Sonntag, 29. April 2012

Passiver Vorverstärker Line Magnetic VO-2

Für alle Endstufen mit zu viel Gain und/oder zu hoher Eingangsempfindlichkeit gibt es eine hochinteressante Lösung von Line Magnetic in Form des passiven Vorverstärkers VO-2. Der Europavertrieb läuft über Fidelity Imports, der Verkauf dieser chinesischen Geräte in Europa ist aber erst nach der in Kürze erwarteten erfolgreichen EAR-Registrierung möglich.


Passiver Vorverstärker VO-2 von Line Magnetic; Bildquelle: fidelityimports.de
   
Dieser "Vorverstärker" ist im Prinzip eher ein mit Übertragern arbeitender Pegelabschwächer. Nähere Infos gibt es übrigens in der gerade erschienenen Erstausgabe des neuen Magazins Fidelity.

Dienstag, 24. April 2012

Follow-up: Visaton BG 17 DIY-Wall-Transmissionline

Da hängen sie nun also, die kleinen Visatons in ihren TML-Gehäusen:
  
     
Nach wenigen Schleifarbeiten habe ich als Finish eine Schicht OSMO Dekorwachs "Seide" (innen) mit einen rauen Handtuch aufgebracht. Bei einer zweiten Schicht wird es zu deckend und die Maserung verschwindet, das wollte ich vermeiden.
 
  
Fliegengewicht: Der fertige Lautsprecher bringt gerade mal 3,9 kg auf die Waage
    
Der Korbsteg des Chassis ist übrigens recht schmal, so dass M4 Imbusschrauben samt Einschlagmuttern fast unmöglich zu montieren waren, ohne den Kreisauschnitt für das Chassis zu "vermurksen". Also mussten die Chassis direkt mit der Schallwand verschraubt werden, allerdings nicht mit üblichen Holzschrauben. Einerseits kontrastieren Messing und Schwarz für mein optisches Empfinden etwas unglücklich, andererseits ist die Schraubenkopfgröße bei Schrauben selbst mit gerade noch durch die Bohrungen passenden Gewindezügen etwas klein. Also entschied ich mich für Schnellbauschrauben (mit steileren Gewindezügen), was auch hervorragend funktionierte - aber auch hier gilt: langsam und vorsichtig per Hand schrauben, sonst splittert das Holz. Zur besseren Ankopplung des Chassis an das Gehäuse habe ich auf Moosgummi oder ähnliches Material zwischen Chassis und Gehäuse verzichtet.
   
  
Zur Vermeidung von Resonanzen durch direkte Schwingungsübertragung zwischen Gehäuse und Rückwand positionierte ich auf der Gehäuserückseite simple selbstklebende Filzgleiter. Bevor jetzt wieder oberschlaue Kommentare kommen: Auf "high-endige" Experimente, ob es denn via Ankopplung/Entkopplung mit Spikes/halbierten Squashbällen usw. noch besser klingt, habe ich bewusst verzichtet...
 
     
Und wie klingen sie nun? Am liebsten würde ich mich hierzu gar nicht äußern, um nicht in den Verdacht des stinkenden Eigenlobs zu geraten. Außerdem sind die Chassis nach zunächst wenigen Stunden Betrieb noch längst nicht eingespielt. Allerdings spielen sie - selbst unabhängig vom "Gesamtinvestment" - schon verblüffend gut: Das Klangbild "klebt" nicht an den Chassis, sondern löst sich sehr schön und steht quasi frei im Raum. Stimmen und Mittelton klingen sehr neutral im Sinne von "unverfärbt", kein "Näseln" oder "Quaken".

Der Hochton hat noch kleine Härten hier und da, aber das wird sich im Laufe des Einspielens noch geben. Der Tiefton kommt zwar nicht abgrundtief, aber zumindest so tief, dass kein Wunsch nach einem Subwoofer aufkommt: knackig, locker, leicht und schnell, ohne zu knöchrig zu wirken. TML und Rückwand scheinen daran einen nicht unerheblichen Anteil zu haben und strafen die Gehäusegröße Lügen; allein wäre das diesem kleinen 17er so jedenfalls nicht zuzutrauen. Bis schätzungsweise um die 20 qm Raumgröße finden diese kleinen Dinger ideale Arbeitsbedingungen.
  
