Sonntag, 29. Juli 2012

DIY-Wall-Transmissionline mit Visaton BG 17 - Follow-up II: die Bedämpfung

Vor Kurzem hatte ich hier und hier meine kleinen Transmissionlines mit dem Visaton BG 17 für die Wandmontage vorgestellt.
 

Nach weiterer Einspielzeit und noch besserem "Hineinhören" in den Lautsprecher wurde mir klar, dass bei der Bedämpfung offenbar noch etwas Feinschliff erforderlich war. Die Chassis hatten nun immerhin gut 100 Stunden Betrieb hinter sich, nachdem zeitweilig sogar ein Transistor (!) den kleinen Dingern ins Kreuz - äh, in die Schwingspule - getreten hat. (Wer mich ob des Transistors nun der Blasphemie bezichtigt - nur zu...)
 
Der Oberbass hat zwar einen schönen "Kick", aber kleine Unsauberkeiten durch immer noch aus der TML-Öffnung austretende Mitteltonanteile sowie eine leichte Dröhnneigung bei einer bestimmten Tiefton-Frequenz galt es zu eliminieren. (Lassen wir der Fairness halber aber die Kirche im Dorf: Bei einer so kurzen Linelänge lässt sich das auch kaum vermeiden.)
 
  
Zwar lässt sich mit einem Simulationsprogramm wie AJ Horn sehr schön das Verhalten eines Treibers in einer Line vorherbestimmen, allerdings wird die Dämpfung nur indirekt über dimensionslose Faktoren indiziert. Die Art der Dämpfung, deren genaue Menge und Position lassen sich weiterhin nur mit etwas Erfahrung nach Gehör - eben einfach durch Ausprobieren - optimieren.
 
Oben habe ich die ursprüngliche, wohl doch etwas zu magere Bedämpfung nochmals dargestellt, in dem unteren Bild habe ich mit einem Grafikprogramm die vor-genommenen Änderungen "verdeutlicht" (oder besser: dilettantisch "reingepfriemelt" - aber die Box konnte ich für ein neues Foto ja leider schlecht wieder aufsägen).
  
Es ist zu sehen, dass ich am Beginn der Line (Pfeil oben rechts) noch drei Lagen Bondum 800 hineingestopft habe. Die Lage Bondum 800 an der linken Innenwand (Pfeil links) habe ich durch Noppenschaumstoff ersetzt. Dafür habe ich am Lineausgang die obere Kanalwand ebenfalls mit einer Lage Bondum 800 ausgestattet (Pfeil nach oben).
   
   
Nach dieser Maßnahme klingt diese kleine Wall-TML deutlich ausgewogener, die letzte geringfügige Neigung zum "Tröten" ist jetzt fast völlig verschwunden. Chassis und Zentrierspinne sind ohrenscheinlich nach über 100 Stunden Betrieb gelenkig genug, um auch etwas tiefer in den (Ober-)Basskeller zu steigen.
   
 
Dass es sich bei diesen kleinen Schnuckelchen jetzt immer noch nicht um Überflieger- High-End handelt, dürfte wohl jedem klar sein. Aber das darf man bei einem Materialeinsatz von insgesamt 50 € - für das Paar, wohlgemerkt - nicht erwarten... (Wer auf Holzreste, Dämmmaterial, Kabelreste und Terminals von früheren Projekten zurückgreifen kann, zahlt sogar unter 30 € - nämlich nur für die Chassis). Ein Kandidat für einen "Most-Bang-for-the-Buck" Award ist dieser Lautsprecher damit aber allemal, soviel Eigenlob sei erlaubt... Wo sonst gibt es für diesen Kurs einen für Trioden geeigneten Lautsprecher?

Donnerstag, 26. Juli 2012

Über das Musikhören... (Follow-up)

Wie versprochen hier nun also als Follow-up das Ergebnis und eine kurze Bewertung der Umfrage aus dem Blog-Post Über das Musikhören..., in welche "Hörerschublade" sich denn jeder stecken würde (pro Schublade wartete jeweils ein Klischee). Zunächst ein herzliches Dankeschön an alle, die bei dieser nicht ganz bierernsten Selbsteinschätzung mitgemacht haben! Bei der Anzahl der Teilnehmer (Sommerloch halt...) ist die Umfrage zwar nicht repräsentativ, aber zumindest indikativ.
 
 
Da Mehrfachnennungen möglich waren, ist die Prozentsumme >100%. Das Ergebnis kann ja jeder selbst lesen, daher möchte ich mir im Folgenden auch nur aus meiner Sicht Bemerkenswertes herauspicken.
   
Entgegen meiner Erwartung scheint immerhin etwas mehr als die Hälfte zufrieden Musik zu hören (Musikhörer...) - das hätte ich ehrlich gesagt nicht erwartet. Dagegen überrascht mich weniger der relativ Hohe Anteil an Rastlosen, gleichwohl man sich überhaupt erst einmal eingestehen muss, dass man rastlos ist, was zunächst eine gewisse Ehrlichkeit sich selbst gegenüber voraussetzt - hier lauert bestimmt noch eine hohe Dunkelziffer ;-). Außerdem tummeln sich auf meinem Blog relativ viele Frickler - immerhin ca. jeder Vierte.

