Dienstag, 5. Mai 2015

Jürgen Eggers Schlüsselloch-Report aus der image hifi Nr. 1 (1/1995)

Selige Zeiten waren das damals im Dezember 1994, als ich am Kiosk eher zufällig über die Ausgabe Nr. 1 der image hifi stolperte. Die Hifi Exklusiv war kurz zuvor eingestellt worden und damit Geschichte; die Frage, was meine Heroen der Hifi-Presse fortan machen würden, war damit beantwortet - sogar kleine Fotos der Autoren befanden sich direkt auf dem Cover, was wirklich eine gelungene Idee war.

Einer dieser (meiner) Helden war Jürgen Egger, der leider schon 2009 im Alter von nur 49 Jahren verstorben ist. Viele sahen in ihm quasi das Enfent terrible der Hifi-Szene, der in seinen Artikeln wahrlich kein Blatt vor den Mund nahm. Ich habe seine Artikel stets geliebt und verschlungen, selbst wenn mich das besprochene Gerät an sich kaum interessierte. Das lag an seiner herrlich erfrischenden, oft rotzig-frechen Art, die so manchen Standard-High-Ender beim Lesen seiner Artikel verdutzen ließ. Er näherte sich dem Thema High-End-Hifi eben aus einer gänzlich anderen, sehr geerdeten (oft skeptischen!) Richtung und hatte ganz offenbar diebische Freude daran, wenn günstige Komponenten den weitaus teureren, etablierten Platzhirschen klanglich eine lange Nase zu zeigen vermochten...


Jürgen Egger (* 26.11.1959 in Bamberg, † 01.07.2009 in München)
Foto (Copyright): River Pegnitz, Bildquelle: Wikipedia
Lizenzbedingungen: Creative Commons

In der Hifi Exklusiv gab es eine Serie über die Hörräume der Autoren, welche in der image hifi fortgesetzt wurde. Über seinen Hörraum (sein Wohnzimmer) zu schreiben, ging Jürgen Egger ganz offensichtlich derart gegen den Strich, dass er statt dessen einen Artikel über Single Islay Malt Whiskies schrieb. In einem Hifi-Magazin. Und das ausgerechnet in der Debutausgabe...

Für mich hat dieser Artikel bis heute Kultcharakter und spiegelt Jürgen Eggers humorigen, sperrigen und oft unbequemen  Charakter sehr schön wider. Ich fühle mich Jürgen Egger im Geiste bis heute sehr verbunden und bedauere, dass es in der aktuellen Hifi-Szene so wenige Querdenker wie ihn gibt. Typen wie er sind das Salz in der Suppe, und die heutige Hifi-Suppe schmeckt mir oft einfach zu fade. Mainstream, gepflegte Langeweile und Stromlinienförmigkeit, so sieht´s heutzutage doch weitgehend aus.

Aus diesem Grund möchte ich den eingangs genannten Artikel einem breiten Publikum zugänglich machen - so weit, so gut. Allerdings geht das natürlich nicht ohne Freigabe des Copyright-Inhabers - der image hifi. Meine heutige diesbezügliche Anfrage wurde umgehend und unkonventionell genehmigt, wofür ich mich ganz herzlich bei der image hifi, insbesondere bei Frau Susanne Zausinger und Herrn Thomas Zimmermann, bedanken möchte.

(Umständehalber habe ich die Seiten einzeln als JPG-Bild in möglichst hoher Auflösung eingescannt. Sie sollten nach dem Draufklicken auf nicht zu kleinen Monitoren gut lesbar sein.)

And here we go:








Edit vom 09.05.2015, weil es so gut passt:
Diese Bilder bekam ich von Thomas zugeschickt (vgl. auch Höchst Empfindlich: Lautsprecher mit 20er SABA Blackcones) mit folgenden Kommentaren:


"Ich habe ihn aufgemacht. Schräges Zeug."



"Die etwas weniger schräge Sorte: milder, weniger brutaler ´Teer´."

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