Wer es jetzt noch genauer wissen möchte, der baue sich diese knuffigen Wandlautsprecher doch schnell selbst - ein schönes Wochenendprojekt für das letzte, womöglich regnerische Aprilwochenende. Und wer mag, experimentiert mit Dämmmaterial, Filternetzwerk,... - ich für meinen Teil werde das aber aus guten Gründen lassen.

 
(Follow-up II - die Bedämpfung, Follow-up III - die Simulation)

Sonntag, 22. April 2012

Cheap, quick and dirty: Visaton BG 17 DIY-Wall-Transmissionline

Manchmal springt einen eine fixe Idee förmlich an und es fängt an, in den Fingern zu jucken. Dieses Mal wollte ich quasi als "Cheap Trick" einen kleinen Vollbereichsbreitbänder in ein kleines, flaches Gehäuse zur Wandmontage verpflanzen, z.B. für eine Zweitanlage in einem kleinen Raum. Die Gesamtkosten sollten so gering wie möglich ausfallen, einfach um einmal zu sehen, "was geht".
  
Ich stolperte über den Visaton BG 17 (8 Ohm) Treiber, im Netz übrigens für einen schon unverschämt günstigen Kurs erhältlich. Mit 93 dB @ 2,83 V und in Richtung Hochton nur leicht ansteigender Impedanz eine leichte Last für jede Triode. Sicherlich nicht perfekt linear und auch nicht mit extrem ausgedehntem Frequenzband gesegnet, aber hier braucht man wirklich nur ein kleines Auge zuzudrücken. Die TSP weisen eine Gesamtgüte von 0,74 aus bei einer Resonanzfrequenz von 120 Hz - hier kann man es ruhig mal mit einer TML probieren. Hier und da habe ich schon gelesen, ein Treiber solle für eine TML eine Gesamtgüte zwischen 0,25 und 0,4 haben - das halte ich nicht für sinnvoll, sondern eher eine Güte >0,45.
   
 
Die Abstimmfrequenz sollte minimal oberhalb der Resonanzfrequenz liegen, schließlich soll der arme kleine Treiber im Betrieb nicht aus dem letzten Loch pfeifen (= "heiße Luft" im Tiefton produzieren), sondern lieber straff und knackig klingen. Zudem wird die Wandmontage ehedem ein paar Dezibel im Tiefton draufpacken. Damit ergibt sich je nach Berechnungsansatz ein Volumen zwischen 10,6 und 11 l sowie eine Linelänge im Bereich zwischen 45 und 70 cm. Für das Verhältnis zwischen Anfangs- und Endquerschnitt wählte ich den "Goldenen Schnitt". Die Treiberposition ist bei ca. 1/3 der Linelänge am günstigsten, damit die Frequenzgangkurve im Tiefton nicht zu wellig wird.
 
Alles in allem keine ganz einfachen Randbedingungen, wenn sie denn alle erfüllt werden sollen, aber nach etwas Knobelei ergab sich (fast wie von selbst) die folgende skizzierte Lösung. Der Treiber sitzt also "quer" in der Line und verändert in diesem Bereich streng genommen den Linequerschnitt - ein der gewollt flachen Bauform geschuldeter Kompromiss, den ich achselzuckend zur Kenntnis nehme.
 
 
Der Treiber sitzt mittig im Gehäuse, der TML-Ausgang befindet sich seitlich unten. Beide LS sollten spiegelbildlich aufgebaut werden und die TML-Ausgänge jeweils in Richtung Seitenwand im Raum abstrahlen. Der Chassiskorb ist so flach, dass auf ein Einsenken des Chassis verzichtet werden kann. Die LS-Anschlüsse lassen sich sehr gut in der Mitte der Gehäuseunterseite positionieren. Auf eine Frequenzgangkorrektur via Filternetzwerk kann dank ausreichend linearem Frequenzgang verzichtet werden, insbesondere im wichtigen Stimmbereich ca. zwischen 100 Hz und 1 kHz verhält sich der Treiber vorbildlich.
 