  
So weit so gut, aber weiter: keine Ehefrau (war zu erwarten), kein Nerd (das ist unglaublich - auf jeder Messe wuseln Hunderte), kein Hifi-Blogger (wenn ich mir meine Blogroll so anschaue: hallo, Jungs...?!). Und schließlich: Immerhin 9%, die für sich überhaupt keine passende Schublade gefunden haben. Wie kommt´s? Logisch, einige wesentliche Schubladen hatte ich zunächst unterschlagen, daher gibt´s hier einen kleinen Nachschlag:
  

Der Messwertfetischist
...glaubt nur zu hören, was er auch messen kann. Zu seinem wertvollsten Messinstrument - dem Ohr - hat er das wenigste Zutrauen. Sein Oszi, das Multimeter, das Messmikrophon oder die Simulationssoftware sind ihm heilig. "Alter, guck mal hier, die Messung bestätigt genau, was die Simu vorhergesagt hat - voll das TML-Loch bei 120 Hz, die Box hättste gar nicht erst bauen brauchen, das KANN ja gar nicht klingen!" - "Äh, wir haben doch noch gar nicht gehört, wie sie klingt..." - "Alter, hör auf, das bringt doch nix - hol Du schon mal die Axt, ich mach inzwischen den Kamin an..."
"Und guck mal hier: 5,8% k2 bei 3 Watt, ey, dass du immer noch mit deinen ollen Trioden rummachst. Ich leih´ dir mal mein´ Class D-Amp - wusstest du, dass der ´n Dämpfungsfaktor von fast 4000 hat?"
Nein, das wusste ich nicht.
 
Der Vintagianer
...weiß, dass früher alles besser war - Vintage rules. Die Entwicklung von Hifi hat heuer eine völlig falsche Richtung eingeschlagen, das taugt doch alles nichts mehr. Deshalb besitzt er ja auch einen transistorisierten 70er-Jahre Vollverstärkerboliden. Sein alter Garrard 301 mit Reibradantrieb hat eine famose neue Zarge erhalten, nachdem die gesamte Mechanik generalüberholt wurde. Und wenn andere ihn einen barbarischen Banausen schelten, weil er für Saba Greencones alte Röhrenradios ausschlachtet(e), quittiert er das mit einem beifälligen Achselzuchen. Die Qualitäten seiner DIY-Lautsprecher mit den Sabas sprechen für sich (davon ist er fest überzeugt) und er freut sich außerdem diebisch, dass er kürzlich diesen tollen, alten Denon MC-Übertrager ergattern konnte. Der Vintagianer hat Spaß an Hifi und am Musikhören.
 
Der Raumausstatter
...weiß genau, dass Beton tot und Holz lebendig klingt. Daher hat er sich beim Hausbau auch für eine Holzständerwerkbauweise entschieden, obwohl er außen einen ganz normalen Klinker hat. Ein separates Musikzimmer musste es ja gar nicht sein, dafür aber ein schönes großes Wohnzimmer, in dem er mit seiner Anlage Musik hören wollte. Die Maße entsprechen nahezu dem Goldenen Schnitt, lediglich mit der Zimmerhöhe passt es nicht so ganz. Immerhin. Weiß er doch genau, dass sich die Raummoden auf diese Weise besonders harmonisch und gleichmäßig auf das Frequenzspektrum verteilen, anstatt sich bei einigen ihrer Vielfachen als Superposition besonders prominent hervorzutun.
Parkett war dann wieder aus Gründen der Lebendigkeit (Holz!) beim Fußboden die erste Wahl, obwohl er hier und da noch kleine Läufer oder mittelgroße Teppiche auslegte. Ansonsten montierte er leichte Vorhänge links und rechts der mit Plissee-Stoffen versehenen Fenster. Seine holzbetonte Möblierung ist weder erdrückend noch asketisch, außerdem wird sie von etlichen Pflanzen aufgelockert. Obwohl er auch fast ohne ausgekommen wäre, positionierte er nach einigem Probieren hier und da noch dezent ein paar Diffusoren und Absorberelemente - fertig ist das (nahezu) perfekte "Musikzimmer". Er weiß, dass sich dieser eigentlich überschaubare Aufwand gelohnt hat, ist er doch mindestens die halbe Miete des Wohlklangs, den er nun genießt. Er weiß weiterhin, dass er bei Vernachlässigung der "Ausstattung" des "Hörraums" auch mit dreimal so teuren Lautsprechern klanglich nicht annähernd so weit gekommen wäre - und freut sich.
   
