Sonntag, 29. Juli 2012

DIY-Wall-Transmissionline mit Visaton BG 17 - Follow-up II: die Bedämpfung

Vor Kurzem hatte ich hier und hier meine kleinen Transmissionlines mit dem Visaton BG 17 für die Wandmontage vorgestellt.
 

Nach weiterer Einspielzeit und noch besserem "Hineinhören" in den Lautsprecher wurde mir klar, dass bei der Bedämpfung offenbar noch etwas Feinschliff erforderlich war. Die Chassis hatten nun immerhin gut 100 Stunden Betrieb hinter sich, nachdem zeitweilig sogar ein Transistor (!) den kleinen Dingern ins Kreuz - äh, in die Schwingspule - getreten hat. (Wer mich ob des Transistors nun der Blasphemie bezichtigt - nur zu...)
 
Der Oberbass hat zwar einen schönen "Kick", aber kleine Unsauberkeiten durch immer noch aus der TML-Öffnung austretende Mitteltonanteile sowie eine leichte Dröhnneigung bei einer bestimmten Tiefton-Frequenz galt es zu eliminieren. (Lassen wir der Fairness halber aber die Kirche im Dorf: Bei einer so kurzen Linelänge lässt sich das auch kaum vermeiden.)
 
  
Zwar lässt sich mit einem Simulationsprogramm wie AJ Horn sehr schön das Verhalten eines Treibers in einer Line vorherbestimmen, allerdings wird die Dämpfung nur indirekt über dimensionslose Faktoren indiziert. Die Art der Dämpfung, deren genaue Menge und Position lassen sich weiterhin nur mit etwas Erfahrung nach Gehör - eben einfach durch Ausprobieren - optimieren.
 
Oben habe ich die ursprüngliche, wohl doch etwas zu magere Bedämpfung nochmals dargestellt, in dem unteren Bild habe ich mit einem Grafikprogramm die vor-genommenen Änderungen "verdeutlicht" (oder besser: dilettantisch "reingepfriemelt" - aber die Box konnte ich für ein neues Foto ja leider schlecht wieder aufsägen).
  
Es ist zu sehen, dass ich am Beginn der Line (Pfeil oben rechts) noch drei Lagen Bondum 800 hineingestopft habe. Die Lage Bondum 800 an der linken Innenwand (Pfeil links) habe ich durch Noppenschaumstoff ersetzt. Dafür habe ich am Lineausgang die obere Kanalwand ebenfalls mit einer Lage Bondum 800 ausgestattet (Pfeil nach oben).
   
   
Nach dieser Maßnahme klingt diese kleine Wall-TML deutlich ausgewogener, die letzte geringfügige Neigung zum "Tröten" ist jetzt fast völlig verschwunden. Chassis und Zentrierspinne sind ohrenscheinlich nach über 100 Stunden Betrieb gelenkig genug, um auch etwas tiefer in den (Ober-)Basskeller zu steigen.
   
 
Dass es sich bei diesen kleinen Schnuckelchen jetzt immer noch nicht um Überflieger- High-End handelt, dürfte wohl jedem klar sein. Aber das darf man bei einem Materialeinsatz von insgesamt 50 € - für das Paar, wohlgemerkt - nicht erwarten... (Wer auf Holzreste, Dämmmaterial, Kabelreste und Terminals von früheren Projekten zurückgreifen kann, zahlt sogar unter 30 € - nämlich nur für die Chassis). Ein Kandidat für einen "Most-Bang-for-the-Buck" Award ist dieser Lautsprecher damit aber allemal, soviel Eigenlob sei erlaubt... Wo sonst gibt es für diesen Kurs einen für Trioden geeigneten Lautsprecher?

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