Meine einzige Sorge war, dass der Baffle Step bei der gegebenen Gehäusebreite im Bereich um 800 Hz herum zuschlägt und hier ein paar Dezibel zu viel des Guten hinzufügt, allerdings sollte sich dieser Effekt bei dem flachen Gehäuse und gleichzeitiger Wandmontage nicht besonders stark ausprägen. Also wieder "Breitbänder pur", zudem handelt man sich ohne Korrekturnetzwerk keine unnötigen Wirkungsgradverluste oder "Achterbahnverläufe" bei Phase und Impedanz ein; die Triode wird es danken.
 
Um die Gehäuse einerseits möglichst leicht zu halten und andererseits dem "Cheap Trick" Gedanken zu frönen, verwendete ich (kostengünstige) stabverleimte Fichte - eine aus meiner Sicht sehr gut klingende Holzsorte, die beim Verarbeiten allerdings etwas zum Splittern neigt - hier ist entsprechende Vorsicht geboten.
 
 
Oben zu sehen: die Position des Dämpfungsmaterials (Bondum 800) - bloß nicht zu viel dämpfen! In das Element über den LS-Anschlüssen werden Löcher gepiekst, die LS-Kabel durchgezogen und diese dann an die Anschlussfähnchen gelötet. Erst danach wird das Bondumelement zurück in seine Position gebracht.
   
  
Jetzt fehlen noch das Finish, der Chassiseinbau, die Wandmontage und ein erster Hörtest. Dazu in Kürze mehr (hier im Follow-up, Follow-up II, Follow-up III).

Freitag, 13. April 2012

Expect the unexpected - die Suche nach der 6L6GC

 
DynaGroove Endstufe mit RCA 6L6GC Black Plate in Triodenschaltung
  
Für die DynaGroove-Kombi machte ich mich auf die Suche nach zwei neuen NOS-Röhrensätzen, um mindestens für die nächsten zehn Jahre gerüstet zu sein (bei angenommenen drei Stunden Betrieb pro Tag durchschnittlich, was ich sowieso nicht annähernd schaffe). Es versteht sich von selbst, dass nur alte amerikanische, britische order deutsche Röhren in Betracht kamen - mit chinesischen oder osteuropäischen Derivaten konnte ich mich noch nie anfreunden. Eigentlich erwartete ich keine größeren Schwierigkeiten bei der Beschaffung: Die (Valvo) EL8 wird sehr selten benutzt und sollte daher häufig zu finden sein (hier als Linestufe verwendet); 6SN7GT (hier je ein Triodensystem als Treiber für eine 6L6GC) und 6SL7GT (hier als Phonostufe) waren von je her weit verbreitet und wurden in entsprechend hohen Stückzahlen produziert (RCA, GE, Sylvania, Valvo, Ken-Rad, Raytheon, Tung-Sol,...). In der Tat war die Beschaffung zu vergleichsweise moderaten Preisen bei den gängigen Quellen kein besonderes Problem - hier wollte ich trotz anständiger Qualität nicht zu viel ausgeben. Die EL8 gibt´s meines Wissens sowieso nur von Valvo; mit sieben oder acht Euro pro (NOS-)Stück ist man dabei.
     
     
Ausgemustert: die Riege der damals mitgelieferten Röhren, v.l.n.r.:
NOS Tungsram RGN 1064, 6L6GC (chinesische Produktion), russische 6H8C (Äquivalent der 6SN7GT), NOS Valvo EL8, Sovtek 6SL7GT
    
Bei 6SN7GT und 6SL7GT mussten es nicht gerade die top of the line Derivate 5692 RCA redbase premium industrial (6SN7GT) für 125 US$ pro Stück bzw. die JAN 5691 RCA military redbase premium (6SL7GT) für 175 US$ pro Paar sein, die dem Vernehmen nach sogar für bis zu 10.000 Stunden Betrieb gut sein sollen. Einzelne 6SN7GT gibt es als NOS von den üblichen Verdächtigen schon zwischen 35 und 50 € in superber Qualität; entsprechende 6SL7GT als gematchtes Pärchen sind bereits zwischen 50 und 60 € zu bekommen.
      