Der junge Familienvater
...hat es von allen am allerschwersten. Windeln, Babybrei, Kinderbett, Wickeltisch, Kinderwagen, der neue Kombi, in den der Kinderwagen auch hineinpasst... Kinder sind sauteuer. Spätestens jetzt dünkt ihm, dass er sich die nächsten drei Jahre die lang ersehnte neue Phonostufe erst einmal von der Backe putzen kann. Na ja, oft ist er ja sowieso viel zu müde zum Musikhören, ständig muss er nachts hoch, wenn das Baby schreit - schließlich wechselt er sich als moderner Vater mit seiner Frau ab. Und abends richtig laut Musik hören geht auch nicht mehr, das wäre ja Stress für das Baby und es braucht seinen Schlaf.
Später dann - Baby kann schon fast laufen - wird es auch nicht besser. Die gestrige Krabbelgruppe zu Besuch hat im Wohnzimmer mit Duplo-Steinen gespielt, wobei leider ein oder zwei dieser Bausteine irgendwie in der Box gelandet sind. Babyarme passen halt durch das Bassreflexrohr, Erwachsenenarme leider nicht, also bleiben die Duplo-Steine nun in der Box. Und in der Seidenkalotte des Esotar-Hochtöners ist zum Glück auch fast kein sichtbarer Knick zurückgeblieben, nachdem Tom diese eingedrückt hatte.
Kommen Sie einem jungen Familienvater nicht mit High-End-Gefasel um die Kurve, er ist schon froh, wenn er überhaupt einmal Musik hört. Aber meistens schläft er abends auf dem Sofa vor dem Fernseher ein.
 
Der Konventionelle
...ist sehr durch den Mainstream konditioniert. Eine Hifi-Komponente muss für ihn eine Breite von 43,5 cm haben - wie es sich gehört; alles andere würde ihn nur irritieren. Schließlich ist genau dieser Platz im Wohnzimmerwandschrank dafür vorgesehen. Er kauft aus optischen Gründen alle Geräte vom gleichen Hersteller A, welche er mithilfe der Beipackstrippen verbindet. Außerdem müssen die Geräte übereinander "stapelbar" sein. Deshalb kann er mit Röhrenverstärkern auch nichts anfangen: Die werden schließlich heiß und außerdem schleichend schlechter (hat er gelesen). Und die haben ja auch "viel zu wenig Watt" und keinen Komfort.
Stress mit seiner Frau wegen großer Standboxen hat er nicht, er findet die passenden Regalboxen vom gleichen Hersteller A nämlich sehr ansprechend. Schließlich passen sie ebenfalls sehr schön in den Wandschrank, dorthin, wo sie hingehören und nicht auffallen: ins Regal.
Zwar wurde die preisgleiche Anlage des Herstellers B im Test klanglich etwas besser bewertet. Aber er hatte sich wegen der besseren Ausstattung und der - für seinen Geschmack - besseren Optik doch für A entschieden. Und er ist ja sehr zufrieden mit seiner Anlage, nicht zuletzt, weil sich alle Komponenten mit einer einzigen Systemfernbedienung steuern lassen. Und mal ehrlich, sooo groß kann der Unterschied zwischen A und B ja gar nicht sein, die klingen auf diesem Level doch alle gleich (gut). Oder?
    
Der Sammler
...leidet unter einer Zwangsneurose, bei dem ihm Hifi oft lediglich als Vehikel dient: Er sammelt, und zwar Röhren, historische Breitbänder, Röhrenverstärker, Tonabnehmer oder MC-Übertrager... Er besitzt oft eine bemerkenswerte Anzahl Pretiosen, für die er aber objektiv betrachtet gar keine sinnvolle Verwendung hat. Er kann ja schlechterdings mit mehreren Breitbändern oder Tonabnehmern gleichzeitig hören. Klar, er hat sie alle schon ausprobiert und empfindet eine tiefe Zufriedenheit bei dem Gedanken, er KÖNNTE sie ja benutzen, wenn er wollte. Gleichwohl ist der Sammler oft auch ein Genießer, der zum Besuch seines guten Freundes sein bestes Triodenpärchen in die Endstufe steckt, so wie andere aus Anlass des Besuchs einen alten Wein dekantieren würden. Der Sammler ist unfähig, ein Sammelobjekt links liegen zu lassen - er MUSS es haben. Doch kaum hat er es in Händen, ist die Befriedigung schon wieder verflogen; er ist ähnlich süchtig wie ein Vampir nach Blut. Und anders als z.B. beim Rauchen gibt es beim Röhrensammeln so gut wie keine Chance, diese Sucht je wieder loszuwerden...
 
