Mittwoch, 30. Januar 2013

Ken-Rad JAN-CKR VT-95 (2A3), NOS, NIB, Februar 1945

Ganz kurz und knackig möchte ich hier die - abgesehen von 2A3 Monoplates - beste 2A3 vorstellen, die mir je untergekommen ist. Es handelt sich um die Militärversion der Ken-Rad VT-95 (=2A3), die ich in ihrer "normalen" Ausführung bereits im Januar 2011 hier vorgestellt habe.
  
Bewusst habe ich in der Überschrift einmal die Abkürzungen "NOS" (New Old Stock) und "NIB" (New In Box) verwendet, um die Begriffe einmal klarzustellen. Sie werden leider nämlich allerorten geradezu inflationär und falsch verwendet. Diese beiden Röhren sind nicht nur sehr eng gematcht, sondern ihre Steilheit liegt sogar über den NOS-Spezifikationen. Zudem waren diese beiden Röhren noch nie in Gebrauch - nur dann handelt es sich tatsächlich um "New Old Stock". "New In Box" wollen wir hier trotz des kleinen Schadens an den Innenlaschen der Schachteln ebenfalls großzügig durchgehen lassen. Für knapp 70 Jahre alte Schachteln sehen die nämlich gar nicht schlecht aus.
  
Beide Röhren haben den selben Produktionscode, wurden für die US Navy produziert und im Februar 1945 per Kontrolle akzeptiert. Der Klang? Müßig, abgedroschene Phrasen herunterzuleiern. Nur soviel: Keine Fivre 2A3, keine RCA JAN-CRC 2A3/VT-95 und auch keine Raytheon 2A3 Doppelboxanode spielt so ausgeglichen, homogen und an den Frequenzextremen so ausgedehnt wie diese Röhre. Wer das Glück hat, ein solches Pärchen ergattern zu können, kann sich glücklich schätzen.
  
Die Besonderheiten dieser Röhre in konstruktiver Hinsicht: Im Gegensatz zur Standard Ken-Rad bedeckt die innere grau-schwarze Beschichtung der Militärvariante fast die gesamte obere Hälfte des Kolbens. Bei Erstgenannter geht die Beschichtung nur bis zur "Schulter". Beiden gemein ist die Ausführung des Filaments als "Doppelmono" in Form zweier separater rechteckiger Systeme. Erkennbar wird dies nur, wenn man von der Gegenseite eine helle Lichtquelle durch den Kolben scheinen lässt.
     
 
 
 
 
 
 

Sonntag, 27. Januar 2013

Sylvania 2A3 Black Plate "green leaf"

Hier einmal eine schöne Sylvania 2A3 Black Plate, welche noch über das grüne Blatt ("green leaf") mit dem "Blitz-S" auf dem Sockel verfügt. Leider kann ich die Produktionscodes nicht genau zeitlich zuordnen, aber ich schätze das Fertigungsdatum auf Ende der 1940er-/Anfang der 1950er-Jahre.
 
Bemerkenswert: Eine der beiden Röhren verfügt über das so genannte "Spring Top Filament", wo die obere Aufhängung des Filaments also mittels kleiner Ringfedern erfolgt. Diese Röhre ist damit etwas älter als die andere der beiden, welche über die "Kranaufhängung" verfügt.
 
 
 
 

Freitag, 25. Januar 2013

Update: Gehäuse für Röhrenverstärker

Vor ca. zwei Monaten hatte ich hier bereits über Zbig Wittmann aus Görlitz berichtet, der nach Kundenvorgaben Gehäuse für Röhrenverstärker fertigt. Jetzt habe ich von Zbig auch Bilder eines von ihm gefertigten Gehäuses bekommen, die ich hier gerne präsentieren möchte. Ich lasse die Bilder einfach für sich sprechen - Interessenten wenden sich direkt an:
 
Zbigniew Wittmann
Landeskronstr. 50
02826 Görlitz
Tel. 03581-3968004
 
   
   
 
 
 
 
 

