Montag, 6. Oktober 2014

Und Kabel klingen doch!

Au weia! Wie soll ich das jetzt erklären? Kürzlich (ok, ok, bereits vor eineinhalb Jahren) hatte ich in meinem Beitrag Audiokabel - Voodoo oder Wissenschaft? Eine etwas andere Sicht der Dinge zum Thema Kabelklang erklärt: "Ein Kabel ... klingt nicht". Gut so - denn dabei bleibe ich! Allerdings möchte ich aus aktuellem Anlass auf den hervorragenden Artikel "Leitende Angestellte" in der stereoplay 10/2014 verweisen, der im ersten Satz die Frage aufwirft: "Können Kabel klingen, und wenn ja, warum?"
 
Diese rhetorische Eingangsfrage impliziert ja bereits, dass der Verfasser des Artikels der Auffassung ist, dass es Kabelklang gibt - die Frage ist gleichwohl, wie man Kabelklang konkret definiert. Ich sehe daher grundsätzlich keinen Widerspruch zu meiner vertretenen Auffassung. Das wäre Wortspalterei - mehr nicht! 
   

Auszug aus dem Artikel "Leitende Angestellte" aus der stereoplay 10/2014; (c) stereoplay
(Screenshot aus rechtlichen Gründen nur in geringer Auflösung.)
  
Ich kann mich nämlich nicht an einen so kurzweiligen, dennoch ausführlichen und auf den Punkt präzisen Artikel zum Thema Kabelklang erinnern wie diesen. Technische Zusammenhänge und der Einfluss wesentlicher technischer Parameter wie R, L, C oder Leitwert G auf den Kabelklang werden nicht nur leicht verständlich  und fundiert erläutert, sondern an Hand umfassender Tests indikativ belegt. Und für mich das absolute Highlight des Artikels: Eine richtig gute Erklärung zum Skin-Effekt. Was habe ich mir nach der Erwähnung des Skin-Effekts in einigen Beiträgen hier und da oder nach meinen Ausführungen zu MDI-Verzerrungen damals Häme und Spott anhören müssen - freilich habe ich die vielen despektierlichen Kommentare hierzu niemals veröffentlicht.
 
Die wesentliche Erkenntnis und Quintessenz für mich aus diesem Artikel ist, dass es sich lohnt, in hochwertige Kabel zu investieren. Keine grundlegend neue Erkenntnis zwar, allerdings bietet dieser Artikel das Rüstzeug, sich endlich Ziel führender als zuvor auf die Suche nach den richtigen Strippen begeben zu können.
 
Unbedingt lesenswert - Heft kaufen und als Basiswissen aufbewahren!
 
P.S.: Natürlich lässt sich jetzt immer noch nicht die Klangqualität eines Kabels an Hand der Messwerte ablesen. Und: Das praktische Testen von Kabeln in der eigenen Kette ersetzt weder der Artikel in stereoplay noch irgend ein zukünftig in einem Magazin abgedruckter Kabeltest...

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