Mittwoch, 8. Juli 2015

Kabelgedöns

"Ich weiß heute, wie ich hätte steinreich werden können: Als damals, Mitte der 80er Jahre, das Thema Kabel aufkam, hätte ich sofort eine Kabelklitsche aufmachen sollen. Die Amis, die das getan haben, lachen sich heute in Schweizer Chalais den Buckel krumm. (Kein Witz)."

Tja, das ist das Zitat eines lieben Freundes, einer Branchengröße und Koryphäe, die es wissen muss, hier aber ungenannt bleibt. Ist ein Auszug aus einer Konversation per Email zwischen uns; passt halt gerade so gut zum Thema "Kabelgedöns". Und Holger hat ja auch so eine schöne Vorlage geliefert mit seinen Kommentaren im vorangegangenen Blogbeitrag. Außer einem kleinen Rückzugsgefecht gab´s ja auch nicht einmal große Gegenwehr von mir... ;-)

Also schließen wir doch ein für alle Mal das doofe Thema Kabel ab! Als kleines Aufwärmprogramm empfehle ich folgende zwei Artikel und ein Zitat:


2) Audiokabel (Friedrich Hunold)

3) "..., aber 130 Taler für ein paar Drecks-Drähte? Kann ja wohl nicht wahr sein. NF-Leitung: RG58. Kostet weniger als einen Euro pro Meter und hat man immer im Hause. Stecker? Die mit der Weichplastikhülse von Conrad. Kosten nix, leben bei häufiger Beanspruchung nicht ewig, klingen aber gut. LS-Strippe? Per Akkuschrauber verdrillter Lackdraht. 0,5 mm sind bei diesem LS mehr als ausreichend. Kostet etwa 17 Cent pro Meter." (Zitat Holger Barske)

Kurze und knappe Zusammenfassung all dessen, was man also über Kabel wissen und beherzigen sollte:
  • Kabel an sich kosten so gut wie nix, das teuerste sind die Stecker.
  • Das einzig relevante technische Merkmal für den Audiobereich ist die Kabelkapazität (Leitungskapazität), die insbesondere für Phonokabel idealerweise bei ca. 50-60 pF pro Meter liegen sollte.
  • Laufrichtungsmarkierungen sind Bullshit.
  • Wer mehr als (sagen wir einmal) 100 € für ein Kabel ausgibt, ist selbst schuld.
  • Leider gibt es spottbillige Kabel, die gut klingen und sauteure Kabel, die scheiße klingen.
  • Leider gibt es spottbillige Kabel, die scheiße klingen und sauteure Kabel, die fantastisch klingen.
  • Warum das so ist, weiß letztlich keine Sau und das lässt sich im Detail auch nicht abschließend klären.
  • Kabel klingen nicht.
Und jetzt verspreche ich hoch und heilig, auf diesem Blog nicht mehr über Kabel zu berichten. Ich möchte Euch schließlich "entlassen" mit folgendem Bild von der diesjährigen High End in München:


P.S.:
LS-Kabel. Ich hab´s geprüft. Eine 100m-Rolle mit isoliertem Kupferdraht (0,5 mm2 Querschnitt) gibt es tatsächlich für 16,90 €. Alternativ böte sich beispielsweise eine 100m-Rolle SOGON LX96 von Audio Note (UK) an (Silberkabel!). Die kostete (Stand Oktober 2012) 214.500 €. Dürfte inzwischen etwas teurer sein. Ist aber vermutlich auch etwas besser.


Update: Es gibt tatsächlich eine aktuelle AN-Preisliste im Netz. 100m kosten jetzt 239.000 €.


P.P.S.:
Auch ein Kabel. Allerdings kein Audiokabel, sondern ein Energieseekabel (Muster). Überträgt bis zu 40 MW bei 36 kV. Sowas legt man auf den Meeresboden und spült es dann ein. Energiewende und Erneuerbare Energien und so. Hier kosten 100m ca. 50.000 €, also ca. ein Fünftel des AN-Kabels. Zumindest eine ähnliche Größenordnung wie bei AN, klingt aber natürlich nicht so gut. Wobei hier wohl trotzdem etwas mehr Engineering drin steckt. Und auch einfach mehr pure Masse, nämlich ca. 2.000 kg Kupfer pro 100m; 100m dieses Kabels wiegen insgesamt 4.500 kg.

Kommentare:

  1. Hallo,
    ich habe eine Frage zu dem Lautsprecherkabel. Ist hierbei ein Kupferlackdraht mit 0,5mm Durchmesser oder 0,5mm2 Querschnitt empfohlen?
    Gruß Frank

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  2. Moin Frank, 0,5 mm2 Querschnitt.
    Gruß, Carsten

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  3. Hallo Carsten,
    vielen Dank für die Information!! Du hast da echt eine super Seite, mit sehr vielen tollen Anregungen.
    Mach weiter so!
    Gruß Frank

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