Mittwoch, 4. Juli 2012

Valvo, TFK & Co.: Ähnlichkeiten bei Röhren aus den frühen 1930er-Jahren

In NS-Deutschland wurden ab ca. 1937 alle Röhrenhersteller für Kriegszwecke zur Zusammenarbeit gezwungen, was dazu führte, dass ab diesem Zeitpunkt viele von Loewe, Valvo und Telefunken produzierte Röhrentypen nahezu identische Systeme haben. In der Folge hatten sich die Röhrenhersteller seit dem Kriegsende gegenseitig bei der Entwicklung und der Produktion unterstützt. Das bedeutet, dass z.B. die EC86 bei Valvo entwickelt wurde und anschließend alle für die Herstellung nötigen Unterlagen an die "Konkurrenz" geliefert wurden. Im Gegenzug bekam Valvo die Fertigungsunterlagen für eine andere Röhre. Somit sparte man eine Menge Entwicklungskosten; für die Produktion galt das Gleiche. So gibt es z.B. ECC88-Röhren, die Valvo gestempelt sind, aber im Boden die TFK-Raute haben!
 
Wundern darf man sich allerdings über frappierende Ähnlichkeiten deutlich früherer Produktionen - beispielsweise bei 1932 von unterschiedlichen Herstellern produzierten RGN1064 oder bei identisch aussehenden Derivaten der AZ1 (1935). Die Tatsache, dass man sich schon in den frühen 1930er-Jahren gegenseitig belieferte, ist schon erstaunlich. Es war eher die Zeit, in der sich die Röhrenhersteller gegenseitig mit Patentschutzklagen bekämpften.
 
Wohl dem, der hin und wieder Gelegenheit hat, in Firmenarchiven alter/ehemaliger Röhrenproduzenten zu stöbern:
 
     
Dieses Dokument zur Triode A4110 stammt vom 06. September 1934. Zu diesem Zeitpunkt gehörte die Radioröhrenfabrik GmbH Hamburg schon lange zum Philips-Konzern und der Name Valvo war ein eingetragenes Markenzeichen. Es belegt, dass vorgesehen war, die Röhre sowohl mit Valvo als auch mit Telefunken zu stempeln.
   
Mein Dank geht an Björn, der mir Dokument und Infos zur Verfügung stellte.

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