   
hinten: "neuere" Sylvania 6SL7GT aus den 1960er-Jahren; vorne: Valvo EL8
 
   
links: Sylvania JAN CHS 6SL7GT (VT-229), rechts: Valvo JAN 6SL7GT
   
Schwieriger gestaltete sich schon die Suche nach schönen RGN 1064 Gleichrichtern - es sollten die klanglich vorteilhaften Valvos mit Maschenanoden sein. Hier war die Auswahl vergleichsweise eingeschränkt. Da aber gerade Netzteilen mit Röhrengleichrichtern in jedem Setup eine extrem hohe klangliche Bedeutung zukommen, schloss ich hier Kompromisse aus. Mit etwas Geduld gelingen in der Bucht zu dieser Röhre sogar (Beinahe-)Schnäppchen - allerdings war ich nicht bereit, über 50 € für ein Exemplar hinzublättern (Telefunken, per Sofort-Kauf - hier scheint man insbesondere den Telefunken-Hype mitbezahlen zu müssen), also war das einzelweise "Einsammeln" via Auktionen angesagt bzw.  die beharrliche Suche in (fast vergessenen) Online-Röhrenshops. Mit etwas Glück wird man hier für 20-30 € pro Röhre fündig, allerdings nicht als NOS/NIB, sondern meistens ohne Box und gebraucht, dennoch getestet mit >100% Emission. Übrigens lohnt hier auch mal ein Blick auf Mesh-Exemplare von Loewe/Opta: qualitativ gleichwertig und bisweilen sogar noch etwas günstiger.
  
  
Gleichrichter Valvo RGN 1064 "Big Mesh" (Maschenanode in großem Kolben)
  
 
"Big Mesh in action"
  

Gleichrichter Valvo RGN 1064 "Mesh" mit gleich großem Maschenanodensystem wie oben ("Big Mesh"), allerdings ist der Kolben deutlich kleiner. Es gibt auch noch eine "Coke Bottle" Variante (ist noch im Zulauf).
     
Unangenehm überrascht wurde ich allerdings bei der Suche nach 6L6GC-Pärchen: NOS-Exemplare von RCA, GE oder Sylvania dieser vermeintlich schnöden Beam Power Tetrode sind in Europa so gut wie ausgestorben. In den USA ist diese Röhrentype dagegen noch recht weit verbreitet - allerdings zu gepfefferten Preisen. Für ein gematchtes Pärchen RCA Black Plates in NOS-Qualität wird man mindestens 350 US$ los, zzgl. Versand und Zoll... Sorry, Folks, normalerweise bin ich da sonst nicht so zimperlich, aber in Summe sollten die Gesamtkosten aller Röhren nicht in die Nähe des Kaufpreises der Kombi kommen. Selbst die Grey Plates von RCA oder GE gehen für ca. 180 US$ über die Theke, Sylvanias sind marginal günstiger. Alsbald wurde mir ein möglicher Grund klar: Diese Röhre ist unter Musikern weit verbreitet und wird (von je her) häufig in Gitarrenverstärkern verwendet (verbraten) - Hifi-Freaks konkurrieren hier also mit aktiven Musik-Freaks! Als Indiz mag gelten, dass sogar Quellen wie Watford Valves einen 6L6GC Test feilbieten - mit Gitarren(verstärkern)! Wie auch immer, schließlich wurde ich - mit viel Glück und völlig unerwartet! - doch noch bei einem mir gut bekannten deutschen Dealer fündig - zum absoluten Freundschaftspreis und mit gefühltem "Treuebonus". Über den Preis dieser beiden gematchten Pärchen RCA 6L6GC "black plate" möchte ich an dieser Stelle den Deckmantel des Schweigens hüllen, um niemanden vor Neid in die Tischkante beißen lassen zu müssen...
 
    
links: RCA 6L6GC Black Plate, rechts: GE JAN-CL-6SN7GT Black Plate
 
 
hinten links: Sylvania 6L6GC Grey Plate, vorne rechts: RCA 6L6GC Black Plate
         
Vor der eigentlichen Inbetriebnahme war allerdings noch etwas Servicearbeit angesagt: Bei beiden Geräten war jeweils die Kunststoffschraube der Zugentlastung des Netzkabels gebrochen (weil spröde), die Zugentlastung damit nicht mehr gegeben. Ein unhaltbarer Zustand, jedoch ein übliches Phänomen bei solchen dem Sparzwang geschuldeten Lösungen; SchuKo: Fehlanzeige. Also Gerät auf, Lötkolben an, Adern abfrickeln, Zugentlastung ersetzen, Adern ranfrickeln, Gerät zu, fertig (Lötkolben aus).
    
   
vorher...
      