Mittwoch, 23. Januar 2013

Elektronische Hifi-Magazine für Tablet PCs

Nachdem ich mich kürzlich über die Zukunft von Printmedien geäußert hatte, war es an der Zeit für einen Selbstversuch in Bezug auf elektronische Hifi-Magazine. Konservatismus wohnt naturgemäß ja ein großes Beharrungsvermögen inne und so habe ich alter Sturkopp natürlich posaunt, auch heute nicht auf die Haptik raschelnden Papiers verzichten zu wollen. Zu diesem Zeitpunkt besaß ich ja auch noch keinen Tablet PC. Aber seitdem mir meine liebe Frau eins dieser neumodischen Dinger geschenkt hat (ich selbst hätte mir so ein Gerät natürlich niiiemals angeschafft...), habe ich nicht nur viele Vorurteile über Bord geworfen, sondern auch mein Spieltrieb war geweckt. Eigentlich genau wie bei Röhren. Ok, ok, also wieder ein klarer Fall für die Schublade "Vom Saulus zum Paulus" oder "Was interessiert mich mein Geschwätz von gestern"...
 
Wie auch immer, da sitze ich nun vor diesem kleinen Apfel-Gerät und frage mich, wie das denn wohl funktioniert mit dem Kauf oder dem Abo eines elektronischen Magazins - und viel wichtiger: Wie ist es um den Lesekomfort bestellt? Was lag also näher, als diesbezüglich die Fidelity-Redaktion zu kontaktieren, schließlich habe ich ein bestehendes Abo und zudem kam kürzlich die Meldung, dass es die Fidelity ab sofort auch als e-Paper für 6,99 € pro Ausgabe sowie im Digital-Abo für 35,99 € (6 Ausgaben) gibt, also deutlich günstiger als die Printausgabe!
 
Prompt erhielt ich die freundliche Rückmeldung, ich müsse mir die "keosk."-App auf meinen Tablet PC herunterladen (keosk., nicht Kiosk - immerhin weiß ich mittlerweile, was eine App ist). In diesem Online-Zeitschriftenladen sucht man sich einfach sein Magazin und kann dieses abonnieren oder einzelne ältere Ausgaben "downloaden". Und weil mein Print-Abo noch bis Ausgabe Nr. 6 läuft und das Digital-Abo erst ab Nr. 7 startet, habe ich mir aus Neugier gleich die Debütausgabe der Fidelity geladen (welche ich ja auch schon in Papierform besitze). Dafür benötigt man nur entsprechendes Guthaben, welches über iTunes-Karten "aufgeladen" werden kann.
  


 
Diese drei Screenshots zeigen beispielhaft, wie die Ausgabe als e-Paper aussieht. Schnelles Blättern, Zoomen von Bildern und Texten - alles kein Problem. Komfortabler geht´s kaum, günstiger ebenfalls nicht und auch nicht platzsparender. Endlich Schluss mit durchbiegenden Regalen voller eingestaubter Hefte, und das Schönste: Wenn ich will, habe ich sie mit dem Tablet PC überall dabei - im Zug, bei der Arbeit oder wo auch immer. Ich jedenfalls werde fortan auf das Rascheln von Papier gut verzichten können...
 
Dass so die Zukunft unserer Noch-Print-Medienlandschaft aussieht, liegt für mich jedenfalls auf der Hand. Mittelfristig wird es sich kaum ein Magazin erlauben können, nicht auch in elektronischer Form angeboten zu werden.

Freitag, 18. Januar 2013

Raytheon 2A3 Dual Monoplate

Nun sind sie also endlich da, die beiden Raytheon 2A3 Dual Monoplates. Beide erscheinen äußerlich wie aus dem Ei gepellt und haben mehr als den "vollen Saft" auf der Kathode.
 
Meines Erachtens handelt es sich um eine Sylvania-Produktion. Raytheon selbst hatte ursprünglich die exotische, indirekt geheizte 2A3H mit den drei als Monoplate verpackten Einzelsystemen hergestellt - übrigens die einzige indirekt geheizte 2A3 überhaupt. Das Besondere an ihr ist weiterhin, dass sie anstatt der spezifizierten 2,5 A Heizstrom gleich 2,8 A "zieht". Womöglich mit ein Grund, nach ziemlich kurzem Produktionszyklus die nicht weniger einzigartige 2A3 mit den fetten Doppelbox-Anoden folgen zu lassen - nun mit 2,5 A Heizstrom...
 
Aber die 2A3 Dual Monoplate hat Raytheon meines Wissens nie gebaut - im Gegensatz zur späteren gewöhnlichen Standard-Dualplate.

 
 
 
   
     
Diese beiden Röhren haben den gleichen Produktionscode, entstammen damit einer Produktionscharge. Sie dürften Ende der 1940er-Jahre hergestellt worden sein - leider liegt mir von Raytheon (bzw. Sylvania) aber keine Tabelle mit Produktionscodes vor, aus der das genaue Produktionsjahr hervorgeht.
 