Der Perfektionist
...hat mit Hifi ein sehr anstrengendes Hobby. Seinem inneren Zwang folgend werden regelmäßig die Imbusschrauben seiner Tieftöner nachgezogen - selbstredend nicht mit einem vom letzten Möbelbau übrig gebliebenen IKEA-Billigteil, sondern mit einem Drehmomentenschlüssel, der das gleiche Anzugsmoment an allen Schrauben sicherstellt. Über Basics wie die richtige Netzphase seiner Geräte oder die sternförmige Erdung zum Vorverstärker macht er sich längst keine Gedanken mehr; alles längst abgehakt. Dafür prüft er häufig mit dem Zollstock die exakte Position seiner Lautsprecher - und siehe da, die linke Box steht schon wieder 5 mm zu nah an der Rückwand; die Frau wird doch wohl nicht schon wieder beim Staubsaugen...?! Ha! Und auf den Cinchbuchsen ist auch schon wieder viel zu viel Staub - schnell ein Q-Tip und etwas Isopropylalkohol...
Aber das ist ja noch nichts gegen das, was er kürzlich Grauenvolles mit seinem Plattenspieler erlebte: Der steht nämlich immer exakt in Waage. Aber als er wie üblich die Wasserlibelle an den 23 definierten, verschiedenen Stellen auf dem Dreher positionierte, schien jede Position "aus dem Wasser" zu sein, und zwar in unterschiedliche Richtungen! Schließlich bemerkte er den unter der Libelle klebenden Krümel, aber wenn er jetzt an diesen Schock denkt, bekommt er heute noch Gänsehaut. Dagegen war die falsche Auflagekraft, nachdem sich eine dicke Fliege auf die Headshell gesetzt hatte, ja Kinderkram...
Manchmal hört der Perfektionist auch Musik.

Freitag, 20. Juli 2012

Über das Musikhören...

Als Hifi-Hobbyist, der beruflich allenfalls eine periphere eigene Schnittstelle zur Hifi-Industrie konstruieren könnte, bin ich um einen möglichst objektiven Blick auf das Thema Hifi einerserseits sowie - hin und wieder - um etwas Selbstreflexion andererseits bemüht. Das gelingt zwar nicht immer. Allerdings fügen sich die zahlreichen Mosaiksteine jahrzehntelanger persönlicher "Szene-Erfahrungen" (Freunde, Bekannte, Konzertbesuche, Hifi-Händler, Frickler, Plattenläden, Hifi-Messen, Röhren-Dealer, Foren, Hifi-Zeitschriften, Musiker...) inzwischen zu einem derart bunten Kaleidoskop zusammen, dass ich der festen Überzeugung bin: Hifi-Fans sind eine sehr besondere Spezies... Im Folgenden daher einige der markantesten mir begegneten Charaktäre (es gibt natürlich auch Mischformen).
 
Ach ja: Wer locker und humorvoll genug ist, der gibt eine Selbsteinschätzung ab und beteiligt sich an der Umfrage rechts. Schließlich interessiert mich brennend, wer denn so mein Blog liest. Bei genügend Teilnehmern gibt´s als "follow up" eine Auswertung als Post. ;-)
  
Der Gigantomane
...wuchtet sich nach dem Motto "Viel hilft viel" die allerfettesten Monoendstufen in die gute Stube. Die versprochene Nennleistung erinnert eher an die eines Schweißgeräts. Aber er benötigt ja auch einen passenden Treibsatz für seine bis unter die Decke ragenden 6-Wege-Boxen mit linealgeradem Frequenzgang; dank der Glattbügelei haben die ja nur einen Wirkungsgrad von knapp (unter) 80 dB. Auch der Plattenspieler mit kardanischer Aufhängung des Gravitationspendels steht noch nicht optimal, hier fehlt noch ein stabiles Granitfundament zur Lastverteilung, damit der Fußboden nicht mehr so sehr nachgibt. Es klingt ansonsten natürlich perfekt und es handelt sich um die beste Anlage der Welt, bis auf die kleine Einschränkung, dass der Klang wie Honig am Chassis klebt.
    
Der Poser
...will nicht so sehr einfach nur gut Musik hören. Für ihn ist die Hifi-Anlage - wie Auto, Mode, Wohneinrichtung,... - einfach ein Statussymbol. Nix Understatement also, die Anlage muss "wertig" aussehen, Klang: Nebensache. OK, wenn sie gut klingt, nimmt er das natürlich gerne mit. Für ihn kommen daher nur Geräte von Burmester, Einstein, Jadis, Transrotor & Co. in Frage - Hauptsache, viel Gold, Chrom und Bling-Bling. Tatsächlich wird diese Klientel ja hie und da auch wohlfeil bedient...
  
Der Nixblicker
...blickt (noch) nix. Oft jung, orientiert er sich an Sternchen, Ohren und Klangpunkten einschlägiger 0/8/15-Hifi-Blättchen. Bar eigener Erfahrung glaubt er den geschriebenen Mist blind und kauft sich für sein zur Verfügung stehendes Budget jeweils die Geräte mit den höchsten Einstufungen in den Bestenlisten (= die Geräte mit den fettesten Werbeanzeigen im Heft). Dabei achtet er sklavisch auf die Einhaltung der Faustregel (die er irgendwo mal gehört hat): ein Drittel für die Quelle, ein Drittel für den Verstärker und ein Drittel für die Boxen. Es kann oft Jahre dauern, bis der Nixblicker - oft eher zufällig - irgendwo eine gut zusammengestellte Kette hört, die billiger ist als die seine und dennoch viel besser klingt. Einige Nixblicker blicken dann, dass sie bislang wohl nix blickten und wenden sich (hoffentlich) an einen der wenigen heute noch existierenden kompetenten Fachhändler. (Dass dieser eine aussterbende Gattung zu sein scheint, verdanken wir u.a. auch dem => geizigen Beratungsklauer).
 