   
...nachher
 
So sieht es übrigens unter dem Bodenblech aus: gleichwohl mit weitgehend "einfachen Zutaten" (die paar Sprague Orange Drops machen den Kohl auch nicht fett), dafür handwerklich blitzsauber aufgebaut! Hier war jemand am Werk, der sein Fach versteht. Fast fühlt man sich an den exquisiten, schon legendär guten Aufbau von Jadis-Geräten erinnert. Nur Nörgler würden bei dieser Freiverdrahtung ein Haar in der Suppe finden (vielleicht die Masseführung? Oder laufen nicht alle Leitungen exakt rechtwinklig? Oder vielleicht...). Und wer die Verdrahtung der passiven RIAA-Entzerrung etwas wild findet (Vorstufe, rechts oben), der schaue sich einmal Geräte von Glenn Croft an...
 
Das einzig Irritierende: Unter den jeweils rechts vorn befindlichen Hauben bei Vor- und Endstufe befindet sich - nichts! Lediglich die Schrauben der Netzteiltrafos werden verdeckt. Eine Attrappe, gar ein Fake mit dem Ziel der Suggestion? Oder waren es einfach optische Gründe... mir egal.
 
 
Zum Teil etwas "frickelig": Vorverstärker
 
  
Übersichtlich: Endstufe
  
Bei genauerer Inaugenscheinnahme des Innenlebens fiel auf, dass in der Vorstufe leider einer von vier kleinen Siebkondis bereits etwas ausgelaufen war - hier war also eine kleine Reparatur (Tausch) fällig. Der Knackpunkt: Ausgerechnet diese Dinger sind nirgends aufzutreibende NOS-Teile von Frako - radiale Elkos mit 47 Mikrofarad/250 Volt. Und hier einfach irgendeinen anderen Elko reinbraten - das geht ja gar nicht, es musste einfach genau dieser von Frako sein, schon allein wegen der besonderen Anordnung/Anzahl der Anschlusspins. Freundlicherweise konnte mir hier Entwickler Roman Groß weiterhelfen, der mir nach einem kurzen Telefonat umgehend genau dieses Teil zuschickte.

  
NOS-Teil: FRAKO Elko (radial, einfach) in schon lange nicht mehr gebauter Form mit drei äußeren und einem mittleren Pin
      
    
Wie ein gezogener Zahn: Alter Elko mit Korrosion am Sockel
(die Beulen kommen von der Zange)
  
Klanglich war die Kombi nun jedenfalls kaum noch wiederzuerkennen - Röhren sind ja im Grunde auch nur schnöde Bauteile, deren Wechsel sich hier schon krass bemerkbar machte, fast, als hätte man nun einen anderen Verstärker vor sich stehen. Was ja wiederum nur für die beiden strukturell einfach gemachten Verstärker spricht, gelingt es ihnen doch, die Qualitäten feiner NOS-Röhren hörbar werden zu lassen.
  
   
DynaGroove Vorverstärker
 
Ich will mich dabei gar nicht im Herunterleiern abgedroschener Hifi-Phrasen verlieren: Diese Kombi vermag es, irren Spaß an der Musik zu vermitteln, und zwar ohne dass man in Versuchung geriete, die Frequenzbänder analytisch zu sezieren (Höhen, Mitten, Tiefen, Raum, blablabla - dieser ganzen Quark eben). Diese Kombi macht einfach so einen Höllenspaß! Man kann mit ihr Musik hören wie im Alter von 15 mit der ersten Hifi-Anlage, als einem High End und all dieses Gedöns noch schnurzpiepe war, weil man nämlich einfach nur - richtig - Musik gehört hat, mit Spaß an der Sache. (So wie der Teenager Anfang 1984 im Auto seines Vaters, als plötzlich der neue Queen-Song "Radio GaGa" lief, er das rappelige Radio so richtig laut aufdrehte, mitsang und einfach Spaß hatte. Clipping, Rauschen, Dröhn-Sound der Opel Kadett Simpel-Anlage - egal...) Hier geht der Spaß nun halt auf sehr hohem Niveau ab - wenn die Lautsprecher passen! Je nach Hörsituation rastet es ab 93 oder 94 dB/W/m ein.