Dienstag, 29. Mai 2012

Tung-Sol 6L6GC

Kürzlich hatte ich hier berichtet, wie schwierig es mittlerweile geworden ist, guter 6L6GC habhaft zu werden. In der "Szene" (oh je...) gilt die RCA 6L6GC Black Plate als das Maß der Dinge, eng gefolgt von der RCA 6L6GC Grey Plate und der GE 6L6GC (GE hat u.a. sogar für RCA produziert). Es gibt allerdings eine weitere Alternative, die sogar noch seltener als die Vorgenannten ist und die ich glücklicherweise ergattern konnte: die Tung-Sol 6L6GC mit zwei seitlichen "O"-Gettern und einem Top-"O"-Getter. Selbstverständlich geht es hier nicht um Nachbauten oder Re-Issues, sondern um "alte" Produktion.
   

Tung-Sol 6L6GC mit drei "O"-Gettern

Mir ist schon klar, dass die nun folgende Aussage wieder Spötter und Kritiker auf den Plan rufen wird, aber sei´s drum: Es gibt ihn, diesen "Tung-Sol-Klang"! Ähnlich wie bei der Tung-Sol 2A3 im Vergleich zu 2A3-Derivaten anderer Produzenten offenbart auch diese Tung-Sol Klangeigenschaften, die sich von denen anderer 6L6GC (z.B. RCA, GE oder Sylvania ) unterscheiden. Ob das technisch belastbar begründet werden kann oder nicht, ist mir dabei ziemlich egal.
 
Wo die RCA eher preußisch-zackig zu Werke geht, überzeugt die Tung-Sol mit mehr seidigem Laissez-faire, pointiert die Frequenzextreme weniger und bleibt dadurch insgesamt etwas neutraler, relaxter, unangestrengter. Wer also einen 6L6GC-Amp sein eigen nennt und diese Röhren irgendwo als NOS oder in near mint Qualität angeboten bekommt - zuschlagen!

Dienstag, 15. Mai 2012

Fuck yeah, Schallplatten!

Manchmal darf es auch etwas seichter sein - einfach nur mal Bilder gucken. Alles rund um das Thema Plattenspieler und Schallplatten gibt es hier auf Fuck yeah, Schallplatten!

 
  

Freitag, 11. Mai 2012

Highly recommended website: KLANGFILM von Franck Joncheray

KLANGFILM - welcher Röhren- und Hornfreak hat sich noch nicht mit der früheren Verstärker- und Lautsprechertechnik für Theater und Kino befasst?! Ein Traditionsname, der oft genug sogar bei Auktionen von Hifi-Geräten mißbraucht wird, wo er gar nichts zu suchen hat - aber wenn´s hilft, Interessierte mit Suggestionen auf die falsche Fährte zu locken...
 

KLANGFILM - Website von Franck Joncheray
 
Franck Joncheray hat auf seiner Website eine derartige Fülle an Informationen, Dokumenten, Bildern, Prospekten und Daten zur Kino- und Beschallungstechnik aus der Mitte des letzten Jahrhunderts von Klangfilm, Eurodyn, Siemens & Co. zusammengetragen, dass es einem fast den Atem verschlägt.
 
 
Klangfilm Euronor

Man kann sich wirklich eine lange Zeit auf dieser Website aufhalten und auf Entdeckungsreise gehen, was es früher denn so alles gab in Sachen Beschallung. Und man wird sich unweigerlich fragen, was sich seitdem in den vielen Jahrzehnten bis heute (bis auf rühmliche Ausnahmen) qualitativ eigentlich signifikant getan hat in Sachen Lautsprecherentwicklung. Ok, Bilder ansehen kann den eigenen Höreindruck natürlich nicht ersetzen (da hilft aber z.B. auch der Besuch von Silbatone oder Auditorium 23 auf der High End München). Und ebenso klar, diese Frage könnte man genauso gut im Zusammenhang mit WE-Hörnern stellen, aber bei Klangfilm wird es durch den Kontext eines Stücks Industriegeschichte des eigenen Landes irgendwie noch greifbarer. Der Besuch von Francks Website ist auf jeden Fall Pflicht!


Dienstag, 8. Mai 2012

High End München 2012 - Highlights

Die High End in München hat für dieses Jahr wieder ihre Pforten geschlossen, Zeit für einen kurzen Rückblick. Gefühlter Besucherandrang auf stabil hohem Niveau wie in den letzten Jahren, ungebrochenes Interesse für das Thema High End - so weit, so gut. Das meiste vorgestellte Zeug ist natürlich zum Gähnen langweilig, gehört aber wohl irgendwie dazu.
   
