Donnerstag, 4. April 2013

ONEDOF™ Turntable

Im Folgenden geht es um den Plattenspieler ONEDOF™ des Entwicklers Aleks Bakman. Schmucke Plattenspieler gibt es zwar viele, aber dieses feinmechanische Maschinchen ist im Vergleich zu manch anderem Spieler nicht teuer, sondern ziemlich teuer: In der Basisausführung kostet es derzeit 175.000 US$. Ohne Pick-up.
 
Aleks Bakman kommt eigentlich aus der Luft- und Raumfahrtindustrie - dies dokumentiert er auch auf seiner oben verlinkten Website und übt sich dabei in typisch amerikanischer Zurückhaltung... Klappern gehört halt zum Geschäft, jedes (teure) Geschäft braucht außerdem eine gute Story (Leute lieben gute Stories, vor allem an der Aktienbörse) und nun baut Aleksandr eben Plattenspieler. Also, im Moment diesen einen. Sogleich drängt sich mir die Frage auf: Wer braucht einen solch teuren Plattenspieler? Kann ein Luft- und Raumfahrtingenieur besser(e) Plattenspieler entwickeln als andere Tüftler und Manufakturen? Und ist der Klang entsprechend, vielmehr: Ist das der beste Plattenspieler der Welt? Ist er besser als der beste Simon Yorke? Ist dieser Plattenspieler im Gegenwert eines Einfamilienhauses sein Geld wert, obwohl das Ding nicht viel mehr kann als eine Platte auf einem Teller zu drehen? Ich weiß es nicht und ich bin mir ziemlich sicher, dass sich die avisierte Klientel mit derlei profanen Oberflächlichkeiten gar nicht erst befasst. Zielgruppe dürfte insbesondere eine außerordentlich solvente Fraktion sein, die sonst eher z.B. bei Transrotor einkauft. Ganz abgesehen vom Preis ist mir der Spieler persönlich aber einfach nicht schwarz genug.
 
Aleks spricht seinem Plattenspieler einen sehr hohen Wife Acceptance Factor zu, was dem einen oder anderen natürlich nicht ganz unwichtig ist. Das macht er womöglich auch am vielen Gold fest, immerhin ist der Dreher mit 24 Karat Gold überzogen und wiegt ca. 50 kg, wobei allein 27 kg auf den Plattenteller entfallen. Man muss also kein Prophet sein, um hier ein Masselaufwerk zu mutmaßen. Das eigentlich Besondere sei aber, dass sich der Plattenteller in alle Richtungen selbst korrekt zentriert und nur noch den einen Freiheitsgrad für die axiale Drehung erlaubt: ONEDOF = ONE Degree Of Freedom. Wie er das technisch genau bewerkstelligt und was er dabei besser als andere Plattenspieler macht, wird leider nicht näher beschrieben.
 
Weitere Features sind... ach, machen Sie sich doch einfach ein eigenes Bild auf seiner Website. Ein Interview von Marc Phillips (The Vinyl Anachronist) mit Aleksandr Bakman gibt es hier.
 
 
 
 
 
 
 
Bildquellen: Website ONEDOF™

Kommentare:

  1. Hässlicher und völlig überteuerter Hifi Schnickschnack.

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  2. Das Ding ist protzig und häßlich zugleich. Ich bin mir ziemlich sicher, dass meine 15 Jahre alte Platine Verdier mit dem SME 3012 bessere Musik macht.

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  3. Such a needed things posting by you.I hope you will post more things.

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