Der Rastlose
...ist innerlich unruhig und unfähig, entspannt Musik zu hören. Dafür hört er seine Anlage und analysiert, wie diese klingt. Und er ist nie zufrieden, stets der Meinung, es ginge noch besser. Der Rastlose wechselt seine Komponenten wie andere ihre Unterwäsche. Der letzte Tausch des Lautsprecherkabels brachte nach 523,4 h Einspielzeit immerhin einen etwas feiner auflösenden Mittelhochtonbereich und Beckenanschläge klingen nun einen Tick seidiger. Aber trotzdem klingen S-Laute bei Frauenstimmen immer noch etwas zu zischelig - vielleicht liegt´s ja doch am Tonabnehmer, dessen Nadelnachgiebigkeit von je her noch nie so richtig zum Arm passen wollte...
  
Der Miesmacher
...hat die Weisheit nicht nur mit Löffeln gefressen, sondern bereits mit der Muttermilch aufgesogen. Seine Komponenten sind natürlich perfekt kombiniert, wohingegen seiner Ansicht nach Ihre Lautsprecher nicht zu Ihrem Verstärker passen. Und überhaupt ist das elektrische Design Ihres Verstärkers ja recht smart und simpel; er hat sich seinen Verstärker selbstverständlich nur mit den besten Bauteilen selbst aufgebaut. Und wie können Sie nur neue, minderwertige Röhren aus aktueller Produktion einsetzen - er selbst verwendet natürlich nur die besten NOS-Typen. Auch ist Ihr Plattenspieler eines gut beleumundeten Herstellers gemessen am Klang viel zu teuer; er hat sich seinen nämlich selbst gebaut und dieser fegt alle anderen sowieso vom Tisch...
 
Der Spirituelle
...geht den Scharlatanen der Branche auf den Leim und finanziert deren Luxusleben. Ein Satz Klangschälchen für 10k €? Her damit! Kabel-Enhancer, Innovations-Hallographen, CD-Klangschatullen, Multivokallack mit Registerausgleich, Raumakustik-Harmonizer... Wenn Sie eins dieser Nonsens-Produkte für weniger als fünf grüne Scheine bekommen, handelt es sich bereits um einen echten "Schnapper"! Die Funktionsweise kann zwar keine Sau - der "Entwickler" als allerletzter - erläutern. Macht aber nix, eine physikalische Basis hat das Ganze nämlich auch nicht; diese wird statt dessen durch schwammigen Voodoo-Bohei ersetzt, immer schön geheimnisvoll bleiben. So lassen sich - bezogen auf den Materialeinsatz -  locker etliche tausend Prozent Marge rechtfertigen. Waaas - die 3 Watt Single Ended Triode kann die 4-Wege-Box mit 83 dB/W/m nicht treiben?! Dem kann bestimmt geholfen werden; wie wär´s z.B. mit einem Power Animator - sogar mit integriertem Optimizer für schlappe 1.900 €? Und wer glaubt, ich wolle ihn auf den Arm nehmen, der "google" bitte die vorgenannten, kursiv gestellten Geräte - die gibt´s wirklich alle...
   
Der geizige Beratungsklauer
...ist im Allgemeinen ein sehr korrekter Mensch. Alles hat seine Ordnung, er selbst seine Prinzipien und nun ist er auf der Suche nach dem bestmöglichen Gerät für sein verfügbares Budget. Dabei klappert er zig Händler ab und lässt sich in stundenlangen Sessions alle Geräte auf seiner Kandidatenliste vorführen, natürlich nicht ohne sich penibel und mit spitzem Bleistift seine Notizen zu machen. Schlussendlich wird das Gerät der Wahl dann im Netz beim Online-Handel geordert, schließlich ist es hier 50 € günstiger. Dabei ist es ihm nicht einmal unangenehm, im Bekanntenkreis von seinem "Schnäppchen" zu berichten - ob er das dem vorführenden Fachhändler auch so erzählen würde?
  
Der Musikhörer
...schert sich einen feuchten Kehricht darum, ob die Korkmatte auf seinem Plattenteller klanglichen Zugewinn gegenüber der Filzmatte bringt, die jüngste MkII-Version seines Verstärkers wohl noch griffiger aufspielt als das eigene MkI-Modell oder das neueste Topmodell aus seiner Lieblings-Lautsprecher-Manufaktur noch autoritärer aufspielt als der eigene, eben auch nicht gerade günstige Lautsprecher. Der Musikhörer hört einfach nur zufrieden Musik und investiert Zeit und Geld lieber in Platten(läden) als damit, über den Tausch von Komponenten nachzudenken. Beneidenswerte, sehr seltene Spezies!
 
