare:

  1. Hallo Karsten,
    ich finde dieses Lautsprecher-Konzept hochinteressant und mich würde es interessieren,wie der Lautsprecher durch das Einspielen für klangliche Fortschritte gemacht hat.
    Ich hoffe ja nicht,das Du das Projekt verworfen hast.
    Denn bei so hart aufgehangenen Membranen bedarf es meiner Erfahrung nach einer Einspielzeit von mindestens 300 Stunden.
    Ich sag es nochmal,mach bitte weiter so mit Deiner wunderschönen Seite!

    mit freundlichem Gruß
    Martin L.

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  2. Hallo Martin,

    nein, ich habe das Projekt nicht verworfen - im Gegenteil, die LS spielen munter weiter an der Wand. 300 h haben die LS allerdings noch nicht auf den Membranen. Ich habe zwischenzeitlich noch etwas mit der Bedämpfung experimentiert und bin zu dem Ergebnis gekommen, dass sich noch etwas mehr Bondum im Bereich des Knicks positiv auswirkt - es "trötet" jetzt weniger aus dem TML-Ausgang.
    Sicher ist dies kein "audiophiles" Projekt, aber es versprüht mit minimalem Aufwand doch den typischen BB-Charme.

    Gruß,
    Carsten

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