Sonntag, 8. Februar 2015

Norddeutsche HiFi-Tage / Hörtest 2015 in Hamburg Part #1: Event & Leute

Samstag, 07. Februar 2015, morgens 06:00 Uhr: Der Wecker klingelt, wie jeden Morgen. Verdammt! Heute Büro, zum Kunden, oder was war los?! Nee, ist ja Samstag... falscher Alarm also. Sehr schön, schnell auf die andere Seite drehen und weiterschlummern, heute müssen die Hunde mit dem Gassi gehen halt noch warten. ... Pustekuchen, da war doch was - richtig! Hifi-Tage in Hamburg! Inneren Schweinehund überwinden. Doch hoch. Oder... doch noch mal kurz auf die andere Seite drehen?!

Wettersituation unklar, draußen ist´s noch dunkel, aber ein wenig glatt auf den Straßen wird es allemal sein - Entscheidung: heute mit der Bahn statt mit dem Auto. Ist billiger, schneller und entspannter als mit dem Auto, gerade der Berufsverkehr morgens in Richtung HH-Stadtmitte ist die Hölle, egal auf welcher Route. (Wobei: Die "Transportsituation" in den Zügen der Bahn ist morgens häufig auch die Hölle.)
  

Irgendwann dann doch angekommen...


...galt es, sich zunächst einen Überblick zu verschaffen. Hamburg aus dem 18. Stock des Holiday Inn, grau, Nieselregen, 4-5°C.

Vorab erst einmal ein Lob an den Veranstalter (Hifi Studio Bramfeld) und den Ausrichter bzw. den Veranstaltungsort (Holiday Inn): Das war nach meiner Wahrnehmung klasse organisiert! Trotz wirklich sehr hoher Besucherzahl gab es kaum unerträgliche Wartezeiten an Garderobe, Kaffeetheke oder Fahrstuhl und auch die Flure und Gänge waren nicht so zugestellt, dass man sich nicht überall einigermaßen komfortabel hinbewegen konnte. Das hatte ich in der Vergangenheit auch schon anders erlebt.

Vorab "die Zwote": Ich bin ja mit keiner besonderen Erwartungshaltung angereist und war entsprechend tiefenentspannt (High Fidelity war ja ohnehin tot, wie ich kürzlich festgestellt hatte), also konnte ich auch nicht enttäuscht werden. Tatsächlich war die Veranstaltung heute aber so gut, dass ich mein vorgenanntes Urteil gänzlich revidieren muss: High Fidelity lebt! Und wie! (Oh je, mit dem Beitrag hatte ich ja was angerichtet, aber dazu später mehr.)


Entspannte Atmosphäre trotz hohen Andrangs


Ordentlich Vinyl zum Stöbern gab´s erfreulicherweise auch

Zunächst noch einige obligatorische Pflichtangaben: Wie immer lag das Besucherverhältnis zwischen Männern und Frauen geschätzt bei 30:1, unser komisches Hobby ist also irgendwie immer noch eine Männerdomäne. Ich will das an dieser Stelle gar nicht näher bewerten, damit provoziere ich womöglich wieder nur Missverständnisse. Außerdem erwähnenswert: Der Anteil an Personen mit "Verhaltensauffälligkeiten" ist genauso groß wie immer, ich werte das einmal als gutes Zeichen für die Branche. Wer mir auch aus dieser Aussage wieder einen Strick drehen möchte - bitteschön... Und schließlich: Unter den Ausstellern war der Anteil derer des Typs braungebrannter Pornobrillenträger mit stöckelbeschuhtem weiblichen Geleit erfreulich niedrig. Man konnte in der jüngeren Vergangenheit ja schon hier und da wahrnehmen, dass eher anderen Milieus zugehörige Personen ihr wirtschaftliches Glück in der Bling-Bling-Hifi-Branche zu suchen schienen.

Ich persönlich kann mich dagegen glücklich schätzen, quasi inkognito solche Veranstaltungen besuchen zu können. Weiß ja keiner, wie ich aussehe - und das ist gut so! Denn von denen, die mich kennen, wollte jeder zweite wissen, wieso High Fidelity denn tot sei... Liebe Leute, ein für allemal - seht diesen Beitrag doch einfach quasi als eine Art Akupunktur-Nadelstich für die Branche.


Holger (Barske) in action...


...und seine "Jungs" natürlich genauso!

Endlich hat es mal geklappt, Holger zu treffen: Small Talk auf dem Flur über dies, das und jenes - das war sehr locker, sehr entspannt und natürlich ist es gut, nun auch einmal ein Gesicht des Gesprächspartners vor Augen zu haben (live und in Farbe statt Editorial-Foto). Holger war natürlich wie immer auf der Jagd nach guten Fotos, daher schwer beschäftigt und er ward auch "nimmer nich mehr gesehen" im späteren Verlauf der Veranstaltung... Hat mich jedenfalls gefreut, Holger!


Röhrenprofessor Uli Apel war natürlich auch wieder in Hamburg, hier beim Fachsimpeln mit Thomas Fast...


...und mit Cai Brockmann (Chefredakteur FIDELITY Magazin)

Cai Brockmann gewährte mir noch interessante Einblicke in die Branche aus Printmedien- und Redakteurssicht, insbesondere hinsichtlich einiger Kernaspekte wie Phantasiepreise und Künstlerhonorare bei Hifi-Geräten oder darüber, dass auch extrem ambitioniert bepreiste Geräte natürlich trotzdem auch extrem gut klingen können... (Recht hat er ja!) Ihm waren meine jüngsten kritischen Bemerkungen auch nicht entgangen und er hat sich freundlicherweise die Zeit genommen, mir sehr entspannt und relaxed seine Wahrnehmung hierzu nachvollziehbar darzulegen. Dieser Austausch hat jedenfalls Spaß gemacht - herzlichen Dank, Herr Brockmann!

Schließlich traf ich noch einen Bekannten, den ich längere Zeit nicht mehr gesehen hatte - Björn J., einen Frickler, Tüftler und Bastler, wie er im Buche steht und von dem ich in der Vergangenheit bereits einige Sachen auf meinem Blog vorgestellt hatte. Nun hat er dem  Bekunden nach irgend etwas mit originalen Altec 604 auf die Beine gestellt und ich habe gesehen, dass die ersten Bilder von ihm zu diesem Projekt bereits in meinem E-Mail-Briefkasten liegen. Ein Follow-up hierzu folgt demnächst!

Und zwei weitere Follow-ups zu den Hifi-Tagen folgenden ebenfalls heute noch.

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