Der Frickler
...verbringt mehr Zeit mit dem Basteln als mit dem Musikhören. Für ihn ist der Weg das Ziel und Verstärker dienen ihm häufig als Betriebsmöglichkeit für seine Röhrensammlung. Unter den Fricklern gibt es daher auch viele Tube-Roller. Guter Klang ist ihm zwar ebenso wichtig, aber er verbastelt ganz pragmatisch alles, was sich in seinen Bastelkisten findet. Der Lötkolben ist quasi immer an und wenn er im Netz ein gutes Pärchen einer exotischen, alten Röhre entdeckt, arbeitet sein Unterbewusstsein schon längst daran, in welcher Konfiguration er um diese Röhre herum einen Verstärker zusammenbrutzeln kann.
 
Der Dogmatische
...gleicht in seiner Aufgeschlossenheit einem religiösen Fundamentalisten. Er hat für sich die Fragen zu Analog oder Digital, Röhre oder Transistor, NOS oder Nachbau, Breitband oder Mehrweg, Horn oder Bassreflex... längst entschieden und gibt sich in Diskussionen darüber flexibel wie ein Amboss.
  
Der Nerd
...scheint eigentlich nur für Messebesuche aus seinem Kellerloch zu kommen. Er besitzt häufig markante Verhaltensauffälligkeiten und besticht bisweilen durch ein ungepflegtes, rübezahlmäßiges äußeres Erscheinungsbild. Fürderhin hat er meist keinen Lebenspartner und verfügt überhaupt kaum über soziale Kontakte. Auf Messen schlurft oder huscht er mit allerlei ergattertem Infomaterial in Jutebeuteln von Raum zu Raum, schaut/hört sich mit angestrengtem, aufgesetzten Kennerblick die Gerätschaften an und quacksalbert sinnentleertes Pseudo-Fachgeschwätz - außer Hifi hat er keine weiteren Lebensinhalte.
 
Der Hifi-Redakteur
...ist eigentlich eine ganz arme Sau. Klar, er bekommt regelmäßig die Top-of-the-line Produkte verschiedenster Hersteller zur Verfügung gestellt und kann zunächst staunen (oder auch nicht), was denn klanglich so geht, wo womöglich das Ende der klanglichen Fahnenstange ist, wo der klangliche Hammer hängt. ABER: Er muss dann über das Gerät schreiben. Und zwar muss er sich mehr oder weniger positiv äußern. Und immer wieder neue Superlative aus der verbalen Trickkiste zaubern. Und dabei glaubwürdig bleiben. Und abwechslungsreiche Artikel schreiben. Und interessante Infos liefern, die auch den Tatsachen entsprechen. Und, und, und... Und er darf das Produkt natürlich nicht verreißen - denn dann kündigt der Hersteller womöglich seine geschaltete Werbung. Der Hifi-Redakteur kann den Test des Geräts eines Werbenden womöglich nicht einmal verweigern. Ich bewundere daher die wenigen Herren RedaKteure, denen es gelingt, mit vermeintlich behender Leichtigkeit kurzweilige, informative und glaubwürdige Artikel zu schreiben. (Zwar sieht die deutsche Rechtschreibung eine Schreibung mit Binnenmajuskeln nicht vor, allerdings bilden Eigennamen eine Ausnahme, daher wollen wir es an dieser Stelle durchgehen lassen, nicht wahr?!)
  
Der Musiker
...hat ein bisweilen zwiespältiges bis nicht existentes Verhältnis zum Thema Hifi. Ihn interessiert eher der Overdrive seines röhrenbestückten Gitarrenverstärkers, also das gewollte Verzerrungsverhalten bei Übersteuerung. Allenfalls die Dynamik einer Hifi-Anlage ist für ihn ein entscheidendes Kriterium, aber kommen Sie einem Musiker bitteschön nicht mit Themen wie Kabelklang o.ä. um die Ecke - außer, Sie wollen ein verständnisloses Fragezeichen in seinem Gesichtsausdruck ernten. Er weiß es eben besser, wie sehr bereits Toningenieure das aufgenommene Musiksignal vermurksen, deshalb zählt für ihn viel mehr die Live-Performance.
 

Die Ehefrau(en)
...sind in Sachen Hifi völlig schmerzlos. Der Blindvergleich zwischen der 20k €-Anlage und Töchterchens Kompakt-CD-Dudelkubus bringt einem ein lapidares "Ich hör´ da keinen Unterschied!" ein. Danke schön. Wo der Spaß bei einigen Frauen allerdings aufhört, sind große Lautsprecher im Wohnzimmer. Dafür hat die findige Industrie den Wife Acceptance Factor (kurz: WAF) eingeführt. Grusel-Lautsprecher im Model-Slim-Line-Design vom Typ "Gazelle" werden hiermit etikettiert ("Klingt fantastisch und wird Ihrer Frau bestimmt gefallen!"). Klingt nur leider nie mit einer SET und meistens absolut gesehen ebenfalls scheiße - also ab in den Müll damit. Sorry, Folks: Wenn ihr eure Frauen mit dem WAF ködern müsst, kauft euch lieber eine Modelleisenbahn oder hört eben weiterhin schlecht Musik... Drehmoment braucht halt Volumen.
  