Eine sehr schöne Röhre jedenfalls, die immer seltener aufzutreiben ist und als NOS inzwischen als vom Markt verschwunden gelten muss.

Montag, 14. Januar 2013

Vacuum Tube Valley: 2A3 - The Mother of High Fidelity

Heutzutage gibt es keine Magazine, die sich ausschließlich mit Audio-Röhren bzw. entsprechenden HiFi-Geräten beschäftigen - leider. In Deutschland hat es die m.W. sowieso nie gegeben, in den USA hingegen schon. Es gab Magazine wie Glass Audio, Sound Practices, Valve, oder eben Vacuum Tube Valley. Diese Magazine existieren inzwischen nicht mehr; entweder sind sie eingestellt worden oder in anderen Mainstream Magazinen als "Anhängsel" aufgegangen.
  
Von Vacuum Tube Valley (VTV) sind zwischen Frühjahr 1995 und Herbst 2004 insgesamt 20 Ausgaben erschienen (Auflage pro Ausgabe ca. 6.000 Stück). Leider ist der Gründer von VTV, Charles H. Kittleson, bereits 2009 verstorben und die ursprünglich geplante Fortsetzung des Magazins fand nicht statt. Eine Übersicht über die 20 Ausgaben gibt es hier oder hier.
  
In Ausgabe 12 des VTV, erschienen im Sommer 1999, ist ein sehr interessanter Leitartikel von Eric Barbour zur 2A3 erschienen. Eric Barbour ist heute m.W. Inhaber der Firma Metasonix, welche einzigartige Musik Synthesizer mit - welch Wunder - Audio-Röhren herstellt...
  
Im Folgenden jedoch für alle Interessierten auszugsweise der vorgenannte Artikel zur 2A3 mit freundlicher Genehmigung von Eric Barbour. Viele geschichtliche Hintergrundinfos zur 2A3 sowie eine klangliche Einstufung verschiedener Derivate sind ein "Schmankerl" für jeden 2A3-Fan. Die Einstufungen decken sich zumindest im Wesentlichen mit meinen Erfahrungen - sicher hängt der Gesamteindruck auch immer stark vom verwendeten Verstärker ab.
  
Die JPG-Bilder haben eine Auflösung von 3.307 x 2.338 Pixeln (bzw. 1.553 x 2.338 für das Cover). Diese können zwecks besserer Lesbarkeit erforderlichenfalls kopiert und per Grafikprogramm dargestellt werden. In Originalgröße zum Herunterladen gibt es die Bilder hier, hier, hier und hier.

Edit vom 31.03.2016:
Die 20 Ausgaben des VTV gibt es mittlerweile offiziell als Download for free!
 
 
 
 

Freitag, 4. Januar 2013

Vorschau: Norddeutsche HiFi-Tage - Hörtest 2013 in Hamburg

Das neue Jahr ist gerade noch dabei, sich die Müdigkeit aus den Gelenken zu recken und den Schlaf aus den Augen zu reiben, um den Blick auf das HiFi-Jahr 2013 zu richten. Da kommt auch schon mit großen Schritten die erste Veranstaltung auf uns zu: die Norddeutschen HiFi-Tage - Hörtest 2013 am 02./03. Februar in Hamburg.
   
   
Initiiert durch das HiFi Studio Bramfeld, findet der "Hörtest" nach 2005 sowie von 2008 bis 2012 nun bereits zum siebten Mal statt. Nach meinen Eindrücken der letzten beiden Jahre eine sehr gelungene, stetig gewachsene und gut angenommene Veranstaltung, in der lediglich die relativ beengten Verhältnisse bei großem Besucherandrang etwas nerven.
 
Sei´s drum - hier im hohen Norden gibt´s nichts Vergleichbares und ich werde wieder mit dabei sein. Dieses Mal bewehrt mit Tablet PC, wird es mir dank freiem WLAN Zugang im Holiday Inn eventuell sogar gelingen, erste Eindrücke direkt von der Veranstaltung zu posten. Aber versprechen kann ich nix, es ist ja so oft ein Kreuz mit der Technik...

Öffnungszeiten an beiden Tagen jeweils von 10:00 bis 18:00 Uhr, der Eintritt ist frei.
Stay tuned!