Highlights: ganz wenige. Natürlich zählt wie schon in den beiden Jahren zuvor Silbatone dazu, um die ja allerorten ein mächtiger Hype stattfindet, seitdem die Jungs ihre uralten Western Electric Hörner Jahr für Jahr nach München karren. DAS ist Spaß pur, was interessiert einen da noch das ganze Gesabbel von High End, audiophil und so... Da gehen die eigentlichen Verstärker von Silbatone in der Wahrnehmung fast ein wenig unter, und die feinen Hörner von G.I.P. Laboratory - obwohl nicht eben klein - genauso.
   
Aber für mich persönlich am coolsten sind die Geräte von Line Magnetic. Hier nur ein kleiner Appetithappen, mehr Bilder gibt es in der Bilder-Galerie.
       
       
Echt fett: Line Magnetic LM-219IA - 845 SE Vollverstärker mit 300B Treiberröhre
     
 
   
"Hommage Cinema" von Auditorium 23 - aktiv/passiv Dreiwegehorn mit Line Magnetic 555W und 597 für den Mittel-Hochtonbereich

Sonntag, 6. Mai 2012

Follow-up - DIY Monoblöcke: 4,5 Watt aus der direkt geheizten Triode 4624 (E707)

Wie versprochen gibt´s hier nun weitere Infos über Björns DIY Monoblöcke mit der Triode 4624.
   
 
Close-up: Philips 4624
 
Die Triode 4624 ist leider so selten, dass sie kaum noch aufzutreiben ist. Insbesondere clevere Asiaten haben sich offenbar frühzeitig mit dieser Röhre eingedeckt und für einen ausgetrockneten Markt gesorgt, wie bei so vielen anderen heuer schier unauffindbaren Röhren auch...
   
 
Seitenpanele aus Resopal
 
 
 Probefräsungen der Seitenpanele
 
Die Kupferbleche des Chassis werden in die Schlitze eingeschoben und die beiden Seitenpanele mit einer Spannvorrichtung von innen angezogen. So ergibt sich eine sehr steife Konstruktion ohne sichtbare Schrauben.
      
   
Verbaut sind AÜs von Lundahl (LL9202/50mA) und Netzteil-Elkos von F&T (Husum). Widerstände sind bis auf wenige MOX-Ausnahmen in Kohleschicht ausgeführt, die Trafos entstammen alten Dynacord-Amps und die Anodendrosseln kommen von Reinhöfer.
   
 
Kupfernieten!  
 
Die Kupfernieten-Köpfe auf der Oberseite sehen nicht nur so aus als ob - es sind auch wirklich welche. Diese befestigen alle Sockel und die Elkos - allerdings nicht durch festes Annieten, sondern durch Festlöten mit einer darübergestülpten Unterlegscheibe von unten. So bleiben diese Bauteile bei Bedarf leicht austauschbar.

Gehörmäßig erwiesen sich 6 dB Gegenkopplung als ideal. Messungen: -2 dB bei 20 kHz; bei einsetzendem Gitterstrom (Klippinggrenze des Amps bei ca. 4,5Watt) beträgt die Gesamtverzerrung 1,7%.
 
   
Frequenzgang bei 1 Watt
 

Klirrspektrum bei 1 Watt
 
Und wer jetzt Lust zum Nachbauen bekommt - hier ist der Schaltplan:
 

Freitag, 4. Mai 2012

Ankündigung: Röhren-Phonovorstufe Perla Musica von bFly-audio

bFly-audio ist bislang insbesondere durch Sorbothane-Absorber und Plattenspielerzubehör bekannt geworden, einige Produkte hatte ich hier im Blog bereits vorgestellt. Auf zu neuen Ufern: Bereits seit einiger Zeit stehe ich mit bFly-Chef Reinhold Schäffer in regelmäßigem Austausch zum Entwicklungsstand seiner neuen hochwertigen Phonostufe - nun ist sie fertig: die Perla Musica.
   
 
Phonovorstufe Perla Musica
   
 
Heute teilte mir Herr Schäffer mit, dass er mir nun wie besprochen die MM-Variante schickt - Vorfreude pur! Natürlich werde ich nach intensiven Hörsessions in einem Follow-up berichten, möchte aber schon jetzt einige Infos zu diesem hochinteressanten Neuling liefern.
 