Der Konzertgänger
...legt ähnlich wie der Musiker den Fokus sehr auf die Dynamik bei der Musikwiedergabe. Deshalb nennt er auch in den seltensten Fällen einen Zweiwege-Kompaktling mit 13er-Polypropylen-Tiefmitteltöner bei 83 dB Wirkungsgrad sein eigen. Den sahnigen Durchzug im Tiefton vom Typ "Luftpumpe" findet er unerträglich ebenso wie die Sorge, der Lautsprecher könne das Langhub-Chassis beim nächsten Bassimpuls vor seine Füße spucken. Eine Ausnahme bilden womöglich Anhänger aufregender Kammermusik.
 
Der Foren-Fuzzi
...tummelt sich vorzugsweise in - logisch - Hifi-Foren und kann i.d.R. kein Deutsch. Groß- und Kleinschreibung, Interpunktion, Grammatik, Satzbau, Ausdrucksweise - hier wird in schöner Regelmäßigkeit so ziemlich alles falsch gemacht wo geht. Dem Foren-Fuzzi tut´s nicht weiter jucken, geht ja auch um Spaß dran haben mit den andern zu schreiben und so. Und kamman ja auch tolle Smilys einbauen damit der andere weiß was man eigentlich meint und wos lustich is und wie´s gemeint ist und so und auch wenn ich mal sauer bin wegen was der andre geschrieben hat. und is ja auch bequemer wemman einfach nurnoch klein schreiben tut. ich tu foren daher inzwischen meiden weil ich find das nämlich doof das sich keiner mehr mühe gibt beim schreibm. könnt ich für gleiches nivoh ja gleich bildzeitung lesen, mach ich ja aber auch nich weil das kannste als normalo ja auch nicht ertragn.
  
Der Hifi-Entwickler
...baut eigene Geräte und vertreibt ggf. Fremdprodukte. Er ist natürlich überzeugt von seinem Produkt - schließlich will er es verkaufen. Das ist ok. Gleichwohl übertreibt es manch einer, wenn dessen Geräte nämlich geeignet sind, Ihr Hifi-Weltbild innerhalb der ersten Sekunden des Hörens zum Einstürzen zu bringen. Sie werden nie mehr andere Produkte als die seinen hören wollen, denn schließlich handelt es sich hierbei um den größten Quantensprung in der Geschichte der Musikreproduktion. Alle anderen Geräte verlieren ihre Daseinsberechtigung, übliche Bewertungsschemata versagen hier fast vollständig, denn jede beliebige Hifi-Eigenschaft ist hier in nie gehörter Perfektion vorhanden. So dick trägt niemand auf, glauben Sie? Weit gefehlt, die vorgenannten Schlüsselwörter und Wortphrasen sind einer aktuellen Produktinfo entnommen.
 
Der Hifi-Blogger
...verbringt bisweilen zu viel Zeit mit dem PC und kommt vor lauter Bloggerei viel zu selten zum Musikhören. Selber schuld.
   
   
Na - waren Sie auch dabei? Schön, ich selbst erkenne mich nämlich ebenfalls in der einen oder anderen Schublade wieder.
;-)

Dienstag, 17. Juli 2012

Museum für Kommunikation Berlin

Wer eine Reise nach Berlin plant, sollte unbedingt dem Museum für Kommunikation einen Besuch abstatten. Unter anderem sind hier etliche Röhren ausgestellt:
 
 
Bildquelle: Wikipedia
 
   
    
Bildquelle unteres und mittleres Bild: Volker B. Radek
 
Die Röhre vorne rechts sieht einer Valvo M 1550 sehr ähnlich - tatsächlich ist es jedoch die Triode Valvo M 1250 aus dem Jahr 1919. Dieser frühe Vorläufer der M 1550 (1930er-Jahre) ist ebenfalls eine Senderöhre mit 500 W Anodenverlustleistung - siehe folgenden Ausschnitt aus dem Bild oben:
  
   
Sendetriode Valvo M 1250, 1919

Sonntag, 8. Juli 2012

Hallo Deutsche Post - muss das sein?!

Der Versand von Röhren hat für mich jedes Mal etwas Unbehagliches - egal, ob ich nun Versender oder Empfänger bin. Das Wissen, dass es sich beim Versandgut um nur noch in begrenzter Anzahl existente, nicht reproduzierbare Ware handelt, spielt dabei sicherlich eine wesentliche Rolle.
   