Es wird sowohl eine MM- als auch eine MC-Variante geben. Die MC-Variante hat zusätzlich Übertrager, die den Anschluss im Grunde aller MC-Tonabnehmersysteme ermöglichen. Die Eingangsimpedanz kann grundsätzlich auf den Wunschwert für das eigene System angepasst werden. Die Verstärkungsfaktoren betragen 46 dB (MM) respektive 66 dB (MC). Die Ausgangsimpedanz beträgt 600 Ohm, der Eingangswiderstand standardmäßige 47 kOhm (MM) bzw. 100 pF Eingangskapazität (MC) - letztere ist aber auf Wunsch anpassbar.
    
  
Innenansicht 1: Phonoboard mit 3x ECC83 (12AX7)
 
 
  
Innenansicht 2: Netzteil mit Röhrengleichrichter EZ90
 
 
  
Innenansicht 3: Heizungsversorgung
 
 
Die Ausrüstung des Aluminiumgehäuses sowie der Platinen mit den hauseigenen Sorbothane-Elementen ist obligatorisch. Sehr pfiffig finde ich weiterhin die als Belüftungsschlitze fungierenden Schriftzüge im Gehäuse. Außerdem markiert ein roter Punkt die Phase an der Netzsteckerbuchse.
 

Rückansicht: MM-Variante der Perla Musica
 
 
Weitere Besonderheit: Kein einziger Schalter liegt im Signalweg, alle Verbindungen wurden zur Minimierung der Übergangswiderstände gelötet. Außerdem verfügen beide Kanäle über eine separate Spannungsversorgung.
 
Welche Röhrenderivate in den Sockeln stecken, weiß ich gar nicht. Eigentlich warten folgende ECC83-Äquivalente schon darauf, von mir eingesteckt zu werden (vergesst dagegen die Telefunken ECC803S!):
   
   
M.E. eins der besten ECC83-Äquivalente überhaupt: Mullard M8137 mit Kolben aus "Blubberblasenglas" (ok, das ist keine offizielle Bezeichnung; so nenne wohl nur ich es)
 
 
Aber Herr Schäffer legt Wert darauf, dass die von ihm verwendeten Röhren keines Tausches bedürfen - diesem Wunsch will ich gerne entsprechen und demnächst daher ausschließlich über die Klangqualitäten in "Stammbesetzung" mit Originalröhren berichten.

Ich bin jedenfalls schon sehr gespannt - dieses extrem konsequente, puristische und hochwertig ausgeführte Design mit der vermeintlich profanen ECC83 finde ich jedenfalls äußerst vielversprechend.
 
Stay tuned!

Donnerstag, 3. Mai 2012

2A3-Galerie

Inzwischen sind es ja doch einige 2A3-Röhren, die ich hier im Blog vorgestellt habe. Hin und wieder werde ich gefragt, ob ich nicht einmal eine Übersicht o.ä. erstellen könne - here you are!

In der Kopfzeile oben findet sich nun ein eigener Reiter für die 2A3-Galerie. Hier sind alle Blog-Posts direkt verlinkt, das erleichert dem einen oder anderen sicherlich die Suche.
 

Dienstag, 1. Mai 2012

DIY Monoblöcke: 4,5 Watt aus der direkt geheizten Triode 4624 (E707)

Björn mal wieder - jetzt ist es also vollbracht (wie hier bereits angekündigt) und er hat seine Kreationen ("Kreaturen"!) aus dem (Bastel-)Kellergewölbe freigelassen. In der freien Wildbahn seines Wohnzimmers zeigen sie dann auch ganz stolz - trotz noch fehlender endgültiger Seitenwangen (die jetzigen aus PVC werden noch durch eine 10mm starke Resopal-Variante ersetzt) - was sie zu bieten haben:
 
Eine direkt geheizte 4624 (=E707) als Endtriode, die 4,5 Watt an 5 Ohm ausspuckt, angetrieben von einer 6SL7, wobei deren beiden Systeme via Anodendrossel parallel laufen. Highlight für mich sind die zwei bläulich leuchtenden DCG1/250 Gleichrichter pro Monoblock (die bläuliche Illumination kommt vom Quecksilberdampf).
    
  
   
    
Der Frequenzgang verläuft absolut linear mit -2 dB bei 20 kHz, was ja völlig ok ist. Manch einer wird bei 6 dB Gegenkopplung von der Anode der Endröhre auf die Kathode der Treiberröhre zwar einen Stich im Puristenherzen verspüren, aber wenn´s hilft, ist das absolut legitim. Der erste Eindruck ist sehr vielversprechend - sehr sauber, absolut brummfrei. Das muss man so erst einmal hinbekommen... Chapeau, Björn!
  
P.S.: Weitere Bilder, den Schaltplan und die Messergebnisse gibt´s demnächst in einem Follow-up.