Normalerweise nehme ich einen sehr stabilen Karton aus dicker Pappe, ausgefüllt mit Styropor, weiteren stabilisierenden Pappelementen und viel Luftpolsterfolie. Außen sind mindestens zwei ´Vorsicht Glas! Bruchgefahr!´ Aufkleber obligatorisch. So gewappnet, sollte jedes Päckchen davon ausgehen dürfen, von allen beteiligten Service- und Zustellkräften umsichtig behandelt zu werden.
   
Offenbar weit gefehlt: Folgendes von mir verschickte Päckchen wurde auf seiner weiten Reise gen Osten trotz entsprechender Warn- und Hinweisaufkleber ordentlich in die Mangel genommen... und nach seiner Beschädigung offensichtlich notdürftig mit silberfarbenem Klebeband geflickt. (Die meisten selteneren Röhren finden meiner Erfahrung nach übrigens Käufer in Asien, einige in den USA oder Europa - und die allerwenigsten in Deutschland selbst!)
     
   
Das Ergebnis jedenfalls war eine kaputte Röhre. Ich räume ein, dass ich stinkesauer war (und bin) - wie dämlich muss man sein, ein Paket derartig in irgend eine Ecke hineinzustopfen und so zu deformieren?! Ob ich von der Deutschen Post nun auf Basis der gesonderten Transportversicherung bzw. des erhöhten Haftungsbetrags eine entsprechende Rückerstattung erhalten werde, bleibt abzuwarten.
  
Ich bin da eher skeptisch: Ein von mir vor nicht allzu langer Zeit innerhalb Deutschlands per DHL (die ich hier jetzt mit der Deutschen Post über einen Kamm schere) versendetes Dampfradio war meines Erachtens hervorragend verpackt. Der Empfänger erhielt es jedoch völlig zerstört. Die DHL-interne Untersuchungsabteilung für Transportschäden kam zu der Erkenntnis, die Verpackung sei nicht sachgemäß gewesen und ich blieb auf den Kosten sitzen. Wie praktisch, wenn man eine unabhängige Untersuchungsabteilung im eigenen Hause hat...
   
Ich werde jedenfalls fortan - wenn immer möglich - wie gewohnt mit HERMES versenden, was leider nicht in allen Fällen möglich ist.

Donnerstag, 5. Juli 2012

Kurios - ECC88: Valvo oder Telefunken?

Wie bereits im vorherigen Blog-Post erwähnt, gibt es ECC88, die mit Valvo gestempelt sind und im Boden die Telefunken-Raute haben:
 
 
 
Ganz offensichtlich hat Telefunken hier Valvo bei der Produktion ausgeholfen... Eine "Fälschung" (nachträgliche Neustempelung weder durch Valvo noch durch TFK) möchte ich dann doch ausschließen.

Mittwoch, 4. Juli 2012

Valvo, TFK & Co.: Ähnlichkeiten bei Röhren aus den frühen 1930er-Jahren

In NS-Deutschland wurden ab ca. 1937 alle Röhrenhersteller für Kriegszwecke zur Zusammenarbeit gezwungen, was dazu führte, dass ab diesem Zeitpunkt viele von Loewe, Valvo und Telefunken produzierte Röhrentypen nahezu identische Systeme haben. In der Folge hatten sich die Röhrenhersteller seit dem Kriegsende gegenseitig bei der Entwicklung und der Produktion unterstützt. Das bedeutet, dass z.B. die EC86 bei Valvo entwickelt wurde und anschließend alle für die Herstellung nötigen Unterlagen an die "Konkurrenz" geliefert wurden. Im Gegenzug bekam Valvo die Fertigungsunterlagen für eine andere Röhre. Somit sparte man eine Menge Entwicklungskosten; für die Produktion galt das Gleiche. So gibt es z.B. ECC88-Röhren, die Valvo gestempelt sind, aber im Boden die TFK-Raute haben!
 
Wundern darf man sich allerdings über frappierende Ähnlichkeiten deutlich früherer Produktionen - beispielsweise bei 1932 von unterschiedlichen Herstellern produzierten RGN1064 oder bei identisch aussehenden Derivaten der AZ1 (1935). Die Tatsache, dass man sich schon in den frühen 1930er-Jahren gegenseitig belieferte, ist schon erstaunlich. Es war eher die Zeit, in der sich die Röhrenhersteller gegenseitig mit Patentschutzklagen bekämpften.
 
Wohl dem, der hin und wieder Gelegenheit hat, in Firmenarchiven alter/ehemaliger Röhrenproduzenten zu stöbern:
 
     
Dieses Dokument zur Triode A4110 stammt vom 06. September 1934. Zu diesem Zeitpunkt gehörte die Radioröhrenfabrik GmbH Hamburg schon lange zum Philips-Konzern und der Name Valvo war ein eingetragenes Markenzeichen. Es belegt, dass vorgesehen war, die Röhre sowohl mit Valvo als auch mit Telefunken zu stempeln.
   
Mein Dank geht an Björn, der mir Dokument und Infos zur Verfügung stellte.